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Freitag, 25. August 2017

Fazit Schottland

Wieder 'mal ist eine absolut spannende und vor allem äußerst abwechslungsreiche Wohnmobilreise zu Ende gegangen; nach einer fast dreitägigen Rückfahrt bin ich heute am frühen Nachmittag wohlbehalten wieder zuhause eingetroffen.

Vorgestern habe ich bereits kurz nach 7:00 Uhr Edinburgh verlassen, um mich auf die lange (und vor allem wieder überwiegend nasse!) Fahrt quer durch England zu begeben. Fast genau 10 Stunden später traf ich planmäßig in Harwich ein. Ich hatte mich wieder für denselben Campingplatz entschieden, auf dem ich auch schon während der Anreise übernachtet hatte; ich stand sogar auf derselben Parzelle... ;-) Auch dieses Mal hatte mir der Platzwart den 50-prozentigen STENA-Rabatt gewährt, obwohl der meines Wissens nach eigentlich nur für die vom Festland mit der Fähre ankommenden Reisenden galt.

Am nächsten Morgen ging es zügig weiter; das Boarding am Fähranleger begann zwar etwas spät, aber die Abfahrt der Stena Britannica, dem Schwesterschiff der Stena Hollandica, gelang trotzdem recht pünktlich gegen 9:10 Uhr. Den ganzen Tag über hatte ich super schönes Wetter und so war die Überfahrt dieses Mal sehr abwechslungsreich, da ich immer wieder nach draußen ging, um mir die Beine zu vertreten und ab und an auch 'mal zu fotografieren.

Auch die Ausschiffung in Hoek van Holland verlief sehr zügig; ich kam als einer der ersten aus dem riesigen Schiffsbauch gefahren und steuerte zunächst wieder den kleinen Wohnmobil-Parkplatz direkt am Wasser an, der aber leider komplett belegt war. Im Nachbarort Maasluis gab es aber zwei weitere Möglichkeiten zum Übernachten; die erste war ebenfalls belegt, aber bei der zweiten hat's dann endlich geklappt. Dabei handelte es sich um einen ganz normalen Parkplatz, direkt an der Alten Maas, auf dem allerdings genau 8 Parzellen für Wohnmobile ausgewiesen waren. Die waren um diese Uhrzeit natürlich auch nicht mehr verfügbar, weil aber sonst alles frei war, machte ich gleich daneben einfach 'mal einen 9. Platz auf ;-) Die Rückfahrt nach Deutschland heute morgen verlief ohne Probleme und sogar ohne nennenswerten Stau!

Die Eindrücke, die ich auf dieser Reise sammeln konnte, lassen sich relativ einfach und kurz formulieren. Schottland ist ein wundervolles Reiseland, mit faszinierender Kultur und Geschichte, mit sehr weltoffenen und freundlichen Menschen (sofern man sie denn verstehen kann... ;-) und mit einer wirklich grandiosen Landschaft! Das Wetter war... sagen wir 'mal... schottisch! Wer nicht völlig weltfremd ist, weiß natürlich schon im Vorfeld, dass man dort nun 'mal mit häufigem Regen rechnen muss; ich hatte aber durchaus auch superschöne und warme Tage während der vergangenen drei Wochen!

Edinburgh war nicht nur der Schlusspunkt, sondern eindeutig auch ein Highlight meiner Reise! Eine so lebendige und quirlige Stadt hatte ich nicht erwartet, obwohl dies zugegebenermaßen wohl auch am gerade stattfindenden Fringe Festival gelegen haben mag! Ich könnte mir durchaus vorstellen, diese faszinierende Stadt noch ein zweites Mal zu besuchen.

Die unzähligen Schlösser, Burgen und Ruinen sind sicherlich interessant, aber wenn man sie nicht oder nur selten besucht, hat man eigentlich auch nichts Weltbewegendes versäumt, finde ich. Auf jeden Fall hat sich aber der Kauf des Historic Scotland Explorer Pass (42,- GBP) gelohnt; bei nur 5(!) von insgesamt fast 80 möglichen Besuchsstätten hatte ich bereits mehr als 10,- GBP gespart.

Schottland mit dem Wohnmobil zu befahren, kann ich ebenfalls nur empfehlen! Ok, manche Straßen sind sehr eng oder gar einspurig, aber daran und auch an den Linksverkehr gewöhnt man sich sehr schnell; die Infrastruktur bzgl. Stell- und Campingplätzen und Ver- und Entsorgung ist vorbildlich! Anders, als es einem manche Reiseführer oder Reiseberichte weismachen wollen, ist es überhaupt nicht notwendig, für horrende Beiträge Mitglied bei irgendwelchen Camping-Clubs zu werden; man kommt auch ohne fast überall unter! Davon abgesehen, darf man in Schottland ja auch "frei stehen", was ich selbst auch manchmal bevorzuge...

Alles in allem eine superschöne Reise, die ich nur allzu gern gleich noch eimal antreten könnte, wenn... ja, wenn da nicht noch so furchtbar viele andere Traumziele, die ich noch nicht gesehen habe,  auf mich warten würden... ;-)))

Steckbrief Schottland


Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 20 Tage
Strecke: 4959 Kilometer
Diesel: 478,79 Liter zu 614,16€ (im Schnitt 1,283€ pro Liter)
Verbrauch: 9,65 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 19 zu 257,67€ (im Schnitt 13,56€ pro Übernachtung)
Kosten: 1548,-€ (für Diesel, Übernachtungen, Mautgebühren, Internet, Fähren und Tickets)


Dienstag, 22. August 2017

Faszinierendes Edinburgh

Heute stand ich bereits um 08:30 Uhr wieder an derselben Bushaltestelle wie gestern; die Fahrt nach Edinburgh, während der ich natürlich wieder oben und ganz vorne saß, ging schnell vorüber, und ich stieg in der George Street, zwischen Neustadt und Altstadt, aus.

Von dort lief ich zur Waverley Bridge, um mir ein Ticket für eine Stadtrundfahrt zu kaufen. Ich hatte mich nämlich dazu entschlossen, den Vormittag 'mal auf diese angenehme Weise zu verbringen und mich ein wenig durch die Gegend "kutschieren" zu lassen. Die Majestic Tour, eine von mehreren angeboten Varianten, führt dabei auch in die äußeren Bezirke der Stadt; mit umgerechnet 16,- EUR fand ich diese Tour auch nicht besonders teuer.


Natürlich darf man, wie es bei solchen Stadtrundfahrten ja üblich ist, aussteigen, wo man will, und später wieder zusteigen. Meinen ersten Stopp machte ich am Royal Botanic Garden, wo ich eine Runde drehte. Der war allerdings nicht besonders sehenswert, fand ich, und so stand ich schon kurze Zeit später schon wieder an der Haltestelle und wartete auf den nächsten Bus der Majestic Tour.

Um Klassen interessanter war es dann aber am Ocean Terminal, von wo aus man die Britannia, die königliche Jacht, besichtigen kann. Dort war es "proppenvoll", kein großes Wunder, denn diese Top-Sehenswürdigkeit steht ja auch auf dem Programm der meisten Schottland-Rundreisen. So traf ich auch hier wieder hauptsächlich asiatische Touristen an.

Nachdem man ein Ticket gelöst hat (ca. 15,- EUR für Senioren!), muss man noch eine ganze Weile in der Schlange stehen, bis man tatsächlich nach draußen und über eine Brücke zum Schiff geleitet wird. Allerdings vergeht die Wartezeit recht schnell, denn der Weg dorthin ist gleichzeitig eine Art Ausstellung, in der man sich über die Geschichte dieses berühmten Schiffs informieren kann. Unzählige Fotos machen das Ganze wirklich sehr interessant und abwechslungsreich.

Auf dem Schiff selbst verteilten sich die Menschenmassen etwas, und man konnte sich in Ruhe umsehen, allerdings ist der Weg, den man zu gehen hat, fest vorgegeben. Durchaus verständlich, denn sonst könnte man den enormen Besucherstrom wohl kaum vernünftig organisieren und kontrollieren.


Die Brücke und die dazu gehörenden Nebenräume sind überraschend klein, eher winzig! Für ein solches Schiff hätte ich das nicht erwartet. Kein Vergleich mit den heutigen großen Jachten, allerdings ist dieses Schiff ja auch schon 1954 vom Stapel gelaufen...


Der berühmte Rolle Royce in der Glasgarage, für Landausflüge natürlich unentbehrlich... ;-)


Das Vorderdeck war ausschließlich den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten. Der Raum dahinter gehörte angeblich zum den Lieblingsräumen der Queen.


Das Schlafzimmer der Queen. Das des Duke Of Edinburgh befindet sich gleich daneben.


Bei den beiden folgenden Fotos kann man sich kaum vorstellen, auf einem Schiff zu sein...




Nach etwa 90 Minuten hatte ich genug gesehen und machte mich langsam auf den Rückweg zur Bushaltestelle; dann ging es wieder in die Stadt hinein. Als nächstes sah ich mir den Palace Of Holyroodhouse an, die offizielle Residenz der Königin von Großbritannien. Auch dieser Besuch war eigentlich ganz interessant, allerdings glaube ich, dass ich nach so vielen Schlössern und Burgen auf dieser Reise so langsam doch etwas "gesättigt" war, und dass sich mittlerweile alles irgendwie zu gleichen schien.


Nun war erst 'mal eine kleine Stärkung fällig! In einem Café direkt neben dem Schloss probierte ich einen so genannten Cottage Pie, ein deftiges Fleisch- und Kartoffelgericht, das mir sehr gut geschmeckt hat!


Danach schlenderte ich ganz gemächlich die gesamte Royal Mile in Richtung Edinburgh Castle; auch heute war hier wegen des Fringe Festivals wieder sehr viel los. Auf Fotos von den teilweise sehr interessanten Ladenfassaden ohne Menschen(!), musste ich manchmal minutenlang warten...








Am interessantesten waren die teils freiwilligen, teils unfreiwilligen "Verkleidungen" der vielen Menschen, von denen ich jede Menge Fotos machte.






Selbst die vielen Busse in der Stadt stellen manchmal lohnende Fotomotive dar, finde ich.


Dieses Schild macht unmissverständlich klar, für wen die vielen Angebote der Tartan Weaving Mill, in der die berühmten schottischen Stoffmuster hergestellt werden, wohl besonders reizvoll zu sein scheinen...


Schließlich erreichte ich Edinburgh Castle, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schottlands, wo ich mich etwa eine Stunde lang aufhielt und mich etwas umsah. Zu einem intensiven Rundgang durch alle Anlagen und Räumen hatte ich allerdings auch hier keine große Lust; das quirlige Treiben auf den Straßen schien mir heute wesentlich interessanter zu sein, außerdem hatte ich mittlerweile schon fast "runde Füße"! 


Will man in das Schloss, passierte man zunächst die so genannte Esplanade. Hier findet das weltberühmte Edinburgh Military Tattoo statt, für das ich im Vorfeld eigentlich ein Ticket besorgen wollte. Leider hatte ich viel zu spät angefangen, mich darum zu kümmern; die einzigen Tickets, die damals noch zu haben waren, kosteten weit über 300 Euro; das war mir dann doch etwas zu viel! Schade, dieses Spektakel hätte ich mir gerne 'mal angesehen...




Das Ausblick auf die Neustadt ist von hier oben aus sehr schön; wenn bloß das Wetter etwas freundlicher wäre... ;-)


Danach ging ich wieder hinunter in die High Street und ließ mich treiben. Hier gab's zu jeder Minute Interessantes und Skurriles zu sehen.




Im The Royal McGregor bestellte ich mir neben einem leckeren Bier eine Portion Haggis, das musste jetzt 'mal sein! Diese schottischen Spezialität, die absolut nicht jedermanns Geschmack ist, wollte ich auf jeden Fall 'mal probieren! Das Gemisch aus Herz, Leber, Lungen, Nieren, Zwiebeln, Pfeffer und Hafermehl,  normalerweise in einen Schafsmagen "verpackt", schmeckte ganz ok; jeden Tag würde ich's aber wohl auch nicht essen wollen... ;-)


Am späten Nachmittag hatte ich schließlich genug gesehen, und mir taten tatsächlich auch schon die Füße weh! Also ging ich wieder zurück in Richtung Bushaltestelle und fuhr etwas später zu meinem Campingplatz im Süden der Stadt, wo ich einen letzten, sehr gemütlichen Abend verbrachte!

Meine Reise ist nun fast zu Ende; morgen geht's quer durch England wieder zurück nach Harwich und übermorgen mit der Fähre über den "großen Teich"... ähm... den Ärmelkanal wieder nach  Holland!

Montag, 21. August 2017

Sorry, we are fully booked!


So, heute morgen habe ich also, nachdem ich in Falkirk noch getankt hatte, meinen zweiten Anlauf unternommen, um Stirling Castle in Stirling zu besuchen! Obwohl ich mir eigentlich schon gedacht hatte, dass es mit dem großen Parkplatz oben am Schloss wohl wieder nichts werden würde, bin ich trotzdem noch 'mal dort hingefahren; es hätte ja sein können, dass man mich gestern nur deshalb abgewiesen hatte, weil alles belegt war...

Leider hatte ich aber auch dieses Mal kein Glück; Wohnmobile sind dort nämlich seit einiger Zeit grundsätzlich verboten! Aber ich hatte vorgesorgt: beim Frühstück habe ich intensiv im Internet recherchiert und herausgefunden, in welchen Straßen man mit dem WoMo möglicherweise stehen könnte, und so hatte ich sogar drei Ziele gefunden. Gleich das erste davon war bestens geeignet; in einer Straße etwas unterhalb des Schlosses gab es einen sehr geräumigen Seitenstreifen, wo ich problemlos parken konnte. Für die Parkgebühr von 2 Pfund durfte ich dort drei Stunden stehen, Zeit genug also! Das einzige Manko war die enorme Schräglage; die Straße hatte bestimmt 20% Gefälle! Ich hoffte aber, dass sich meine "Hannelore" während meiner Abwesenheit nicht einfach 'mal aus dem Staub machen würde! Aber wo sollte sie auch hinwollen...? ;-)

Nun "kletterte" ich die Straße nach oben bis zum Schloss, um kurz vor dem Eingang festzustellen, dass ich den blöden Historic Scotland Explorer Pass im Fahrzeug vergessen hatte! Mist aber auch! Ich hatte die Wahl: entweder noch 'mal zurück oder 15 Pfund (in Worten: fünfzehn!) zusätzliches Eintrittsgeld zahlen!

Weil aber eigentlich noch genügend Zeit war, und ich mich auch ziemlich geärgert hätte, wenn sich der Anschaffungspreis von 42 Pfund für den Explorer Pass am Ende nicht rechnen würde, lief ich notgedrungen noch 'mal zurück, um den Ausweis zu holen; dabei fand ich sogar noch eine zwar extrem steile, aber lohnenswerte Abkürzung, die ich später auch noch gehen konnte.

Nach dem Besuch des Schlosses war ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob sich der Aufwand (auch, von Falkirk hier noch 'mal zurückzukehren) überhaupt gelohnt hatte; so wahnsinnig interessant fand ich die Anlange eigentlich nicht. Das Dunrobin Castle bei Golspie hatte mir da schon wesentlich besser gefallen!

Am Eingang gab's erst 'mal "kilometerlange" Warteschlangen, ich konnte mit meinen Pass aber an allen Menschen vorbei laufen, bis zum eigentlichen Eingang, wo der Pass nur kurz gescannt wurde. Im Nachhinein freute ich mich erst recht über meine Entscheidung, noch 'mal zurückgegangen zu sein! 


Zu Beginn schloss ich mich einer kostenlosen Führung an. Die war zwar sehr interessant, aber zog sich "wie Kaugummi" in die Länge, hauptsächlich deshalb, weil ein ziemlich nerviger Tourist aus Kentucky unseren Guide, einer sehr netten und kompetenten jungen Frau, mit unsagbar dämlichen Fragen bombardierte; die meisten Teilnehmer der Gruppe rollten nur mit den Augen, wenn sie die Fragen hörten! Entweder hatten die überhaupt nichts mit der Anlage zu tun, oder sie waren völlig überflüssig, weil jedem klar war, dass der Inhalt der Frage mit Sicherheit gleich beantwortet werden würde!

Aus diesem Grund verließ ich die Gruppe nach etwa 35 Minuten und machte mein eigenes Tempo! Wie gesagt, ich hatte eigentlich genügend Zeit, aber ein wenig hatte ich natürlich doch zu bedenken, was ich heute noch so vor hatte!


Im Inneren gab's einige sehr prunkvolle Räume und Decken zu sehen; sogar ein paar "lebendige Einrichtungsgegenstände" durfte man fotografieren!




Von den Außenanlagen mit den imposanten und hochglanzpolierten Kanonen hat man einen schönen Blick auf Stirling; das Schloss liegt schließlich auf dem Castle Hill, hoch über der Altstadt.




Nach dem Besuch des Schlosses verließ ich die Stadt (meine "Hannelore" stand immer noch brav in Schräglage ;-) und fuhr in Richtung Edinburgh, dem letzten Ziel meiner Reise!

Vorher wollte ich mir aber eigentlich noch die drei riesigen Brücken über den Firth Of Forth ansehen, vor allem die 1890 eröffnete Eisenbahnbrücke Forth Bridge, die man von unzähligen Fotos her kennt. Ich fuhr über eine der Brücken auf die Nordseite, konnte aber auch nach mehreren Versuchen einfach keinerlei Parkmöglichkeit für mein Wohnmobil finden. Zusätzlich war die gesamte Gegend wegen einiger Baustellen komplett verstopft, und nun hatte ich endgültig einige ernsthafte Bedenken wegen des Campingplatzes, den ich mir für Edinburgh ausgesucht hatte. Also musste ich, ohne ein einziges Foto gemacht zu haben, wohl oder übel den Rückweg antreten und programmierte nun als Navi-Ziel den Mortonhall Caravan & Camping Park, im Süden von Edinburgh gelegen.

Wie sagte 'mal ein bekannter Fussballprofi? "Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu!". Wie wahr; dieser Spruch kam mir in den Sinn, als mich mein Navi kurz vor dem Ziel quer über einen Golfplatz schicken wollte! Die Einfahrt zu diesem kleinen Weg war gesperrt und ein Hinweisschild mit viel zu kleiner Schrift, als dass man sie während der schnellen Vorbeifahrt lesen könnte, weckte mein Interesse. Also wieder 'mal umdrehen und nach einer Möglichkeit zum Halten suchen. Ich fand eine, stieg aus und lief zu dem Schild. Dort war zu lesen, dass dies auf keinen Fall eine Durchfahrt zum gesuchten Campingplatz war!

Aha, ich war also nicht der erste, dem das passierte! Ich stellte mir gerade bildlich vor, wie ganze Wohnmobilkarawanen vor Aufstellen dieses Hinweises über das Grün "bretterten", mitten durch vor Schreck erstarrte Golfer, um den Campingplatz zu erreichen... ;-)



Freundlicherweise war ganz unten, in noch kleinerer Schrift, aufgeführt, welche Straßen man nehmen sollte, um den Campingplatz anzufahren! Ein kurzes Foto mit dem Smartphone (dazu hat man ja die Kamera im Handy... ;-), zurück zum WoMo und schon hatte ich eine neue Strecke geplant! Nun ging alles zügig voran, und ich erreichte endlich gegen 13:30 Uhr mein heutiges Ziel!

Kennt ihr eigentlich den berühmten Murphy? Oder besser, "Murphy's Law"? "Alles, was schief gehen kann, geht auch schief!", behauptet der! Ok, das stimmt natürlich nicht, aber heute schien es fast so!

Nach ein paar wenigen Worten an der Rezeption hörte ich plötzlich, ohne, dass man mich schonend darauf vorbereitet hatte, den wirklich bösen, bösen Satz, den kein Camper gern hören möchte: "Sorry, we are fully booked!"

Das kann doch gar nicht wahr sein! War es auch nicht; ich fragte die junge Frau, wie das denn sein könne. Ein Campingplatz mit über 250 Stellplätze muss doch eine Möglichkeit finden, ein weiteres Wohnmobil irgendwie unterzubringen. Meistens gibt's auch eine so genannte Overflow Area, auf der man übernachten konnte, um dann am nächsten Morgen einen "richtigen" Platz zu buchen! So war es hier auch, und ich fragte mich, warum sie mir das nicht gleich gesagt hatte...

Außerdem gab's sogar noch einen weiteren großen Bereich auf dem Campingplatz, der eigentlich für Busse gedacht ist, aber heute würden keine Busse mehr erwartet! Von den insgesamt zwölf Plätzen war sieben belegt, und zwar durch Wohnmobile, nicht durch Busse; es standen noch fünf weitere zur Verfügung! Also alles halb so wild, aber ich ärgerte mich wirklich etwas über ihre erste Aussage! Hätte ich nicht nachgehakt, würde ich unverrichteter Dinge weiterfahren müssen!

Mein Ärger verflog ziemlich schnell; ich freute mich sehr, dass ich hier für zwei Tage unterkommen konnte, wenn auch für umgerechnet 38(!) Euro pro Nacht, denn von hier aus hat man eine absolut komfortable Busverbindung in die Stadt! Nach einem "schnellen Cappuccino" machte ich mich natürlich auch sofort fertig, um endlich zum ersten Mal das quirlige Edinburgh zu besuchen!

Die Fahrt im Doppeldeckerbus, natürlich oben und ganz vorne, war schon ein kleines Abenteuer für sich! Ich glaube, ich habe noch niemals in meinem Leben so viele Busse gesehen, wie hier in der Stadt! Und es war voll, sehr voll! Die Menschen "wuselten" selbst in den Vororten derart geschäftig hin und her, als ob morgen Weihnachten wär', und alle Geschäfte in 30 Minuten schließen würden!




In der Innenstadt angekommen, hatte ich, zum ersten Mal heute, endlich genügend Zeit, um alles in Ruhe "aufzusaugen"; ich sah mir zuerst hauptsächlich die Neustadt, später auch Teile der Altstadt an.




Hoch über der Stadt "thront" das Edinburgh Castle, das werde ich mir aber morgen erst anschauen.


Ein Dudelsackspieler darf in dieser Stadt natürlich auch nicht fehlen...




Das gibt's selten bei mir: zwei Kaffeepausen an einem Tag!


Am Rand der Altstadt traf ich auf viele kleine und höchst sehenswerte Darbietungen, die ich zuerst gar nicht richtig einordnen konnte! Später freute ich mich darüber, dass hier in der Stadt gerade das berühmte Edinburgh Festival Fringe (von dem ich aber vorher nie gehört hatte) stattfand!




In der High Street, der zentralen Straße der schottischen Hauptstadt, gab's deshalb kaum noch ein Vorwärtskommen; die Menschenmassen hier waren schier unglaublich! 







Überall traf ich auf ausgelassene Stimmung, fröhliche Menschen und wirklich tolle Aufführungen, alles kostenlos, versteht sich, und das sogar bei gutem Wetter! Das war Genuss pur!


Gegen 18:00 Uhr ging ich wieder in Richtung Bushaltestelle und fuhr zurück zum Campingplatz. Jetzt merkte ich, dass ich doch etwas müde wurde, kein Wunder bei diesem anstrengendem, aber vor allem sehr spannenden Tag...

Sonntag, 20. August 2017

Wo Schiffe Karussell fahren...

Mein erstes Zwischenziel nach der Abfahrt aus Banff sollte eigentlich das kleine Fischerdorf Pennan sein, ein langgezogenes Straßendorf, das zwischen dem Meer und der hochaufragenden Steilküste regelrecht eingequetscht ist. Ein lohnenswertes Fotomotiv, behauptete mein Reiseführer; aufgrund seiner idyllischen Lage wurde es in der 80er Jahren sogar als Hauptdrehort für den Film Local Hero mit Burt Lancaster ausgewählt. 

Nur sollte man nicht versuchen, mit dem Wohnmobil dort hinzufahren, denn die kleine Stichstraße, die zu diesem Ort führt, hat bis zu 20% Gefälle! Kurz vor dem Ort sollte sich aber ein Parkplatz befinden, von dem aus könnte man zu Fuß hinunter zum Dorf laufen.

Diesen Parkplatz habe ich auch gefunden, aber der war leider so winzig, dass ich nicht mit gutem Gewissen dort parken mochte. Außerdem regnete es wieder 'mal, so dass der steile und sicher sehr anstrengende Fußweg zum Dorf und zurück wohl eher einem Wasserbad geglichen hätte! Bei diesem Mistwetter und die dadurch ziemlich schlechte Sicht würde wahrscheinlich sowieso ein Großteil der oben geschriebenen Idylle verloren gehen. Eigentlich war es wohl ein Fehler, aber in diesem Moment hatte ich überhaupt keine Lust mehr, den Ort zu besuchen und so fuhr ich kurzerhand weiter!

In Fraserburgh, einer Stadt mit ca. 13.000 Einwohnern, hielt ich das zweite Mal an, allerdings auch nur ganz kurz. Die Stadt ist nicht besonders sehenswert, finde ich, außerdem war hier heute (am Sonntag) absolut nichts los! Wenn sogar schon Wikipedia unter der Rubrik "Söhne und Töchter von Fraserburgh" nur einen einzigen Eintrag aufführt, will das schon etwas heißen: "Dennis Nilsen (*1945), Serienmörder"!

Von Fraserburgh aus fuhr ich über Aberdeen, Dundee und Perth eine ziemlich weite Strecke bis nach Stirling, um genauer zu sein, ca. 260 km. Zwischendurch machte ich natürlich ein paar Pausen.

Schon irgendwie lustig, aber bei sehr viele schottischen Städtenamen muss ich immer unwillkürlich an Australien denken, denn dort gibt's alle diese Städte auch! Und da ich bereits fünfmal in Australien war, aber noch nie in Schottland, fällt es mir schwer, mir klarzumachen, dass die schottischen "Versionen" natürlich viel älter sind als die australischen! Mein Freund Richard Fischer z.B., den ich vor vielen Jahren über fotocommunity.de kennengelernt und 2007 sogar auch schon 'mal zuhause besucht habe, wohnt in Stirling, einer kleinen Stadt in der Nähe von Adelaide, South Australia. 

Mein Ziel in Stirling (dem schottischen, nicht dem australischen ;-) war natürlich das berühmte Stirling Castle, das ich unbedingt besuchen wollte! Leider folgte jetzt eine ziemlich abenteuerliche Odyssee auf der Suche nach einem für mein Wohnmobil geeigneten Parkplatz; eigentlich sollte ich laut Reiseführer auf dem riesigen Parkplatz direkt oben am Schloss parken können; dort fuchtelte aber ein "Offizieller" ganz aufgeregt mit den Armen herum, als ich Anstalten machte, auf den Platz zu fahren, und wies mich schlicht und ergreifend ab! Ich fuhr wohl bald dreimal in einer mehr oder weniger großen Schleife um den gesamten Bereich um das Schloss herum, um schließlich entnervt einzusehen, dass ich hier heute wohl kein Glück haben würde!

Also wieder 'mal umdisponieren! Auf einem kleinen Parkplatz am Stadtrand hielt ich an und suchte nach einem Übernachtungsplatz in der Nähe. Ich fand tatsächlich eine Möglichkeit, und zwar in Falkirk, nur 20 Kilometer von Stirling entfernt. Dort gibt's sogar eine weitere Sehenswürdigkeit, die ich mir sowieso ansehen wollte, und nach Stirling konnte ich morgen dann immer noch fahren, wenn ich wollte...

In Falkirk, oder besser gesagt, in der Nähe der Stadt, fuhr ich auf den Wheel Caravan Park, der eigentlich eher wie ein sandiger Parkplatz mit ein paar Containern daherkam! Aber es gab Wasser, Strom, Abfallbehälter und einigermaßen saubere Toiletten, also alles ok!

Ich richtete mich ein, bezahlte beim Betreiber, der kurze zeit später plötzlich von meinem WoMo stand, und fuhr dann mit dem Fahrrad zu der Attraktion in Falkirk, die ich ja vorhin schon erwähnt habe.

Hier gibt's nämlich das so genannte Falkirk Wheel, ein sehr modernes Schiffshebewerk, das mich irgendwie an ein Karussell erinnerte, ein Riesenrad für Schiffe gewissermaßen; seine eigenwillige Konstruktion soll angeblich einzigartig auf der Welt sein.

Unten fährt ein kleines, schmales Boot, ein so genanntes Narrowboat, in einen mit Wasser gegüllten Trog ein und wird durch eine ziemlich geniale Konstruktion über ein Rad nach oben befördert. Dabei wird gleichzeitig ein oben eingefahrenes Schiff nach unten befördert! Dadurch, dass sich beide Gewichte praktisch gegenseitig aufheben, benötigt man nur zehn relativ schwache Hydraulikmotoren, um die gesamte Anlage zu betreiben. Das Ganze dauert ca. vier Minuten, der Höhenunterschied beträgt immerhin stolze 24 Meter!






Die Passagiere dieses Boots haben die besondere "Karussellfahrt" noch vor sich...


... während andere sich von diesem Abenteuer erstmal ausruhen müssen! ;-)


Direkt neben der Anlage trifft man auf dieses kleine Kunstwerk: The Kelpies, "Wassergeister" in Pferdegestalt, sind zwei Skulpturen aus Stahl, die jeweils ca. 30 m hoch sind und sich in einem Park am Rand der Stadt befinden. Die Exemplare auf dem Foto allerdings sind nur deren Duplikate im Miniaturformat!


Nachdem ich mich umgesehen hatte, nahm ich die Gelegenheit wahr, um mir auch die nahe Stadt etwas genauer anzuschauen. Ganz hübsch, aber eben auch nichts besonderes. Und natürlich ebenfalls "tote Hose", auch hier in der Hauptstraße, der High Street, denn heute ist ja Sonntag!





Die Supermärkte hatten hier trotzdem geöffnet, und deshalb kaufte ich bei einem Lidl noch ein paar fehlende Kleinigkeiten ein; das Brot zum Abendessen schmeckte ganz hervorragend!

Nach der Rückkehr zum WoMo-Stellplatz, ein paar netten Gesprächen mit dem "Nachbarn" und nach dem Abendessen verbrachte ich einen sehr entspannten und ruhigen Abend; während ich jetzt diese Notizen mache, genehmige ich mir ein paar gewürzte Cashewnüsse und ein Gläschen Cola-Whiskey... ;-)