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Donnerstag, 29. Juni 2017

Fazit Kroatien

Eine der mit Sicherheit schönsten Reisen, die ich bislang mit dem eigenen Wohnmobil unternommen habe, ist nun leider vorbei; ich bin heute am frühen Nachmittag "gesund und munter" wieder in Pinneberg eingetroffen. Den im letzten Beitrag bereits erwähnten Zwischenstopp habe ich in Leipzig eingelegt, genauer gesagt, in der Nähe von Leipzig auf einem Campingplatz an einem kleinen See. Die relativ große Entfernung zur Stadt, meine Müdigkeit nach der langen Fahrt sowie das "miese" Wetter haben allerdings verhindert, dass ich noch eine weitere Fahrradtour unternommen habe; macht aber nichts, Leipzig ist irgendwann auch noch 'mal dran...

Kroatien war wirklich traumhaft; die vielen abwechslungsreichen Tage an der wunderschönen Adriaküste, sowohl während der Fahrt als auch auf den Campingplätzen, haben mich tief beeindruckt. Alle Städte, die ich besucht habe, haben ihren ganz eigenen Charme und dadurch wird es nie langweilig.

Natürlich trägt auch stabiles Wetter zum Gelingen einer Reise bei; insofern ist Kroatien natürlich "eine Bank". Es gab insgesamt drei oder vier Tage, an denen es (teilweise!) diesig oder gar bewölkt war; auch Regenfälle waren dabei, allerdings immer nur sehr kurz, danach schien sofort wieder die Sonne! Und es war heiß, manchmal für schweißtreibende "Kletteraktionen" mit dem Fahrrad fast sogar zu heiß! In der Zeit von Juli bis Ende August muss es wohl noch heißer sein...

Meine persönlichen Highlights aufzuzählen, ist verdammt schwer; eigentlich gehört jeder einzelne Tag dazu! Trotzdem möchte ich hier noch einmal die beiden Nationalparks Plitvicer Seen und Krka hervorheben, die etwas ganz Besonderes für mich waren; so schöne "Wasserspiele" hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht zu Gesicht bekommen. Von den Städten gefielen mir besonders gut Rovinj, Trogir, Zadar, Split und natürlich Dubrovnik, deren Altstädte sogar in genau dieser Reihenfolge immer schöner wurden.

Ein ganz besonderes Juwel, das ich eigentlich gar nicht in die bereits erwähnten Highlights einordnen möchte, ist die Insel Lošinj mit den beiden Orten Veli Lošinj und Mali Lošinj. Hier kommt schon fast Karibik-Feeling auf; für mich eines der schönsten Fleckchen Erde, die ich bisher gesehen habe, und meine Vorstellung von einem Paradies... ;-)

Ein besonders emotionaler Moment entstand für mich, als ich hoch oben über dem "Rio Pecos" stand, dort wo einst das stolze Pueblo Winnetous und seiner Mescalero-Apachen stand; an diesem Drehort einiger Karl-May-Verfilmungen aus den 60er Jahren wurden, völlig unerwartet, die Erinnerungen aus meiner Jugendzeit auf eigenartige Weise sehr lebendig...

Nicht zuletzt möchte ich auch die Freundlichkeit der einheimischen Bevölkerung ansprechen. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass es manchmal sehr schwer ist, mit den riesigen Massen von teils sehr anspruchsvollen und ungeduldigen Touristen zurecht zu kommen, aber die Kroaten verstehen das wunderbar! Ihre Herzlichkeit und vor allem ihre Gelassenheit, die uns Nordeuropäern oftmals abgeht, tragen sicherlich dazu bei.

Steckbrief Kroatien

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 26 Tage
Strecke: 4623 Kilometer
Diesel: 433,5 Liter zu 484,28€ (im Schnitt 1,117€ pro Liter)
Verbrauch: 9,38 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 25 zu 462,00€ (im Schnitt 18,48€ pro Übernachtung)
Kosten: 1327,-€ (für Diesel, Übernachtungen, Mautgebühren, Fähren und Tickets)


Dienstag, 27. Juni 2017

Auf dem Donau-Radweg nach Linz

Heute bin ich in Linz, der drittgrößten Stadt Österreichs; sie ist zwar nur ca. 220 km von Graz entfernt, aber erstens liegt ein nicht gerade unbedeutender "Hügel" namens Alpen dazwischen und zweitens muss ich ja erst Ende der Woche wieder zuhause sein, eine gute Gelegenheit also, mir auch diese interessante Stadt 'mal etwas näher anzuschauen.

Die entspannte Fahrt über die Alpen erfolgte komplett über meistens gut ausgebauten Autobahnen; die dafür notwendige Vignette hatte ich mir ja schon vor ein paar Tagen besorgt. Hin und wieder gab's zwar einige Baustellen, die aber immer schnell durchfahren werden konnten.

Für die Übernachtung hatte mir eine meiner Stellplatz-Apps einen kostenlosen Parkplatz in Steyregg empfohlen, nur knapp 9 km von Linz entfernt. Dort traf ich ein großes Areal, auf dem nur zwei oder drei PKW standen und an dessen Rand auch eine Fläche für größere Fahrzeuge vorhanden war. Ich war mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich hier wirklich übernachten durfte; eine entsprechende Beschilderung fehlte! Trotzdem stellte ich mein Fahrzeug ab, denn es war noch relativ früh und nach der Rückkehr von meiner Fahrradtour nach Linz konnte ich immer noch entscheiden, ob ich hier bleiben sollte oder nicht!

Das Reizvolle an diesem Parkplatz war vor allem, dass er nur wenige 100 m vom berühmten Donau-Radweg entfernt lag; anstatt dort die Donau zu überqueren und direkt durch die Stadt zufahren, wollte ich die gesamte Donauschleife, die Linz umschließt, entlang fahren, immer dem linken Flußufer folgend.

Gesagt, getan! Um ca. 13:00 fuhr ich durch das kleine Wäldchen, das den Parkplatz von der Donau trennt und wandte mich, dort angekommen, nach rechts auf den Donau-Radweg. Der verläuft über weite Strecken auf einem Deich direkt am Fluß entlang, weicht aber auch häufig zur Seite aus, wenn z.B. Überschwemmungsgebiete dazwischen liegen; so fährt man hier entspannt durch wunderschöne Naturlandschaft mit sehr viel Grün!    






Die Stadtnähe kündigt sich an. Linz bietet von weitem keinen besonders schönen Anblick, was an den vielen Industrie-Anlagen liegt; man sprach früher häufig von der "staubigen Stahlstadt Linz". Durch extrem viele und vor allem wirkungsvolle Maßnahmen hat sich die Stadt in den letzten Jahren aber ein deutlich besseres Image erarbeitet. 


Dieses Restaurant-Schiff hat schon deutlich bessere Tage gesehen, denke ich...


Der Hauptplatz zählt mit einer Fläche von mehr als 13.000 m² zu einem der größten umbauten Plätze Österreichs. In seiner Mitte steht zum Gedenken an die Opfer der Pest die ca. 20 Meter hohe und zwischen 1717 und 1723 errichtete Dreifaltigkeitssäule. Um den Platz herum stehen geschichtlich bedeutende Gebäude, wie z.B. die Linzer Kunstuniversität oder das Feichtinger-Haus mit seinem berühmten Glockenspiel, welches je nach Jahreszeit die Melodie wechselt.




Nachdem ich mich hier einige Zeit umgesehen hatte, zog es mich in ein ganz bestimmtes Café, zu einer ganz bestimmten Linzer Spezialität, nämlich der weltberühmten...


...genau, der Linzer Torte, deren Rezept angeblich das älteste Tortenrezept der Welt sein soll! Das eigentlich eher "harmlos" aussehende Stückchen Kuchen hat wirklich sehr, sehr lecker geschmeckt, und ich habe gleich eine ganze Torte als Mitbringsel für zuhause gekauft, wenn auch nicht die größte (die Preise haben's in sich...).

Bevor ich im Norden der Stadt vom Nordufer der Donau auf das Südufer wechselte, traf ich auf einen ebenfalls sehr großen Parkplatz, der der Altstadt genau gegenüber liegt. Dort standen bereits einige Wohnmobile, und so fragte ich ein Camper-Ehepaar, ob sie wüssten, ob man hier übernachten könne. Sie bejahten und sagten mir, dass sie hier schön häufiger standen und dass die Übernachtung in Wohnmobilen hier nicht nur geduldet, sondern gängig sein würde. Ich beschloss daher, nach meiner Rückkehr zum Wohnmobil noch kurz "umzuparken". Zum einen musste ich dadurch nicht befürchten, mitten in der Nacht vom Platz "gejagt" zu werden, und zum anderen bot sich dadurch auch noch die Gelegenheit zu einem weiteren Besuch der Stadt, dann als gemütlicher Abendspaziergang.

Wie man auf dem Foto sehen kann, stand ich hier nun sehr schön direkt an der Donau und konnte während einer kleinen Pause den vielen vorbei fahrenden Schiffen zusehen. 


Schon kurze Zeit später schnappte ich mir meine Kamera und ging zu Fuß an der Donau entlang.




Von hier aus und etwas später auf der Nibelungenbrücke hatte ich eine tolle Sicht auf die Stadt. 








Nun befand ich mich bereits das zweite Mal heute auf dem zentralen Hauptplatz, wo gerade ein Konzert einer Blasmusikkapelle stattfand.




Ein Blick zurück nach Norden auf die Nibelungenbrücke, über die ich vor ein paar Minuten gekommen war...


... und in die belebte Linzer Landstraße mit der hübschen Ursulinenkirche.


Ach ja, essen muss man ja auch irgendwann 'mal, deshalb setzte ich mich im Café Jentschke, ebenfalls an der Landstraße gelegen, direkt an die Straße (es war ja noch warm genug, um draußen sitzen zu können) und bestellte mir ein so genanntes "Falsches Cordon Bleu", bei dem das Kalbs- oder Schweinefleisch durch Leberkäse ersetzt wird. Dazu gab es Preiselbeeren, einen typisch österreichischen Kartoffelsalat und natürlich wieder meine obligatorische "Hopfenkaltschale". Sehr lecker war's... ;-)




Inzwischen war es dunkel geworden; auf dem Rückweg zum Parkplatz konnte ich noch ein paar Nachtaufnahmen machen, unter anderem vom bekannten Ars Electronica Center, das auch "Museum der Zukunft" bezeichnet wird. 








Morgen früh geht's endgültig zurück nach Deutschland. Die gesamte Strecke bis nach Pinneberg werde ich an einem Tag nicht schaffen, das wären immerhin mehr als 900 km. Deshalb werde ich wohl doch noch einen dritten Zwischenstopp einlegen müssen... 

Montag, 26. Juni 2017

Bei Kürbiskern und Schilcher

Gestern begann in Dubrovnik meine lange Rückreise in den "hohen Norden" Deutschlands. Ich war gespannt, wieviele Tage ich dafür benötigen würde, auf jeden Fall hatte ich aber genügend Zeit und wollte mir auch unterwegs noch so einiges ansehen. Deshalb bot es sich an, bezüglich Slowenien und Österreich eine etwas andere Route zu fahren und die Alpen weiter östlich zu überqueren.

Nachdem ich den netten Campingplatz in Mlini, etwas südlich von Dubrovnik, verlassen hatte, fuhr ich zunächst eine Weile auf derselben Strecke, auf der ich einige Tage vorher gekommen war, zurück. Ich passierte danach, wie schon auf dem Hinweg, wieder zweimal die Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegovina und erreichte schließlich das südliche Ende der kroatischen Autobahn A1, auf der ich dann einige Stunden unterwegs war. Kurz vor Zagreb reichte es mir dann mit der Fahrerei, und ich übernachtete auf dem ebenfalls sehr schönen Campingplatz Camping Slapič am Rand des kleinen Orts Duga Resa.

Heute morgen ging es dann Richtung Norden auf die A2, wo ich einige Zeit später die Grenze zu Slowenien passierte; bis nach Österreich waren es von hier aus nur noch etwa 60 km. Zu dieser Zeit hatte ich mir mein heutiges Tagesziel bereits ausgeguckt: Graz! Diese schöne österreichische Stadt in der Steiermark wollte ich mir immer schon 'mal ansehen, und jetzt hatte ich die beste Gelegenheit dazu; sie ist nach Wien mit ca. 284.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Österreichs.

Gegen 13:00 Uhr traf ich dort ein und suchte den stadtnahen Reisemobilstellplatz auf, wo ich sehr freundlich empfangen wurde und mir eine geeignete Parzelle auswählte; die Übernachtung kostete 21,- EUR, für die günstige Stadtlage gerade noch ok! Nach einer "schnellen" Dusche (am Morgen gab's nur eine die einfache "Katzenwäsche"... ;-) und einem leckeren Sandwich holte ich auch schon mein Fahrrad hervor und machte mich auf den Weg in die Stadt.

Da der Stellplatz einige Kilometer vom Stadtkern entfernt liegt, ging die Fahrt zunächst etwas abseits der großen Einfallstraßen durch eher ländliches Gebiet; die Landschaft hier mit den sanften Hügeln und Bergen sowie dem vielen Grün gefiel mir schon 'mal ganz ausgezeichnet; sie kam mir sogar fast ein wenig fremdartig vor, nachdem ich ja einige Wochen in der Mittelmeerregion war und dort ganz andere Landschaftsformen zu Gesicht bekommen hatte.   




Hier überquere ich kurz vor Erreichen des Stadtzentrums die Mur, die von Norden kommend mitten durch die ganze Stadt fließt. 


Am Ostufer der Mur entlang fuhr ich dann Richtung Norden durch den schönen Aupark, bis ich endlich das Zentrum und die Altstadt erreichte, die auch schon seit fast 20 Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.




Mit diesem "schmucken" Gebäude will man wohl eher nichts zu tun haben; darin befindet sich das Oberlandesgericht Graz!


Das Geländer der über die Mur führenden Hauptbrücke ist mittlerweile auf ganzer Länge mit den auch hier offensichtlich unvermeidlichen "Liebesschlössern" behängt. Im Hintergrund das recht eigenwillige Gebäude des Kunsthauses Graz, das ich später noch aus anderer Perspektive zeige. 




Mein erster Anlaufpunkt war ein wuchtiger Fels aus Dolimitgestein, der im Zentrum der historischen Altstadt liegt. Man erreicht den Gipfel des Grazer Schlossbergs entweder mit der Schlossbergbahn oder mit dem Schlossberglift.




Oben angekommen, fällt zuerst der berühmte Uhrturm auf, ein Wahrzeichen der Stadt, immerhin stolze 28 m hoch! Über den vier Zifferblättern verläuft rings um den Turm ein hölzerner Wehrgang, von dem aus die Feuerwächter früher die gesamte Stadt überblicken konnten. Dieses Foto habe ich genau um 14:54 gemacht; wem fällt was auf...?


Der Ausblick von oben ist wunderschön, wie man hier sehen kann...


Das bereits erwähnte Kunsthaus Graz, das im Jahr 2003 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres errichtet und von seinen beiden Schöpfern "Friendly Alien" genannt wurde; eine ziemlich passende Bezeichnung, finde ich... ;-)




Hier oben gab es in luftiger Höhe ein sehr einladend wirkendes Café, dem ich nicht lange widerstehen konnte. Hier musste ich natürlich einen warmen Apfelstrudel probieren!




Nach dieser schmackhaften Stärkung fuhr ich wieder hinunter und erkundete nun ausgiebig die Grazer Altstadt, die mich restlos begeistert hat! Ich hatte immer wieder gehört, dass Graz sehr schön sein soll, es mit eigenen Augen zu sehen, ist allerdings doch etwas ganz anderes. Die folgenden Fotos zeigen hoffentlich ein wenig von dem, was ich meine...












In einer der vielen kleinen Gassen wurde ich sogar noch in Sachen "Mitbringsel" fündig; ich erstand etwas Kürbiskernöl und eine Flasche des berühmten Schilcher, einem Roséwein, den es nur in der Steiermark gibt.

In der Herrengasse traf ich auf den Eissalon Temmel; der große Andrang vor dem Laden ließ mich sofort befürchten, hier etwas ganz Wichtiges verpassen zu können! Also stellte ich mich ebenfalls an, um mir zwei Riesenkugeln Eis zu genehmigen! Schmeckten sehr lecker, keine Frage, aber so richtig verpasst hätte ich... wohl nix!




Zu Beginn meiner Rückfahrt traf ich noch auf dieses sehr fotogene Gebäude; ich musste schnell 'mal "googeln", um festzustellen, dass es sich hier um das Grazer Opernhaus handelte.


Erst kurz nach 18:00 Uhr fuhr ich auf einer anderen Route wieder zurück zum Campingplatz. Ich freue mich sehr, dass ich mir (eigentlich eher per Zufall) Graz als Zwischenziel ausgesucht hatte! Diese wunderschöne Stadt werde ich nicht so schnell vergessen, und ich hätte große Lust, schon bald wieder herzukommen...