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Freitag, 18. März 2016

Fazit Amsterdam

Mein Fazit? Eine perfekte Kurzreise in eine faszinierende Stadt, besser geht's wirklich nicht!

Meine Rückreise vom holländischen Städtchen Workum über Leer, Oldenburg, Bremen und Hamburg bis nach Hause, insgesamt etwas mehr als 400 km, verlief ohne irgendwelche Probleme; gegen kurz nach Mittag bin ich wohlbehalten in Pinneberg angekommen.

Dies war jetzt meine zweite Reise mit dem "nigelnagelneuen" Wohnmobil, das ich ja erst Anfang letzter Woche beim Händler abgeholt hatte, und ich bin wirklich super zufrieden! Amsterdam ist eine echt lohnenswerte und interessante, lebendige Stadt, und eigentlich müsste man wohl eine oder besser zwei Wochen dort verbringen, um wirklich die meisten Sehenswürdigkeiten kennenlernen zu können. Ich hab' mir fest vorgenommen, dass ich das in Zukunft auch so machen werde.

Ich habe jeden einzelnen Tag sehr genossen; das "Leben" im Wohnmobil macht mir viel Spaß und ich bin froh, dass es überall in Europa anscheinend genügend Stellplätze gibt, die teilweise auch noch sehr günstig liegen, so wie in diesem Fall in Amsterdam!

Nun freue ich mich natürlich erst recht auf meine erste größere Reise Mitte April, dann geht's endlich in die (hoffentlich etwas wärmere) Toskana...

Zum Schluss noch ein paar Zahlen sowie meine Reiseroute...

Steckbrief Amsterdam

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 6 Tage
Strecke: 1092 Kilometer
Diesel: 111,74 Liter zu 118,30€ (im Schnitt 1,06€ pro Liter)
Verbrauch: 10,23 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 5 zu 59,50€ (im Schnitt 11,90€ pro Übernachtung)
Kosten: 229,30€ (für Diesel, Übernachtungen und Tickets aller Art)

Donnerstag, 17. März 2016

Die Windmühlen von Zaanse Schans

Und was gehört außerdem noch unbedingt zu einem Besuch in Amsterdam? Genau, richtig geraten: Eine Fahrt mit einem Ausflugsboot durch die berühmten Amsterdamer Grachten!

Genau das hab' ich mir heute Morgen noch 'mal eben gegönnt, bevor ich gegen Mittag die Stadt verlassen musste! Ich bin also nach einem ausgiebigen Frühstück wieder 'mal vom Stellplatz zum Fähranleger neben der Werft gelaufen und kurz darauf mit der Fähre zum Hauptbahnhof gefahren. Auf dem Vorplatz legen viele Schiffe an und ab, und obwohl man hier die Qual der Wahl hat, wurde ich schnell fündig und buchte für stolze 16 Euro eine 90 Minuten lange Grachtenrundfahrt.


Auch heute hatte ich super Wetter, und ich genoss diesen Ausflug in vollen Zügen! So super bequem, im geheizten Schiff, von der gepolsterten Bank aus durchs offene Fenster oder durch blankgeputzte Scheiben Fotos machen zu können, hat ja auch 'was... ;-)




Nun, diese Fahrt hat mich ehrlicherweise trotzdem nicht so richtig "vom Hocker gerissen", aber das war eigentlich ja auch nicht zu erwarten! Ich habe ja schon vorgestern 18 km zu Fuß und gestern 30 km mit dem Fahrrad zurückgelegt, und dabei die so typischen Häuserfassaden links und rechts der Kanäle ausgiebig genießen können. Insofern war das, was ich heute morgen zu sehen bekam, natürlich nichts völlig Neues mehr. Dennoch gefiel es mir, denn ein paar Aus- und Einblicke bekommt man eben doch nur vom Wasser aus zu sehen.


Außerdem gehört, wie ja schon gesagt, so eine Tour meiner Ansicht nach nun 'mal unbedingt dazu! Und die wissenswerten und oft auch sehr interessanten Erläuterungen, die man während der Fahrt per Kopfhörer zugeflüstert bekommt, sind z.B. auf dem Fahrrad ja wohl auch eher die Ausnahme ;-)

Jetzt konnte ich Amsterdam mit einem sehr guten Gefühl verlassen! Ich hatte wirklich jede Menge gesehen und erlebt, war mit dem Wetter ganz zufrieden und freute mich darüber, für meine erste ins Ausland führende Kurzreise mit dem Wohnmobil doch so viel Zeit für eine Stadt gehabt zu haben! Das sind wirklich "rosige" Aussichten, finde ich, denn es gibt schließlich noch Tausende von Städten, die ich allesamt unbedingt noch entdecken muss... ;-)

Für meine Rückfahrt nach Deutschland hatte ich nun ungefähr anderthalb Tage Zeit. Deshalb wollte ich nicht die schnelle, aber dafür langweiligere Variante über die Autobahn wählen, sondern noch etwas mehr von Holland sehen und über's Land fahren. Ich entschied mich für die nördlichere Route, die über den so genannten Abschlussdeich führt, der die Zuidersee von der Nordsee trennt. Dort wollte ich schon immer 'mal hin; jetzt hatte ich endlich die Zeit dazu...

Vorher hatte ich aber noch ein ganz anderes Ziel, und zwar ganz in der Nähe von Amsterdam. In einem Reisebericht hatte ich vor ein paar Wochen 'mal etwas über ein Dorf gelesen, in dem es vor allem alte, aber noch voll funktionstüchtige Windmühlen zu bestaunen gibt! Also nichts wie hin!

Das kleine Dorf, das eigentlich ein einziges Freilichtmuseum ist, heisst Zaanse Schans und ist ein Teil der Gemeinde Zaanstad, an der Zaan gelegen. Jährlich finden fast 2 Millionen Besucher den Weg hierher.

Von meinem Stellplatz aus hatte ich nur etwas 15 km zu fahren; ich gelangte zuerst auf einen großen Parkplatz, von dem aus man noch ein Stückchen zum eigentlichen Museumsdorf wandern musste. Der Eintritt zum Freigelände ist kostenlos, allerdings muss man zahlen, wenn man einzelne Mühlen besichtigen möchte; die Parkplatzgebühren sind mit 18 Euro(!) ebenfalls mehr als happig!


Direkt am Parkplatz befinden sich allerdings u.a. auch ein Museum, ein Souvenirladen und ein Café. Bereits von dort aus hatte man, weil das Dorf etwas tiefer liegt, schon 'mal superschöne Ausblicke auf die insgesamt acht Windmühlen, malerisch am Fluss gelegen...




Auf meinem Spaziergang zu den und entlang der Mühlen hatte ich dann endlich meine typischen holländischen Fotomotive! Was passt wohl besser zu Holland als seine hübschen Windmühlen...? ;-)




Zum Abschluss besuchte ich noch eine Käserei, wo man bei der Herstellung von Käse zusehen konnte; natürlich gehörte auch ein entsprechender Laden dazu, in dem unzählige Molkereiprodukte angeboten wurden.


Und ganz plötzlich, aus heiterem Himmel, traf ich sie endlich, die Traumfrau aus meinen Teenager-Tagen: Frau Antje aus Holland!


Naja, ich muss zugeben, dass ich sie mir doch eigentlich ein wenig jünger und vor allem deutlich hübscher vorgestellt hatte! Und auch der etwas mürrisch wirkende Blick ist nicht etwa ein Zufallsprodukt beim Drücken des Auslösers! Aber dann leuchtete mir doch sehr schnell ein, dass selbst eine Frau Antje ja wohl nicht vom normalen Alterungsprozess völlig ausgeschlossen sein konnte; ich sehe heute wahrscheinlich auch nicht mehr aus wie 13! Nun, man kann eben nicht alles haben... ;-)))

Nach dem Besuch des Freilichtmuseums ging es nun tatsächlich in Richtung Heimat, wenn auch mit einem großen "Schlenker". Gegen 16:30 Uhr erreichte ich den 32 km langen und etwa 90 m breiten Abschlussdeich, der zwar recht interessant, aber nicht unbedingt spektakulär war, weil man während der Fahrt wegen des zur Straße parallel laufenden Deichs leider nicht auf's Meer sehen kann. Irgendwann muss ich dort unbedingt noch 'mal mit dem Fahrrad 'rüber fahren...

Eine Stunde später hatte ich keine große Lust mehr, noch viel weiter zu fahren, und ich suchte mir deshalb einen Stellplatz für die Nacht. In Workum (nein, kein Rechtschreibfehler!), einer kleinen Stadt im Südwesten der Provinz Friesland, nur ca. 2 km vom Ijsselmeer entfernt, fand ich direkt am Jachthafen einen schönen Stellplatz. Für 10 Euro hatte ich die gesamte Anlage für mich allein; weder andere Wohnmobile waren vorhanden, noch sah man eine einzige Menschenseele in oder an den vielen Sportbooten. Während ich in Ruhe mein Abendessen verdrückte, schaute sich mein Kumpel Bart mit zwar knurrendem Magen, aber auch mit einem breiten Grinsen im Gesicht, den wunderschönen Sonnenuntergang an... ;-)


Morgen geht's dann endgültig und "in einem Rutsch" nachhause!

Mittwoch, 16. März 2016

Biking Amsterdam

Heute habe ich Amsterdam mit meinem Fahrrad erkundet und bin dabei kreuz und quer durch die Stadt gefahren! Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, nicht zuletzt, weil Petrus ein Einsehen hatte und mir heute wieder herrliches Wetter spendierte!

Ich hatte mich ja schon vor zwei Tagen ausgiebig über die Amsterdamer Fahrradfahrer ausgelassen. Jetzt, nach meiner heutigen 30-km-Tour, bin ich endlich auch "einer von ihnen"; jetzt sorge ich auch dafür, dass die lästigen Fußgänger schleunigst Reißaus nehmen und sich nicht mehr trauen, so einfach und ohne aufzupassen auf dem Fahrradweg herumzulatschen, wenn sie mich kommen sehen... ;-)

Spaß beiseite, was ich wirklich meine, ist, dass man sich tatsächlich sehr schnell an die vielen Fahrradwege, die speziellen Ampeln und vor allem an die hohen Geschwindigkeiten, die hier völlig normal zu sein scheinen, gewöhnen kann! Und man kommt meistens sogar noch schneller voran, als mit dem PKW! Auf diese Weise eine neue Stadt kennenlernen zu können, ist fun pur und man hat natürlich auch eine ganz andere Reichweite, als wenn man per pedes unterwegs ist!

Aus diesem Grund hatte ich mir vorgenommen, auf jeden Fall den Vondelpark, den bekanntesten und zweitgrößten Park der Stadt, zu besuchen, der immerhin ca. 4 km vom Hauptbahnhof entfernt ist. Jedes Jahr kommen mehr als 10 Millionen Besucher hierher. Um dieses Jahreszeit sah es natürlich überall noch ziemlich kahl aus, aber schön war es doch, dort umherzufahren; ich sah jede Menge Spaziergänger, die hier die Sonne genießen wollten.


Am Parkrand sieht man immer wieder prachtvolle Gebäude, wie hier z.B. den 1881 fertiggestellten Vondelparkpavillon, der im Kellergeschoss das Café Vondelpark/3 beherbergt. Früher fanden dort u.a. Kunstausstellungen und Festivals statt, zurzeit ist er meines Wissens aber ungenutzt.


Eigentlich gehört zu einem Amsterdam-Aufenthalt ja unbedingt auch der Besuch des Anne-Frank-Museums an der Prinsengracht; angesichts der Länge der Warteschlange außerhalb des Gebäudes, die sich sogar fast um den ganzen Straßenblock herum verteilte, hab' ich allerdings schnell meine Absicht geändert und meine Tour fortgesetzt. Direkt daneben gab's aber schon wieder ein tolles Fotomotiv, für das man eben nicht anstehen musste, die prächtige und unter Denkmalschutz stehende Westerkerk, die Westkirche. Sie wurde zwischen 1620 und 1631 im Renaissance-Stil erbaut.


Ihr Turm, Westturm genannt, ist eigentlich noch berühmter als die Kirche selbst. Er ist 85 m hoch und damit der höchste Amsterdams; ganz oben auf seiner Spitze thront eine überdimensionale Nachbildung der Kaiserkrone Maximilians I..


Im weiteren Verlauf meiner Tour streifte ich auch wieder das Reichsmuseum, das ich ja schon gestern besucht hatte. Heute wollte ich mir auf jeden Fall nicht die Gelegenheit entgehen lassen, noch ein paar weitere Fotos vom "I amsterdam"-Schriftzug zu machen, dieses Mal aber eben bei schönstem Sonnenschein!




Um die Mittagszeit suchte ich The Fat Dog auf, einen sehr bekannten und angesagten Hot-Dog-Laden, den ich eigentlich schon gestern ausprobieren wollte, aber nicht konnte, weil Dienstags leider Ruhetag ist!


Ich hab' dort einen Speedy Gonzales gegessen, mit Mais, Guacamole, Jalapeños, Koriander-Mayo, Chimichuri und ein paar weiteren böhmischen Dörfern; der war echt genauso oberlecker wie er aussah... ;-)


Gegen Nachmittag hab' ich dann auf einem Straßenmarkt noch eine weitere köstliche Spezialität entdeckt und natürlich auch probiert; die hat mir so gut geschmeckt, dass ich gleich auch ein paar Exemplare davon in einer Tüte als Mitbringsel erstanden habe: Stroopwafels. Das sind holländische Sirup-Waffeln, die aus zwei runden, aufeinander liegenden Teigwaffeln bestehen und in deren Mitte sich eine Füllung aus Karamell befindet! Eine Hälfte dieser Kalorienbombe wird dann zu allem Überfluss auch noch in heiße Schokolade getaucht! Alter, war das gut... ;-)



Gegen Ende meiner Tour fuhr ich vom Südosten der Innenstadt so langsam wieder in Richtung Hauptbahnhof, ein ganzes Stückchen auch an der Amstel entlang; auch dort gab's sehr viele schöne Fotomotive, die ich mir nicht entgehen lassen konnte.



Am Hafen in Bahnhofsnähe kann man den sehenswerten Nachbau eines holländischen Handelsschiffs aus dem späten 18. Jahrhundert bestaunen, die Amsterdam. Sie ist ein Teil des Amsterdamer Schifffahrtsmuseums und kann natürlich auch besichtigt werden.



Nachdem ich mich noch ein wenig in einer der Hauptgeschäftsstraßen der Altstadt umgeschaut hatte, trat ich schließlich den Rückweg an.


Anders als heute morgen fuhr ich aber nicht mit der gleichen Fähre zurück, mit der ich gekommen war, sondern nahm eine andere, die mich bereits nach wenigen Minuten an einem Anleger direkt gegenüber vom Bahnhof absetzte; von dort aus fuhr ich in einem großen Bogen zurück nach Amsterdam-Noord bis zu meinem Stellplatz; dieser Teil meiner Radtour war ebenfalls äußerst interessant, weil so völlig anders als die Innenstadt, und mit Sicherheit eine eigene Unternehmung wert!

Morgen muss ich diese tolle Stadt leider schon wieder in Richtung Heimat verlassen; den Vormittag habe ich mir aber auf jeden Fall noch für eine weitere Unternehmung reserviert...

Dienstag, 15. März 2016

Im Reichsmuseum

Menno, heute morgen hab' ich doch tatsächlich so richtig verschlafen! Ich kann mich gar nicht erinnern, ob mein Wecker überhaupt geklingelt hat, jedenfalls bin ich erst gegen 9 Uhr aufgestanden und war dementsprechend erst kurz vor 11 Uhr in der Stadt!

Für heute wollte ich Amsterdam zu Fuß erkunden (die Radtour ist morgen dran) und mir vor allem das berühmte Reichsmuseum ansehen. Das passte auch ganz gut, denn das Wetter war heute ziemlich mies! Der Himmel war den ganzen Tag bedeckt, von Sonne keine Spur! Zeitweise hat's auch leicht geregnet, das war allerdings kein großes Problem, weil ich mich ja jederzeit irgendwo unterstellen oder in Shops herumstöbern konnte. Leider hab' ich wegen des schlechten Wetters auch kaum Fotos im Freien machen können (oder besser gesagt: wollen)...

Als erstes sah ich mir allerdings den Hauptbahnhof etwas genauer an, dieses Mal aber vor allem von innen. Der etwas vorstehende Haupteingang mit den zwei markanten Glockentürmen wurde als eine Art Stadttor entworfen; die Reisenden sollten nach ihrer Ankunft den Eindruck gewinnen, die Stadt durch ein großes Tor zu betreten. Innen beeindruckte mich die hohe Eingangshalle mit den wuchtigen Säulen und Bögen sowie die hübsch verzierte Decke.



Außerdem steht dort ein Klavier, genauer gesagt, ein richtig schöner schwarzer Flügel! Jeder, der Lust hat, darf dort Platz nehmen und seine Fertigkeiten zum Besten geben. Ein super Idee, finde ich...


Nachdem ich mir alles angesehen hatte, lief ich zum etwa 3 km entfernten Rijksmuseum.


Trotz des schlechten Wetters traf ich auf dem riesigen Museumplein (Museumsplatz) sehr viele Besucher an, vor allem Schulklassen, die sich ebenfalls das Museum anschauen wollten (oder besser gesagt: sollten). Vor dem Eingang wurde vor einigen Jahren eine über 2 Meter hohe, aus Buchstaben bestehende Konstruktion installiert, die den neuen Slogan Amsterdams repräsentiert: "I amsterdam". Das "I" und das "am" sind rot bemalt, alle anderen Buchstaben weiß. Das 24 Meter breite Symbol ist inzwischen zu einem beliebten Fotomotiv geworden; ich habe noch niemals so viele selfie sticks an einem Ort versammelt gesehen! Natürlich werden auch jede Menge Gruppenfotos gemacht, aber die (vor allem jungen) Leute klettern natürlich auch auf den Buchstaben herum, um ganz besondere Fotos von sich machen zu lassen.


Im großzügigen und lichtdurchfluteten Eingangsbereich befinden sich neben den Ticketschaltern, Garderoben, Schließfächern und Toiletten auch ein großer Souvenir- und Buchladen im Untergeschoss und ein Restaurant im Erdgeschoss.


Das niederländische Nationalmuseum widmet sich den Künsten, dem Handwerk und der Geschichte und beherbergt eine große Sammlung der Malerei; insgesamt werden mehr als 8.000 Exponate zur Schau gestellt und jährlich kommen etwa 2,2 Millionen Besucher hierher.

Highlight der gesamten Sammlung ist wohl ohne Frage das berühmte Gemälde Die Nachtwache des holländischen Malers Rembrandt aus dem Jahr 1642. Der Raum, in dem dieses Bild präsentiert wird, ist dementsprechend von morgens bis abends immer gut gefüllt.



Es gibt schier unendlich viele Gemälde zu bestaunen, aber natürlich werden auch viele andere Arten von Exponaten ausgestellt, die es lohnt, anzuschauen. Ich habe heute mehrere Stunden im Museum verbracht, viel länger, als ich eigentlich eingeplant hatte...



Auch eine Bibliothek ist vorhanden. Die Rijksmuseum Research Library ist die größte öffentliche Forschungsbibliothek zum Thema Kunstgeschichte in den Niederlanden. 


Nachdem ich die Rundgänge in den verschiedenen Gebäuden wenigstens einigermaßen absolviert hatte, verließ ich das Museum und ging wieder zurück zum Hauptbahnhof, allerdings auf einer anderen Strecke. Ich wollte es später gar nicht glauben, aber heute bin ich tatsächlich fast 18 km zu Fuß durch die Stadt "gelatscht"! Diese Tatsache erklärt allerdings, warum meine Füße sich anfühlen, als ob ich zur Strafe für was auch immer 20 Stockhiebe auf die Fußsohlen bekommen hätte... ;-)

Bevor ich mit der Fähre wieder Richtung Wohnmobil zurück fuhr, probierte ich im Bahnhof, weil sich dort die Gelegenheit bot, schnell noch eine der holländischen Spezialitäten aus, die man dort aus einem Automaten ziehen konnte: Frikandel! Das ist eine Art Fastfood, sieht aus wie 'ne Wurst, der man die komplette Pelle geklaut hat. Schmeckte aber sehr lecker!



Montag, 14. März 2016

Welkom in Amsterdam!

Die Nacht war absolut ruhig und erholsam, ich fühlte mich heute morgen super ausgeschlafen und stand schon gegen 6:30 Uhr auf. Nach einem einfachen Frühstück ging es zunächst zurück auf die A1 und danach bis kurz vor Bremen.

Hier bog ich von der Autobahn ab und besorgte mir etwas später im Baumarkt Hornbach Weserpark eine neue Gasflasche. Die erste von beiden war zwar noch längst nicht leer, aber ich wollte einfach sicher gehen; es war ja immer noch ziemlich kalt um diese Jahreszeit und die WoMo-Heizung lief praktisch durchgehend. Mein erster Gasflaschenwechsel verlief ohne Probleme und nach kurzer Zeit konnte ich meine Reise fortsetzen.

Nun fuhr ich, von ein paar kurzen Pausen abgesehen, direkt nach Amsterdam durch. Ich hatte Glück und kam in keinen einzigen Stau hinein, lediglich kurz vor und in Amsterdam lief es zeitweilig ein bisschen zähflüssig. Das Wetter konnte kaum besser sein, ich hatte fast durchgehend Sonnenschein.

Direkt in Amsterdam gibt es einen großen Stellplatz, der wohl von den meisten WoMo-Fahrern genutzt wird: Amsterdam City Camp. Er liegt unmittelbar neben der NDSM-Werft am Nordufer des IJ, einem früheren Meeresarm, der die Amsterdamer Innenstadt von Amsterdam Nord trennt. Er kostet jetzt in der Nebensaison 15 Euro pro Nacht, zuzüglich 1,50 Euro Kurtaxe pro Person, und bietet Platz für ca. 100 Wohnmobile, kostenloses WLAN, Strom (gegen Aufpreis), Wasser und Entsorgung. Es gibt allerdings weder Toiletten noch Duschen, aber beides hab' ich ja selbst dabei! Das vermutlich schönste an diesem Platz ist aber wohl seine "strategisch" günstige Lage: Man läuft von dort aus nur ein paar Minuten bis zu einer Fähre, die in kurzen Abständen und kostenlos über das IJ übersetzt und direkt am Hauptbahnhof anlegt; von dort aus kann man die Stadt in alle Richtungen Fuß erkunden oder z.B. eine Bootstour unternehmen.

Mein Navi hatte mich problemlos zum Zielort "gelotst". Als ich gegen 14:00 Uhr ankam, setzte für einen kurzen Moment erst einmal etwas Ernüchterung ein: die Anlage kam mir vor wie ein Hochsicherheitstrakt! Das gesamte Areal war von einem hohen Maschendrahtzaun umgeben und sowohl das Einfahrtstor als auch die etwas kleinere Tür für Fußgänger hatten irgendetwas Bedrohliches an sich, wohl auch wegen der Videokameras, die überall angebracht waren. Es gibt kein Personal, man zahlt am Automaten in einem kleinen Häuschen vor dem Zaun und erhält eine Art Keycard, mit deren Hilfe man die Tore öffnen kann.

Dieses Gefühl ließ allerdings sehr schnell nach, denn man stellt natürlich sofort fest, dass dies alles auch wirklich Sinn macht! Schließlich möchte man, wenn man in der Stadt ist und das Wohnmobil für viele Stunden alleine lassen muss, ein gutes Gefühl haben und sich nicht ständig Sorgen um das Fahrzeug machen müssen. Außerdem entdeckte ich jetzt zu meiner Beschwichtigung sogar noch ein winziges Schildchen am Zaun: "Welkom in Amsterdam!"; Na also, ist doch alles ok... ;-)

Der Platz selbst ist einfach geschottert und ansonsten völlig schmucklos; durch Markierungen am Zaun erkennt man, wo die einzelnen Parzellen verlaufen. Der Blick auf die Umgebung ist ganz ok, durch den Zaun aber natürlich etwas eingeschränkt. Aber wie schon gesagt, ich bin ja nicht auf einem Campingplatz und will mich hier nur zum Schlafen aufhalten; mein Ziel ist ja die Stadt!

Nachdem ich eingecheckt hatte, machte ich mir schnell einen Kaffee, aß ein kleines Stückchen Kuchen dazu und machte mich danach für einen ersten Spaziergang in der Stadt fertig; das Wetter war weiterhin perfekt, und wer weiß, wie es morgen sein würde! Ich lief also zum Fähranleger und musste nur ein paar Minuten warten, bis eine Fähre kam. Die Überfahrt dauerte etwa 15 Minuten und war sehr spannend. Von dieser "Seite" hatte ich die Stadt damals natürlich nicht kennengelernt!

Auf der anderen Seite angekommen, schlenderte ich zuerst 'mal auf den Platz vor dem Hauptbahnhof, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen und alles auf mich wirken zu lassen. Allein dieses aus rotem Backstein bestehende Gebäude ist schon 'mal absolut imposant, schön anzuschauen und ein super Fotomotiv (wenn man's denn ganz auf's Bild bekommt...;-); es steht auf drei künstlich angelegten Inseln und wegen des sandigen, feuchten Untergrunds auf etwa 9.000 Holzpfählen.



Ein zweites Gebäude, direkt gegenüber, fiel mir auch sofort auf: die wuchtige Basilika St. Nikolaus, eine 1887 fertiggestellte, römisch-katholische Kirche im Neo-Barock- und Neo-Renaissance-Stil.



Und sonst noch? Na klar, Fahrräder! Jede Menge Fahrräder! Hunderte, Tausende, ach was sag' ich, Abertausende von Fahrrädern! Jedenfalls gefühlte Millionen! Oft alt wirkende "Klappergestelle" mit extrem weit nach hinten gezogenen Lenkern, sodass die Leute kerzengerade über dem Sattel sitzen. Und die rasen dort mit einer affenartigen Geschwindigkeit durch die Gegend, dass einem Angst und Bange wird! Es gibt in der ganzen Stadt breite Fahrradwege, so wie hier bei uns Straßen, mit mehreren Fahrspuren, eigenen Ampeln und einer Gesamtlänge von über 500 Kilometern. Überquert man leichtfertig einen solchen Fahrweg, begibt man sich unweigerlich in Lebensgefahr; zu Fuß über das Kamener Kreuz zu laufen, scheint mir dagegen ein gemütlicher Abendspaziergang zu sein...

Fahrräder sind das Verkehrsmittel Nummer Eins in der niederländischen Metropole; es sollen angeblich knapp 900.000 Bikes in der Stadt herumfahren, 10.000 davon werden jährlich geklaut! Allein in Bahnhofsnähe gibt's 10.000 Abstellmöglichkeiten für Räder. 2001 wurde dort das erste Fahrradparkhaus der Welt gebaut; es bietet Platz für 2.500 Fahrräder!



Für diesen ersten Tag, den ich eigentlich noch für die Anreise eingerechnet hatte, habe ich mir keinen konkreten Plan für die Stadterkundung zurecht gelegt, also ließ ich mich treiben und schlenderte Richtung Südwesten in die Altstadt. Schon nach kurzer Zeit sah ich endlich die für Amsterdam so typischen Grachten mit den hübschen Grachtenhäusern links und rechts am Ufer; hier gab's alles zu sehen, von uralten Gebäuden mit windschiefen Fassaden bis hin zu prachtvollen Villen mit reich verzierten Giebeln und Schörkeln...





Auf Schritt und Tritt trifft man auf Käseläden, die allerdings überwiegend auf Touristen eingestellt sind. Einer davon schaffte es doch tatsächlich, mich hineinzulocken und einiges von dem, was da an Probierstückchen angeboten wurde, zu kosten. Ich war ganz begeistert und erstand, ganz gegen meine Gewohnheiten, gleich am ersten Tag ein Mitbringsel (Old Amsterdam) für rund 15 Euro! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich so etwas irgendwo weiter außerhalb der Stadt wahrscheinlich für die Hälfte bekommen hätte... ;-)



Nachdem ich etwa zwei Stunden umhergewandert bin, gönnte ich mir ein großes Glas Bier im Straßencafé Majestic, am Dam (das ist der zentrale Hauptplatz der Stadt) gelegen; dort war jede Menge Publikum; die meist jungen Leute hatten wohl gerade Feierabend und genossen, so wie ich, die letzten Sonnenstrahlen des Tages.

Gegen kurz nach 18:00 Uhr machte ich mich schließlich wieder auf den Weg zum Bahnhof und fuhr mit der nächsten Fähre zurück zum Nordufer des IJ; während der Fahrt entdeckte ich eine weitere Sehenswürdigkeit Amsterdams gleich gegenüber vom Bahnhof, das EYE Filminstituut Nederland, ein langgestrecktes, futuristisch anmutendes Gebäude, das das Nationale Filmmuseum der Niederlande beherbergt.



Jetzt sitze ich wieder im Wohnmobil, habe vorhin zu Abend gegessen und mache mir gerade Notizen für diesem Bericht. Auf dem Stellplatz stehen außer mir noch ca. 15 andere Wohnmobile, aber es ist keine Menschenseele zu sehen! Eigentlich wollte ich nachher noch einmal in die Stadt gehen, denn dann ist ja erst richtig 'was los! Aber nun merke ich, dass mir das frühe Aufstehen, die lange Anfahrt und der lange Spaziergang in der Stadt doch ziemlich in den Knochen stecken und ich so langsam hundemüde werde; schließlich ist ja morgen auch noch ein Tag... ;-)