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Donnerstag, 9. März 2017

Fazit Rømø

Die allererste Kurzreise in diesem Jahr hat mir trotz des wirklich extrem "gewöhnungsbedürftigen" Wetters sehr gut gefallen! Ich hab' sie gewissermaßen als Testfahrt nach der viermonatigen Winterpause angesehen, und war sehr erfreut, dass alles problemlos und wie gewohnt geklappt hat!

Ich habe weder Mäusenester in meinem Bett entdeckt, noch Mäuseleichen im Luftfilter, kein Marder hat versucht, sich im Motorraum einen leckeren Kabelsalat zuzubereiten, und alle Systeme wie Elektrizität, Gas- und Heizungsbetrieb sowie Wasserzu- und abläufe funktionierten wie am ersten Tag! So soll es doch sein, oder...? ;-)

Auch das Leben im Wohnmobil fühlte sich wieder richtig gut an, sodass ich mich jetzt noch viel mehr auf die kommenden Kurzreisen und natürlich die längeren Auslandsreisen freue!

Rømø selbst ist eine wirklich fantastische Ferieninsel, für Dänemark-Fans wie geschaffen, vor allem der supertolle Strand! Ich bin ganz bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen und der nächste Besuch könnte durchaus im Sommer stattfinden.

Sicher freut ihr euch schon auf die folgenden "technischen Daten" dieser Reise:

Steckbrief Rømø

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 5 Tage
Strecke: 524 Kilometer
Diesel: 53 Liter zu 60,23€ (im Schnitt 1,14€ pro Liter)
Verbrauch: 10,1 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 4 zu 52,00€ (im Schnitt 13,00€ pro Übernachtung)
Kosten: 124€ (für Diesel, Übernachtungen und die Sylt-Fähre)

Mittwoch, 8. März 2017

Die graue Stadt am Meer

Heute habe ich Rømø in Richtung Heimat wieder verlassen; die Wetteraussichten für die nächsten Tage waren genauso "mies" wie bisher, insofern musste ich meine erste Kurzreise in diesem Jahr ja auch nicht unbedingt noch bis zum Freitag oder Samstag ausdehnen. Stattdessen wollte ich auf der Rückreise noch einen kurzen Zwischenstopp mit Übernachtung in Husum einlegen. Mal schauen, wie weit die Krokusse im Schlosspark schon sind... ;-)

Die Route von etwa 110 Kilometern verlief ab dem dänischen Festland in Richtung Süden, dieses Mal über Tønder, und später, in Schleswig-Holstein, überwiegend auf der B5 bis Husum. Auf dem Damm von Rømø zum Festland hielt ich kurz an, um ein paar Fotos zu machen.


Gegen Mittag erreichte ich Husum. Leider hatte es angefangen, zu regnen und dieser sehr intensive Nieselregen hielt leider den gesamten restlichen Tag an. Ich suchte zuerst den Wohnmobilstellplatz auf, der in meiner Promobil-App aufgeführt war: Loofs Wohnmobilhafen, nichts besonderes, eher ein Hinterhofparkplatz und mit 12,- EUR pro Nacht meiner Ansicht nach deshalb auch etwas zu teuer. Die Nähe zum Stadtzentrum muss man allerdings positiv bewerten! Die Anmeldung sollte im Fischhaus Loof erfolgen, ca. 100 Meter vom Stellplatz entfernt.


Dorthin ging ich demzufolge auch als erstes, und weil ich schon 'mal da war, mein Magen knurrte und es so herrlich nach Mittagessen roch, nahm ich die Gelegenheit gleich wahr, um dort zu essen. Praktischerweise beinhaltete die Stellplatzgebühr einen Verzehrbon über 2 Euro, sodass sich die 12 Euro schon wieder etwas relativierten. Das Labskaus war übrigens genauso lecker, wie es auf dem Foto aussieht (jaja, ich weiß, viele Leute können mit Labskaus, einem typisch nordischen Kartoffelgericht mit gepökeltem Rindfleisch und Roter Bete, nicht viel anfangen, was aber oft ganz einfach daran liegt, dass sie nicht wissen, was das eigentlich ist...;-).


Nach dem Essen und einem kurzen Mittagsschläfchen machte ich mich dann auf, die Innenstadt zu erkunden; ausnahmsweise nahm ich tatsächlich 'mal einen Regenschirm mit, den ich auch immer wieder benutzen musste. Husum präsentierte sich passenderweise genauso, wie es schon 1852 Theodor Storm in seinem Gedicht "Die Stadt" beschrieben hatte, nämlich als "graue Stadt am Meer"! Trotzdem beeindruckten mich der große, zentrale Marktplatz, die Kirche sowie die vielen Geschäfte dort.





Schließlich wanderte ich noch zum Schloss und zum Schlosspark. Die berühmte Krokusblüte, zu der sogar jährlich viele Touristen anreisen, stand wohl kurz bevor, aber heute waren davon leider nur "zarte" Ansätze zu sehen.



Gegen 17:00 Uhr war ich wieder zurück am Wohnmobil und verbrachte den Rest des Tages dort. Eigentlich hatte ich mit einer schönen und ausgiebigen Fahrradtour rund um Husum geliebäugelt, vor allem an der Nordsee entlang, aber daraus wurde wegen des "penetranten" Regens leider nichts! Ok, dann eben das nächste Mal...

Dienstag, 7. März 2017

Stippvisite auf Sylt

Heute wollte ich also mit der Fähre von Rømø nach Sylt übersetzen, genauer gesagt, nach List, um mich dort im Hafengebiet etwas umzusehen. Mit der nächsten oder übernächsten Fähre würde ich dann wieder zurückfahren.

Mit dem Wohnmobil 'rüber zu fahren, machte keinen Sinn und wäre auch unverhältnismäßig teuer gewesen. Stellte sich nur noch die Frage, ob ich das Fahrrad mitnehmen sollte oder nicht. Da ich aber nicht vorhatte, List zu verlassen, entschied ich mich letztlich für ein einfaches Personenticket; hier bekam ich sogar ein Seniorenticket für schlanke 8,80 EUR (Hin- und Rückfahrt). 

Weil ich den Wohnmobilstellplatz gestern nur für eine Nacht gebucht hatte, wollte ich am Morgen zuerst 'mal für eine weitere Nacht verlängern; leider war aber das Büro um diese Zeit noch verschlossen. Aus diesem Grund fuhr ich einfach mit dem WoMo nach Havneby und parkte dort (kostenlos) direkt am Ableger der Fähre. Es war klar, dass ich keine Angst haben musste, am Nachmittag einen voll besetzten Stellplatz vorzufinden... ;-)

Kurz nach 10:00 Uhr lief die SyltExpress pünktlich in Havneby ein. Ich war überrascht, ein so großes Schiff (88 m Länge, 16 m Breite) zu sehen, das hätte ich nicht gedacht! Ich war, wie schon erwähnt, zwar schon einmal vor ein paar Jahren hier, und damals hatte ich diese Doppelendfähre auch gesehen, aber eben nur aus weiter Ferne, im Vorbeifahren, und da kann man die Größe natürlich schlechter einschätzen.


Der untere Bereich bestand eigentlich nur aus dem riesigen Parkdeck, hier haben bis zu 80 PKW Platz. In den Decks darüber befanden sich alle weiteren Einrichtungen des Schiffs wie z.B. das Bordrestaurant, zwei Shops, die Brücke und die Panoramabar. Knapp 600 Passagiere können sich hier aufhalten (ok, auf der Brücke wohl eher nicht... ;-).



Die Überfahrt sollte ungefähr 40 Minuten dauern. Nachdem ich das gesamte Schiff erst 'mal etwas genauer unter die Lupe genommen hatte (mach' ich immer, könnte ja irgendwo ein Leck haben ;-), machte ich es mir im Restaurant gemütlich und trank dort meinen zweiten Kaffee. Die Sicht durch die großen Panoramascheiben war zwar ungetrübt, aber schöner ist's natürlich im Sommer oder zumindest bei besserem Wetter.


Die Zeit verging wie im Flug; bevor man überlegen konnte, wie man sich die restliche Zeit vertreiben sollte, erreichte das Schiff auch schon den Anleger in List, auch wieder überpünktlich!


Auf List angekommen, sah ich mir zuerst die Alte Tonnenhalle an; sie bildet den Mittelpunkt des Lister Hafens. Früher wurden darin hauptsächlich Seezeichen (=Tonnen) und auch Boote gelagert, heute beherbergt das maritim wirkende Gebäude einige interessante Shops, in denen man eben auch bei "Schietwetter" in Ruhe stöbern kann.



Besonders gut gefiel mir das Angebot im Gosch-Fischmarkt mit angeschlossenem Shop; hier gab's wirklich schöne Sachen zum Mitnehmen, als Souvenir, Weine, Tee, Porzellan und viele ausgefallene Geschenkideen. Sobald man aber ganz verstohlen einen Blick auf die Preisschilder geworfen hatte, verflog das Gefühl, hier unbedingt zuschlagen zu müssen, merkwürdigerweise sofort wieder... ;-)

Danach sah ich mich draußen ein wenig um; hier gab's allerlei Läden und Restaurants, die allesamt sehr einladend wirkten. Im Sommer ist hier mit Sicherheit "die Hölle los", aber auch jetzt, Anfang März, mitten in der Woche und bei miesem Wetter, waren hier doch so einige Touristen unterwegs! Sylt eben...




Irgendwann machte sich dann natürlich auch mein Magen bemerkbar, und ich steuerte zielsicher das Gosch-Fischrestaurant an.


Eigentlich mag ich die Gosch-Läden gar nicht so besonders, hab' auch schon mehrfach schlechte Erfahrungen mit sehr unfreundlichem Personal gemacht, z.B. in Sankt Peter-Ording, aber trotzdem zieht's einen doch immer wieder dort hin. Das Essen ist jedenfalls wirklich super, da gibt's nix zu meckern! Die Einrichtung hier ist aber auch wirklich sehenswert und gemütlich, hier kann man mit Sicherheit gut feiern!


Ich bestellte mir ein einfaches Gericht (Goldbarsch mit Kartoffelsalat); der Preis von 8,50 EUR ging dafür in Ordnung. Geschmeckt hat's auf jeden Fall sehr gut, dazu gab's noch eine winzige, kaum sichtbare Hopfenkaltschale... ;-)



Nach dem Essen vertreib ich mir die restliche Zeit wieder draußen im Hafengebiet, dann wurde es auch schon wieder Zeit, zum Fähranleger zu gehen. Die Rückfahrt nach Rømø und Havneby verlief auch recht kurzweilig; gegen 14:30 Uhr verließ ich das Schiff.

Weil es noch relativ früh war, fuhr ich nicht direkt zum Stellplatz zurück, sondern wieder zum Strand der Insel, in diesem Fall über die Zufahrt beim kleinen Touristenörtchen Lakolk. Überhaupt besteht Rømø fast zur Hälfte aus Strand; er ist etwa 15 km lang, bis zu 4 km breit und soll damit der breiteste Europas sein. Ich parkte das Wohnmobil gleich kurz hinter der Zufahrt und spazierte dann etwa einen Kilometer nach Nordwesten. Dort konnte ich wieder meine Drohne einsetzen, um ein Video von dem riesigen Gelände aufzunehmen; zu diesem Zeitpunkt war es fast vollständig windstill!

Danach kehrte ich zum Wohnmobilstellplatz zurück, buchte einen Platz für eine weitere Nacht und verbrachte den Rest des Tages mit dem, was der Italiener mit dolce farniente bezeichnet... ;-) Morgen geht's schon wieder zurück nach Deutschland...

Montag, 6. März 2017

Drohneneinsatz

Wie üblich, wenn ich unterwegs bin, weckte mich der Wecker um 7:00 Uhr, kurz danach stand ich auf und machte mir ein schönes Frühstück. Das Wetter war so "lala", ziemlich kalt, aber wenigstens kein Regen!

In der Nacht bin ich einige Male aufgewacht. Die "dicken Pötte", die einem hier (gefühlt) direkt durch's Wohnzimmer tuckern, waren mit ihren niederfrequenten Dieselmotoren wohl doch etwas zu ungewöhnlich, um sie im Schlaf ignorieren zu können. Trotzdem bin ich immer wieder eingeschlafen und fühlte mich heute morgen topfit.

Kurz vor 8:00 Uhr fuhr ich bereits vom Platz, nicht, dass nun doch noch jemand kam, um mir wegen des fehlenden Parkscheins irgendwelchen Ärger zu machen (siehe Bericht von gestern); die Gebühr von 10,- EUR hab' ich ja bezahlt, also plagte mich deshalb auch kein schlechtes Gewissen.

Die Fahrt nach Rømø verlief mehr oder weniger ereignislos. An der Grenze wurde ich allerdings doch tatsächlich von einem dänischen Beamten herausgewunken! Waren etwa wieder irgendwelche Terroristen mit Wohnmobilen unterwegs? 

Nein, wohl nicht, nach kurzer Prüfung meines Personalausweises ging's auch schon flott weiter. Nachdem ich von der Autobahn E45 Richtung Westen abgebogen war, fuhr ich gemütlich die restliche, etwas abwechslungsreichere Strecke bis nach Rømø. Noch schnell über den Damm, auf der Insel gleich links abbiegen und bis kurz vor dem kleinen Hafen Havneby (sprich: "Hanebü"; das "v" wird nicht mitgesprochen) fahren, schon hatte ich meinen vorher ausgesuchten Stellplatz erreicht!

Von diesem relativ neuen Wohnmobilstellplatz, der auch schon mehrfach ausgezeichnet wurde, hatte ich schön häufiger gelesen und gehört, nun wollte ich mir selbst ein Bild machen! Er heißt Autocamperplads Oasen Rømø, hat über 100 Stellplätze und kostet 15 Euro pro Nacht. Ok, nicht gerade ein Schnäppchen, dafür fehlt's dort aber auch wirklich an gar nichts, und die Lage knapp 1000 Meter vom Strand und ein paar Kilometer von der Fähre nach Sylt entfernt rechtfertigt den Preis wohl auch, denk' ich. 

Eigentlich sind es sogar zwei Plätze: Der erste mit 28 Stellplätzen hat bereits 2014 eröffnet, der zweite, gleich nebenan, bietet 75 weitere Plätze und ist erst seit 2016 in Betrieb. Beide Areale sind ähnlich: Um einen großen Teich herum sind kreisförmig sehr große Stellflächen angelegt, mit großzügigem Abstand zueinander und mit schönen Rasenflächen dazwischen.

Als ich ankam, standen außer mir gerade 'mal drei andere Wohnmobile dort. Nachdem ich mich ein wenig eingerichtet hatte, machte ich gleich 'mal ein paar Fotos vom Platz.



Zum ersten Mal kam jetzt endlich auch mein neues "Spielzeug" zum Einsatz, das ich mir im Januar zugelegt, aber bisher kaum benutzt hatte: eine Foto- und Video-Drohne (für technisch Interessierte: DJI Mavic Pro, die macht 12-Megapixel-Fotos und 4K-Videos). Da nicht zu windig war und sich auch keine Menschen, die sich vielleicht gestört fühlen könnten, in der Nähe aufhielten, war das kein Problem. Das folgende Foto zeigt die oben beschriebene Anordnung des Platzes viel besser, als ich es mit Worten beschreiben kann:


So, und diese Gelegenheit hab' ich natürlich nun auch genutzt, um zum allerersten Mal ein Foto meiner "Hannelore" von oben zu machen!


Das hatte sofort auch praktischen Nutzen! Mir fiel der dunkle Fleck an einer der Ecken des großen Dachfensters auf; ein paar Blätter hatten sich dort zwischen dem Rand festgesetzt, die ich natürlich später gleich entfernt habe. Und die dreiste Hinterlassenschaft eines sehr rücksichtslosen und vermutlich auch recht großen Vogels auf einem der beiden Solarpanels ließ sich natürlich auch kaum übersehen... ;-)

Nach dem Mittagessen startete ich meine erste Erkundungstour mit dem Fahrrad. Ich muss gestehen, dass mich das doch ein wenig Überwindung kostete! Es war wirklich ziemlich kalt (so ca. 4-5 Grad), dazu ist es mittlerweile recht windig geworden und von der Sonne war natürlich auch nichts zu sehen!

Egal, wer rastet, der rostet! Also dick angezogen (Unterhemd, Pullover, lange Unterhose, dicke Socken, Jeans, Winterjacke, Wollmütze und Handschuhe!) und los geht's!

Ich bin zuerst in den kleinen Ort Havneby, nur wenige Kilometer vom Stellplatz entfernt, gefahren und hab' mir dort alles angesehen. Es waren überhaupt keine Menschen unterwegs, der gesamte Ort schien wie ausgestorben zu sein! Die meisten Geschäfte hatten geschlossen, nur ein kleiner Supermarkt, in dem ich (vergeblich) nach einem Souvenir-Magneten suchte, war geöffnet. Auch am Hafen selbst: absolut "tote Hose"! Ok, während der Saison sieht's hier natürlich ganz anders aus!

Danach ging es zum Sønderstrand, dem südlicheren der beiden riesigen Strände auf Rømø. Beide sind mit dem Auto befahrbar und daher auch so beliebt bei den Urlaubern. Aber auch hier waren um diese Jahreszeit natürlich nur einige wenige Menschen unterwegs; es herrschte gerade Ebbe, deshalb ließ sich auch das Meer nicht blicken...



Um mich wieder ein wenig aufzuwärmen, fuhr ich nun zunächst wieder zurück zum Wohnmobil; dort gab's erst 'mal einen heißen Cappuccino und dazu ein Stückchen leckeren Kuchen, den mir meine Schwägerin am Samstag noch eingepackt hatte... ;-)

Am späten Nachmittag fuhr ich noch 'mal los, dieses Mal Richtung Norden, zunächst bis zur alten Feuerwache.


Gleich daneben steht die hübsche Sankt-Clemens-Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist umgeben von einem Friedhof mit Grabsteinen reicher Walfangkapitäne, so genannter Kommandeursteine.


Schließlich bog ich von der Hauptstraße nach Westen ab, Richtung Strand. Es ging durch Wald und große Dünengebiete; an einer Stelle führt eine Holztreppe auf die höchste der Dünen. Von dort aus hat man einen sehr schönen Ausblick auf das Gelände drumherum und sogar, sehr weit entfernt und nur als dünner Streifen sichtbar, auf das Meer!



Auf dem Weg zurück Richtung WoMo-Stellplatz wurde der Weg an der Westküste der Insel immer abenteuerlicher, vor allem matschiger, und ich befürchtete schon, dass ich doch noch umkehren und den gesamten bisherigen Weg zurückfahren müsste, aber irgendwann wurde er schließlich doch wieder besser befahrbar und ich war, fast schon im Dunkeln, wieder zurück am Wohnmobil!

Auch wenn das Wetter heute alles andere als einladend war und die gesamte Insel sich irgendwie in einer ziemlich düsteren Stimmung präsentierte, hat mir dieser erste Tag hier und vor allem der erste Wohnmobiltag in diesem Jahr richtig gefallen! Es fühlte sich einfach gut an, wieder im Wohnmobil "wohnen" zu können und ich freute mich schon jetzt auf die kommende Saison, mit hoffentlich deutlich wärmeren Tagen!

Morgen soll das Wetter auch nicht viel anders werden als heute, deshalb hab' ich mir vorgenommen, mit der Fähre 'mal nach Sylt hinüber zu fahren und mir den Ort List etwas näher anzuschauen...

Sonntag, 5. März 2017

Auf nach Rømø...

Halleluja!!! Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich endlich wieder "auf Achse"...

Mein Wohnmobil hatte ich ja vier Monate lang in einer Scheune bei einem Bauern in der Umgebung "eingemottet" und zum frühstmöglichen Zeitpunkt, nämlich am 1. März, wieder abgeholt. Weil ich ein Saisonkennzeichen angemeldet habe, darf ich leider nur von März bis Oktober fahren, in den vier verbleibenden Monaten muss das Wohnmobil runter von der Straße...

Die Vorbereitungen für die erste Tour waren eigentlich recht schnell erledigt; der Dieseltank war voll (das macht man, damit sich im Tank während des Winters kein Kondenswasser bilden kann), die beiden Gasflaschen ebenfalls. Zu meinem Erstaunen musste ich das Fahrzeug nicht 'mal zur Waschanlage fahren; der Staub, der sich über vier Monate außen abgelagert hatte, war nach der ersten kleinen Fahrt völlig verschwunden. Nach dem Verladen der gesamten Ausrüstung, die ich bei mir zuhause natürlich längst vorbereitet hatte, war schon fast alles erledigt! Ich fuhr das Fahrzeug auf einen in der Nähe gelegenen Parkplatz, den ich auch im letzten Jahr häufiger genutzt hatte, und räumte alles in Ruhe ein. Nun war aus dem Wohnmobil endlich wieder "Hannelore"geworden... ;-)


Ursprünglich hatte ich mir überlegt, ein paar Tage in den Teutoburger Wald zu fahren, eine Region, die auch schon sehr lange auf meiner Wunschliste steht! Die Wetteraussichten für diese Woche waren zwar eigentlich überall miserabel, aber gerade die für die Gegend von Rheine über Bielefeld bis Paderborn waren noch schlechter; besser war es deshalb, so jedenfalls die Vorhersage, nach Norden zu fahren.

Also fiel mir Rømø ein, ein Ziel, was nicht allzu weit entfernt ist, und was vielleicht für ein paar Tage genügend Abwechslung bieten könnte, selbst bei miesem Wetter am Ende eines Winters. Ich war schon einmal dort, vor ein paar Jahren, allerdings über Silvester, bei sehr viel Schnee. Nun war ich gespannt darauf, diese Insel 'mal ohne Schnee und auch per Fahrrad erkunden zu können.

Gesagt, getan! Meine Tour begann heute, am Sonntag, allerdings erst gegen Abend, sodass ich die gesamte Strecke natürlich nicht "in einem Rutsch" fahren konnte. Für die Übernachtung wählte ich den bei WoMo-Fahrern beliebten, weil direkt am Nordostseekanal gelegenen Wohnmobilstellplatz in Schacht-Audorf, den ich ja schon im letzten Jahr besucht und wo es mir sehr gut gefallen hatte.

Wie erwartet, war dieser Platz trotz der frühen Jahreszeit nicht etwa leer, sondern schon recht gut besucht. Ich fand aber ohne Probleme einen freien Platz mit super Blick auf den Kanal und machte es mir gemütlich. Draußen war es natürlich schon dunkel und vor allem "saukalt", sodass ich meine Aktivitäten außerhalb des Wohnmobils darauf beschränken wollte, mir ein Ticket am Automaten zu ziehen. Wie im vorigen Jahr sollte eine Übernachtung 10 Euro kosten.

Was mich sofort ärgerte, war, dass der Automat nicht vernünftig beleuchtet war; auch in der Nähe gab es keine nennenswerte Lichtquelle. Das winzige LED-Display sagte einem zwar, was zu tun war, aber was nützt das, wenn die verschiedenen Knöpfe weiter unten zwar zu ertasten, aber ihre Bedeutung nicht zu erkennen war?

Weil ich einfach zu faul war, zurück zum WoMo zu gehen und mir eine Taschenlampe zu holen (genau für solche Gelegenheiten hatte ich ja mehrere davon an Bord!), und weil ich dachte, das würde schon irgendwie auch ohne funktionieren, steckte ich also einen 10-Euro-Schein in den entsprechenden Schlitz, was ich sogleich bereuen sollte!

Im Display stand sinngemäß so 'was wie "GRÜN drücken, um das Ticket auszudrucken, GELB für Hilfe und ROT für Abbruch". Hmm... wusstet ihr, dass man bei fast vollständiger Dunkelheit keine Farben mehr voneinander unterscheiden kann? Die drei Taster fühlte ich wohl, nicht aber ihre Farbe! Welchen hättet ihr gedrückt? Genau! Den ersten von links natürlich! Erstens entsprach dies der Reihenfolge des Texts im Display, und zweitens war das für mich irgendwie logisch, dass die Taste, die man im Normalfall drücken würde, auch die erste ist.

Also drückte ich die linke Taste, um gleich darauf im Display zu lesen, dass ich die rote Abbruch-Taste erwischt hatte! So'n Mist aber auch! Ok, also würde ich gleich die zweite Taste benutzen, wenn... ja, wenn die verflixte Kiste mir meinen 10-Euro-Schein endlich wieder 'rausrücken würde! Tat sie aber nicht! Stattdessen wurde eifrig ein so genannter Rückgabe-Gutschein ausgedruckt, den ich im Büro gegen Bargeld wieder eintauschen sollte, der aber, so stand es dort geschrieben, auf keinen Fall als Ticket verwendet werden dürfte!

What???

Zum einen würde das Büro schon längst geschlossen haben, zum anderen war allerdings viel schlimmer, dass überhaupt keins vorhanden war! Und einen zweiten 10-Euro-Schein hatte ich nicht mehr, auch kein Kleingeld. Und 50-Euro-Scheine nahm der Automat schon 'mal gar nicht, abgesehen davon, dass ich nur mäßige Lust verspürte, weitere 10 Euro zu investieren...

Eigentlich bin ich ein Mensch, der alle Vorschriften, so gut es irgend geht, genau einhält, aber das war mir in diesem Fall nun ausnahmsweise 'mal wirklich piepegal! Ich machte also genau das, was laut Gutschein nicht erlaubt war: Ich lief kurzerhand zurück zum Wohnmobil und klemmte den Zettel trotzig hinter die Windschutzscheibe! Jawoll! Sollte doch ruhig jemand kommen und sich beschweren wollen, dem würde ich aber... ;-)

Nun konnte ich endlich in Ruhe zu Abend essen und mir die vorbei fahrenden Schiffe anschauen! Auch jetzt herrschte hier, wie rund um die Uhr und das ganze Jahr über, ein ziemlich reger Betrieb!

Jetzt bin ich ziemlich müde, und ich werde gleich das erste Mal nach über fünf Monaten wieder im Wohnmobil schlafen! Bin sehr gespannt, wieviele Nächte es in diesem Jahr wohl werden...?

P.S. Jetzt, wo ich mit meinem Bericht gerade fertig bin, fällt mir siedend heiß ein, dass ich vorhin, als ich am Automaten stand, ja mein iPhone am Gürtel dabei hatte; dessen Taschenlampenfunktion könnte durchaus einer Supernova Paroli bieten! Och menno, das Leben ist wirklich eins der schwersten... ;-)