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Montag, 5. Juni 2017

Dobro došli u Hrvatsku!

Vor Jahren hatte ich auf einer Reisemesse in Hamburg 'mal einen sehr einladend wirkenden Prospekt mitgenommen, auf dem dieser Titel in dicken Lettern prangte; er bedeutet "Willkommen in Kroatien!". Schon damals habe ich mir ausgemalt, wie wohl so eine Reise nach Kroatien mit dem eigenen Wohnmobil aussehen könnte, und der Wunsch, dort 'mal hinzufahren, wurde im Lauf der Zeit immer größer und größer...

Und jetzt ist es tatsächlich soweit, dass ich mir diesen Traum erfülle; jetzt beginnt also meine lang ersehnte Kroatienreise, für die ich bis zu fünf Wochen eingeplane. Ich habe keine feste Reiseroute vorbereitet, aber eines der unzähligen Ziele ist ja auch die berühmte Jadranska Magistrala (Adria-Magistrale) an der Ostseite der Adria, eine der schönsten und malerischen Küstenstraßen der Welt! In Kroatien führt sie vom Norden bis hinunter nach Dalmatien und Dubrovnik, fast immer direkt am Meer oder ganz in der Nähe entlang, und sie verbindet so gut wie alle wichtigen Reiseziele des Landes miteinander. Beginnen wollte ich allerdings mit Istrien, genauer gesagt im kleinen Ort Umag im Norden der Halbinsel. Für den Rückweg hatte ich mir vorgenommen, die mautpflichtige Autobahn zu benutzen und durch Slowenien und Österreich wieder nachhause zu fahren.

Die Anreise von Pinneberg ist natürlich nicht an einem Tag zu schaffen; ich rechnete mit zwei, eventuell sogar mit drei Tagen. Das war gleichzeitig eine hervorragende Gelegenheit, endlich 'mal meinen Bruder und seine Familie zu besuchen, die in Schwanstetten in der Nähe von Nürnberg wohnen.

Die Strecke dorthin betrug immerhin auch noch "stolze" 650 km, und deshalb bin ich gestern Morgen, am Sonntag, bereits um 07:00 Uhr aufgestanden. Nach einer "winzigen Katzenwäsche" und einem kurzen Frühstück ging es dann 45 Minuten später auf die Autobahn, die ich erst viele Stunden später, in der Nähe meines Ziels, wieder verlassen habe. Um kurz nach 17:00 Uhr traf ich endlich bei der Familie meines Bruders ein, die mich sehr herzlich begrüßte; wir hatten uns alle eine Weile lang nicht mehr gesehen. Mein Wohnmobil passte kaum auf das Grundstück und versperrte noch einen Teil des Bürgersteigs, aber das war leider nicht zu ändern.

Nach einem kleinen Willkommenstrunk und einem "geführten Rundgang" durch's Wohnmobil (Lydia und Heiner hatten meine "Hannelore" ja noch nicht kennengelernt) fuhren wir mit deren PKW nach Nürnberg, wo ich meinerseits einen kleinen Rundgang unter der sachkundigen Führung meines Bruders durch die wunderschöne Altstadt genießen durfte. Während das Wetter tagsüber oftmals sehr wechselhaft war, genossen wir hier jetzt viel Sonnenschein. Nach dem Spaziergang luden mich die beiden noch zum Essen ein; Heiner hatte einen Tisch in einem urigen Lokal reserviert, wo wir sogar noch draußen sitzen konnten. Es gab Nürnberger Spezialitäten und ein leckeres Bier, das mir nach der langen Fahrt und dem anstrengenden Tag natürlich sehr gut schmeckte. 

Nach der Rückkehr verbrachten wir den restlichen Abend bei einem Gläschen Wein; wir hatten uns schließlich nach der langen Zeit jede Menge zu erzählen! Irgendwann waren dann aber alle recht müde, und ich verabschiedete mich von den beiden und bedankte mich für die Gastfreundschaft; ich wollte heute sehr früh weiterfahren, möglichst, ohne sie zu wecken.

Bereits um 7:20 Uhr war ich wieder auf der Autobahn, nur um 20 Minuten später bei Hilpoltstein wieder abzubiegen, denn ich wollte noch in Deutschland volltanken. Die Fahrt über Österreich durch den Tauerntunnel und den Karawankentunnel (Maut insgesamt 18,70 EUR) bis nach Slowenien verlief völlig problemlos; ich genoss das wunderschöne Panorama der Berge, das ich lange nicht mehr gesehen hatte! Die erforderlichen Vignetten hatte ich mir schon im Vorfeld beim ADAC besorgt, und so konnte ich ohne weitere Unterbrechung in Slowenien bis zu einem Parkplatz im kleinen Ort Vrba, in der Nähe der Autobahn, fahren, auf dem man problemlos über Nacht stehen durfte. Es war ca. 15:00 Uhr, als ich dort eintraf.

Ich machte ein kurze Kaffeepause und stellte fest, dass ich noch fit genug war, weiterzufahren; um 15:00 Uhr bereits "Feierabend" zu machen, kam mir wie Zeitverschwendung vor, und ich kalkulierte die restliche Strecke und den ungefähren Zeitaufwand bis nach Umag. Ich könnte bis spätestens 19:00 Uhr dort eintreffen; etwas Bedenken hatte ich allerdings, ob ich dann noch einen Platz auf einem der in der Nähe liegenden Campingplätze bekommen würde.

"Mut zur Lücke", dachte ich mir, und fuhr einfach los; sollte alles klappen, so würde ich tatsächlich nur zwei statt drei Anreisetage "verbraucht" haben, was mir natürlich sehr gut gefallen würde.

Kurzgesagt, alles hat perfekt funktioniert; an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien gab's zwar ziemlich "dickflüssigen" Verkehr, aber keinen wirklich nennenswerten Stau, und so konnte ich kurz hinter dem Grenzübergang sofort nach rechts auf die Küstenstraße abbiegen, um nach ein paar weiteren Kilometern, jetzt auf sehr kleinen und engen Landstraßen, endlich meinen allerersten anvisierten Campingplatz in Kroatien, etwas nördlich von Umag im Ortsteil Savudrija erreichen!

Der CampingIN Pineta Istraturist ist ein riesiger Campingplatz, der in einem lichten Kiefernwald direkt am Meer liegt; er bietet fast 500 Stellplätze und ich hatte daher auch keine Mühe, hier unterzukommen. Es waren noch sehr viele Plätze frei, was wohl auch mit der relativ frühen Jahreszeit zu tun hatte. Der Platz akzeptiert auch die so genannte ACSI-Card; man zahlt damit in der Nebensaison nur 15,- EUR pro Nacht zuzüglich 1,50 EUR Kurtaxe.

Nach dem sehr freundlichen Empfang an der Rezeption (selbstverständlich spricht man dort deutsch!) durfte ich mir einen der viele freien Plätze aussuchen; ich fand eine schöne, sehr große und einigermaßen ebene Parzelle, sogar mit Blick auf's Wasser, und machte es mir erst einmal gemütlich. Es war schön warm, selbst um diese Uhrzeit noch, und so konnte ich, wie ich es mir natürlich gewünscht hatte, draußen sitzen und versuchen, mich endlich "angekommen" zu fühlen; zwei Dosen Bier halfen dabei... ;-)
   


Nach dem Essen machte ich natürlich noch einen ausgiebigen Spaziergang, um meine "neue Heimat" für die nächsten beiden Tage etwas ausführlicher kennenlernen zu können. 

Die Atmosphäre am Wasser war absolut einmalig! Der Himmel hatte sich etwas bezogen und ein leichter, aber warmer Wind war aufgekommen; die Sonne stand schon sehr tief und tauchte das Wasser und den Strand in wunderschöne Farben. Das allererste Foto, was ich in Kroatien machte, ist schon jetzt eines meiner Lieblingsfotos, egal, was noch kommt... 



Hier am Strand, direkt am Campingplatz und neben dem Leuchtturm, kann man übrigens auch die so genannten Fliegenden Boote von Savudrija bewundern, Fischerboote, die an langen Stangen wie zum Trocknen aufgehängt wurden, um sie bei Sturm vor den Wellen zu schützen. Man spart sich mit dieser tollen Idee der Fischer den kostspieligen Bau eines Hafens; Naturhäfen sind in dieser Gegend nämlich sehr selten. Heute "flog" hier allerdings nur ein einziges Boot herum... ;-)



Nach meinem schönen Spaziergang kehrte ich zum Wohnmobil zurück, trank noch etwas und plante, immer noch draußen sitzend, meinen morgigen Tag! Mit den ersten beiden Tagen meiner Reise bin ich schon 'mal rundum zufrieden; es gab absolut nichts, was schief gelaufen wäre und mir nicht gefallen hätte. Also frei nach Hannibal aus dem berühmten A-Team: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert..." ;-)

Freitag, 26. Mai 2017

Fazit Dresden/Sächsische Schweiz

Und wieder 'mal habe ich eine wunderschöne und sehr interessante Kurzreise hinter mir, auch wenn sie nur fünf Tage gedauert hat! Dresden und die Sächsische Schweiz bilden ein fantastisches Reiseziel; dort bin ich jetzt zwar zum ersten, aber gewiss nicht zum letzten Mal gewesen sein! Es gibt dort noch unendlich viel zu entdecken, sowohl in den Städten als auch an der Elbe, und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Besuch...

Diese Reise war natürlich auch noch durch einen anderen Umstand etwas ganz Besonderes für mich, denn ich habe immerhin zweieinhalb Tage mit meinem Neffen Dominic und seiner Freundin Kathrin verbracht, die ebenfalls mit ihrem Wohnmobil unterwegs waren. Wir haben Dresden erkundet, verschiedene Radtouren unternommen und gemeinsam die berühmte Felsbastei "bezwungen"; das alles hat super viel Spaß gebracht und war für mich eine willkommene Abwechslung! Vielen Dank euch beiden an dieser Stelle ;-)

Steckbrief Dresden/Sächsische Schweiz

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 6 Tage
Strecke: 1173 Kilometer
Diesel: 106,1 Liter zu 115,45€ (im Schnitt 1,088€ pro Liter)
Verbrauch: 9,1 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 5 zu 53,00€ (im Schnitt 10,60€ pro Übernachtung)
Kosten: 184,-€ (für Diesel, Übernachtungen, Fähren und Tickets)



Donnerstag, 25. Mai 2017

Am Schloss Sanssouci

Heute am frühen Morgen habe ich von Pirna aus meinen Rückweg in Richtung Heimat angetreten, wollte allerdings noch einen letzten Zwischenstopp in oder in der Nähe von Potsdam einlegen, um mir endlich 'mal das schöne Schloss Sanssouci anzusehen, jedenfalls von außen; dort war auch noch niemals.

Ich fand einen sehr schönen Wohnmobilstellplatz in Werder (Havel), einem kleinen Ort direkt an der Havel gelegen; dort war es "rappelvoll" und ich erwischte gerade noch den allerletzten Stellplatz! Nach einer kleinen Ruhepause nach der langen Fahrt "sattelte" ich wieder einmal mein Fahrrad und fuhr, am Schwielow-See und am Templiner See entlang, ins etwa 15 km entfernte Potsdam!

Es war unglaublich viel los, denn heute war ja schließlich Vatertag und damit ein Feiertag! Überall traf ich auf Spaziergänger und Fahrradfahrer, an allem möglichen und unmöglichen Plätzen wurde gefeiert, getanzt, gesungen und natürlich auch getrunken!

Auch in Potsdam ging es sehr lebhaft zu; in der Brandenburger Straße, einer Fußgängerzone durch die barocke Altstadt, fand gerade ein großer Flohmarkt statt. Das erste Foto zeigt das Brandenburger Tor, dass allerdings wenig Ähnlichkeit mit dem Berliner Original hat, sondern eher einem römischen Triumphbogen gleicht.






Schließlich fuhr ich zum Park Sanssouci, wo ich mein Fahrrad abstellte und mir die wunderschönen Gartenanlagen und das gleichnamige Schloss anschaute, dessen exponierte Lage auf den berühmten Weinbergterrassen wirklich atemberaubend schön ist!









Das Schloss ist eines der bekanntesten Hohenzollernschlösser und gehört seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe; so langsam muss ich mir wohl 'mal aufschreiben, welche UNESCO-Welterbestätten ich auf meinen Reisen schon besucht habe, und vor allem, welche ich noch besuchen möchte... ;-)



Auf dem Rückweg, der auf einem eher nördlich verlaufenden, großen Bogen wieder nach Werder und zum WoMo-Stellplatz zurückführen sollte, fuhr ich auch an den Anlagen des Neuen Palais' vorbei; das Foto zeigt die Communs, die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, mit dem großen Kolonnadenbogen.



Mit dem Wetter hatte ich heute wieder etwas mehr Glück als gestern; es warm relativ warm und die Sonne schien fast die meiste Zeit über. Am Abend durfte ich sogar noch einen wunderschönen Sonnenuntergang über der hier recht breiten Havel genießen. Ich werde heute wohl ziemlich früh schlafen gehen und morgen wieder 'mal sehr zeitig aufstehen, um den Rest meiner Rückreise nach Pinneberg anzutreten...



Mittwoch, 24. Mai 2017

Von Pirna zum Schloss Pillnitz

Nach unserem letzten gemeinsamen Frühstück heute morgen bereiteten wir uns auf die Abreise vor, checkten aus und verabschiedeten uns dann noch am Campingplatz. Kathrin und Dominic machten sich auf den Weg nach Prag, während ich mir als nächstes Ziel Pirna ausgewählt hatte.

Es sollte dort am rechten Elbufer, direkt gegenüber der Stadt, einen für Wohnmobile ausgewiesenen, kostenlosen Parkplatz im Stadtteil Copitz geben, den ich auch ohne Probleme erreichte; hier standen nur zwei Wohnmobile und ich suchte mir einen geeigneten Stellplatz aus. Kurz darauf startete ich zu meiner ersten Tour, bei der ich mir Pirna genauer ansehen wollte.

Zunächst ging es über die Stadtbrücke, eine fast 300 m lange Steinbogenbrücke, an das andere Ufer.






In Pirna angekommen, traf ich in der Dohnaischen Straße zunächst auf diese beiden Künstler, die mit ihren sehr professionell vorgetragenen klassischen Stücken viele Passanten begeisterten. 



Danach ging es in die Altstadt und zum historischen Untermarkt mit dem markanten Rathaus.






Diese bronzene Brunnenskulptur mit dem Namen "Pirnaer Marktschiff" wurde erst vor ca. einem Jahr hier installiert und ist ein echter Hingucker; jedes Detail erzählt eine kleine Geschichte.



Hier befindet sich auch das Tom Pauls Theater, benannt nach dem sächsischen Schauspieler und Kabarettisten Tom Pauls. Seine Paraderolle ist die der Ilse Bähnert, einer älteren Frau, als sächsisches Urgestein.



Nachdem ich mir hier alles angeschaut habe, fuhr ich wieder zurück zum Wohnmobil, machte dort eine kurze Pause und brach dann zu meiner zweiten, etwas längeren Tour für heute auf. Das schöne Wetter der letzten Tage war leider vorbei; es war ziemlich kalt und meistens bedeckt. Ab und zu gab es auch ein paar Regentropfen, allerdings hörte es meist kurz darauf wieder auf.

Mein Ziel war nun Schloss Pillnitz, ein sehenswertes Schloss aus dem 18. Jahrhundert mit ebenso sehenswerter Gartenanlage am rechten Elbufer; es liegt im ehemaligen Dorf Pillnitz, das heute ein Stadtteil von Dresden ist. Das Schloss ist ein sehr gutes Beispiel für die so genannte Chinamode der damaligen Zeit, einer an chinesischen Vorbildern orientierten Kunstrichtung.



Eines der drei Gebäudeteile, das Wasserpalais, liegt direkt am schönen Elbufer; von dort hat man in beide Richtungen freie Sicht auf die Elbe.






Der Besuch des Parks kostet nur 3,- EUR, während man 8,- EUR bezahlen muss, um das Innere zu besichtigen. Ich begnügte mich mit dem Park und wanderte durch die schönen Alleen und die seitlich gelegenen Blumengärten auf das zweite Gebäudeteil, das Neue Palais, zu.









Das Neue Palais, das verbindende Element zwischen Wasserpalais und Bergpalais, wurde zwischen 1819 und 1826 gebaut.



Das Bergpalais, bereits am Hang gelegen und etwas abseits der Elbe, soll das Spiegelbild des Wasserpalais' bilden.



Hier noch ein paar weitere Fotos dieser interessanten Anlage.







Die rote so genannte Tritonengondel des Kurfürsten Friedrich August III. diente hauptsächlich dem Pendelverkehr zwischen Pillnitz und der Residenz in Dresden.



Auf dem Rückweg wollte ich am anderen Elbufer entlang fahren; dies gab mir die Gelegenheit, die Schlossanlage auch 'mal aus einer etwas größeren Entfernung zu fotografieren.



Auf dem Elberadweg ging es dann zunächst in Richtung Süden, dann mehr nach Osten, aber immer relativ dicht an der Elbe entlang, zurück nach Pirna.  



Ich kam gerade noch rechtzeitig an meinem WoMo an, denn kurze Zeit später fing es an, sehr heftig zu regnen; erst nach einer Stunde klarte es wieder auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Da ich heute Mittag nichts "G'scheites" gegessen hatte, bereitete ich mir jetzt eine warme Mahlzeit zu und verbrachte den Rest des Tages im Wohnmobil. Ich hatte inzwischen beschlossen, schon morgen den Heimweg anzutreten, allerdings mit einem Zwischenstopp in der Nähe von Berlin...

Dienstag, 23. Mai 2017

Sturm auf die Bastei

Auf den heutigen Tag freute ich mich ganz besonders, denn wir wollten heute die berühmte Bastei hinaufklettern, von wo aus man einen unvergleichlich schönen Blick auf die Elbe und das Elbtal hat. Dazu mussten wir aber erst 'mal "umziehen"...

Wir wollten dieses Mal auf einem Campingplatz übernachten, auch wegen der Aussicht auf die Möglichkeit, abends grillen zu können, falls das Wetter es erlauben würde. In der Nähe des Felsbastei kamen daher eigentlich nur zwei Plätze in Frage; Kathrin rief während des Frühstücks bei einem, dem Campingplatz am Treidlerweg, an und schaffte es tatsächlich, die beiden einzigen noch verfügbaren Stellplätze, die auch noch direkt nebeneinander liegen, für uns zu reservieren! Was für ein Glück! Und wie umsichtig von Kathrin; ich wäre wohl ohne zu reservieren einfach hingefahren, und dann hätten wir ein Problem gehabt!

Wir fuhren also gemächlich los (schließlich hatten wir ja reserviert...;-); die nur 40 km lange Strecke zum kleinen Ort Königstein war schnell geschafft. An der Rezeption wurden wir sehr freundlich empfangen, bezogen unsere Plätze und richteten uns etwas ein. Wir standen hier sehr schön, zwar nicht in der ersten Reihe, aber trotzdem mit tollem Blick auf die Elbe.

Sieht das nicht schon super gemütlich aus...? 



Hier hätte man jetzt ruhig etwas relaxen könne, aber wir hatten ja noch einiges vor! Also machten wir uns zügig für die Radtour nach Rathen fertig; von dort aus geht eine kleine Fähre zum rechten Elbufer hinüber, von wo die Wanderung auf die Bastei losgehen sollte!

Die Radtour war womöglich noch schöner als gestern, finde ich; das Wetter war perfekt und man konnte die Fahrt entlang des immer sehr gut ausgebauten Elberadwegs uneingeschränkt genießen! Aber schon bald war Rathen erreicht und wir stellten unsere Fahrräder direkt am Anleger der Fähre ab. Wir mussten ein wenig warten, dann legte aber auch schon die historische Gierseilfähre an und wir fuhren in nur wenigen Minuten zum anderen Ufer hinüber.








Dort angekommen, schauten wir uns ein wenig im kleinen Ort um; man erkennt sofort, dass man hier zu Stoßzeiten auf "Horden von Touristen" treffen würde. Die vielen Restaurants, Kiosks und vor allem Souvenirläden sprachen da eine ganz eindeutige Sprache!



Am Gasthof "Sonniges Eck" zeigt ein Hinweisschild nach links in Richtung Amselgrund und aus dem Ort heraus. An der kurze Zeit später folgenden Weggabelung hält man sich wieder links und folgt den unzähligen Stufen steil hinauf in den Wald.






Nach einiger Zeit bieten sich schon herrliche Ausblicke auf die Elbe, den Ort Rathen sowie die Gierseilfähre.






Schließlich erreicht man endlich eine Höhe, von der aus man auch in nördliche Richtung und damit auf die skurrile Landschaft der Sandsteinfelsen blicken kann.  






Die 76 m lange, weltbekannte Basteibrücke ist das Ziel der meisten Touristen; in der Hochsaison wird man hier bei schönem Wetter wohl ganz automatisch von den Menschenmassen vorwärts bewegt! Es gibt in sämtlichen deutschen Nationalparks angeblich keinen anderen Platz mit einer derart hohen Besucherdichte. Die Aussichten, die sich einem von hier aus bieten, lohnt allerdings auch jede Mühe! Ein wahrer Augenschmaus...







Direkt hinter der Felsenbrücke befinden sich einige Restaurants und Cafés sowie weitere schöne Aussichtspunkte; wir legten dort eine kleine Pause ein und machten uns gegen 15:00 Uhr schließlich wieder auf den Rückweg.










Unten im Ort nahmen wir wieder die Fähre, um zu unseren Fahrrädern zu gelangen, dann ging es auf demselben Weg zurück nach Königstein. Im Ort hielten wir noch an einem Supermarkt, um ein paar Sachen für das geplante Grillen einzukaufen.

Am Campingplatz angekommen, gab's erst 'mal etwas zu trinken; später bereiteten wir unser Essen vor, genauer gesagt, Dominic zauberte auf dem Grill ein paar leckere Dinge hervor, Kathrin machte einen tollen Salat und ich sah zu... ;-) Wir genossen nach dem Essen einen sehr schönen Abend.

Es hat mich sehr gefreut, die beiden Tage mit den beiden verbracht zu haben; morgen früh wollten Kathrin und Dominic über die Grenze nach Tschechien und weiter nach Prag fahren, während ich noch ein oder zwei Tage länger in dieser Gegend bleiben wollte...

Montag, 22. Mai 2017

Das Blaue Wunder von Dresden

Unser Morgen begann mit einem leckeren Frühstück im Freien. Dominic hatte Brötchen besorgt, und so saßen wir am Campingtisch zwischen den beiden Wohnmobilen und ließen es uns schmecken. Gleichzeitig besprachen wir unseren weiteren Tagesablauf.

Wir wollten den Rest des Vormittags wieder in der Altstadt verbringen und später dort auch etwas zu Mittag essen; für den Nachmittag war dann eine Radtour flussaufwärts am bekannten Elberadweg vorgesehen.

Gegen 10:30 machten wird uns abmarschbereit; wir mussten, bevor es in die Altstadt ging, allerdings erst noch zur ein paar Hundert Meter entfernten Jugendherberge laufen, um eine weitere Übernachtung zu buchen. Man hat auf diesem Parkplatz nämlich die Wahl: Entweder man nutzt den dort aufgestellten Parkautomaten, muss dann aber ausreichend Kleingeld dabei haben und verzichtet auch auf einen Stromanschluss. Oder aber man meldet sich in der erwähnten City-Herberge an, bekommt dort einen Parkausweis und auch einen Schlüssel für den Stromkasten.

Danach ging es aber nun endlich los! Wir marschierten zunächst in Richtung Altstadt und kamen dabei am recht imposanten, 100 m hohen Turm des Neuen Rathauses vorbei, der eigentlich fast eher wie ein etwas zu dick geratener Kirchturm aussieht, und der auch über eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform verfügt.



Hier begegnet man auch hin und wieder 'mal den eher seltenen "Ampelweibchen"; für die Menschen im Osten Deutschlands wahrscheinlich schon ein gewohnter Anblick, für uns "Wessis" aber zumindest auffällig... Die erste Fußgängerampel mit Ampelweibchen wurde übrigens erst Ende November 2004 installiert, und zwar in Zwickau.



Obwohl wir schon gestern dort waren, liefen wir natürlich auch heute wieder durch die Gartenanlagen des Zwingers; Dresdens Altstadt ist sehr kompakt, von daher ist alles bestens fußläufig zu erreichen.



Diese sofort ins Auge fallende "Wand" in der Augustusstraße, nahe der Frauenkirche, durften wir natürlich auch nicht auslassen; das mit 102 m Länge angeblich größte Porzellanwandbild der Welt zeigt den berühmten Fürstenzug, eine überdimensionale Darstellung eines symbolischen Reiterzuges  der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige. 






Das hübsche Coselpalais ist ein spätbarockes wiederaufgebautes Palais im Zentrum der Altstadt, direkt neben der Frauenkirche; es wird heute als Bürogebäude und Restaurant benutzt.



Bei einem Besuch in Dresden darf natürlich auch die weltberühmte Frauenkirche nicht fehlen, die seit 2005 endlich wieder in voller Pracht zum bewundern ist; sie war während des Zweiten Weltkriegs fast völlig zerstört worden. Der Wiederaufbau begann erst 1994, dabei wurden ca. 43% der originalen Bausubstanz verwendet. Durch die schwarze Patina der alten Steine und den neuen, hellen Sandstein sieht das Gebäude wie ein großes Puzzlespiel aus. Leider ist die Kirche aufgrund ihrer Größe und der Enge der Umgebung nicht so leicht zu fotografieren, jedenfalls nicht, wenn man wie ich kategorisch auf Hochkantfotos verzichten möchte... ;-)






Wir entschlossen uns kurzerhand, auch die Aussichtsplattform über der Kuppel zu besuchen; dazu fährt man zunächst bis zur Kuppel mit einem Fahrstuhl, den Rest geht man zu Fuß auf einem spiralförmig gebauten, stufenlosen Weg nach oben! Die Aussicht von dort oben ist natürlich überwältigend; dieser Besuch hat sich definitiv gelohnt!






Nach einer etwas verspäteten (es war jetzt ca. 14:00 Uhr) Mittagspause in einem der vielen Restaurants in der Nähe der Frauenkirche kehrten wir schließlich zu den Wohnmobilen zurück und machten uns dann fertig für unsere Radtour. Auch Kathrin und Dominic haben ihre Mountainbikes auf ihren Wohnmobilreisen eigentlich immer dabei, und so stand einer schönen Tour nichts im Wege, auch wenn es schon später Nachmittag war; das Wetter war nach wie vor super!

Der Weg vom Parkplatz bis zum Elbufer war schnell geschafft und wir fuhren (für mich das erste Mal!) jetzt auf dem berühmten Elberadweg flussaufwärts, immer am linken Elbufer entlang.



Dort herrschte teilweise ein Betrieb wie auf der Autobahn während der Rushhour! Man musste tatsächlich höllisch aufpassen, wenn man hin und wieder 'mal absteigen wollte, um ein paar Fotos zu machen! Immer ganz vorsichtig die Fahrt verlangsamen, auf der rechten Seite fahren und nach dem Anhalten am besten sofort ein paar Schritte vom Radweg entfernt fotografieren, sonst begibt man sich in höchste Lebensgefahr... ;-) 



Es gibt natürlich auch "ruhigere" Abschnitte, bei denen man die Schönheit dieser Gegend in vollen Zügen genießen darf!



Die drei am Dresdner Elbhang gelegenen Elbschlösser, auch Albrechtsschlösser genannt, musste ich selbstverständlich auch fotografieren. Im einzelnen sind dies, von links nach rechts, das Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss und das Schloss Eckberg.



Schloss Albrechtsberg



Das Lingnerschloss mit dem darunter liegenden Weinberg, rechts Schloss Eckberg.



Schließlich erreichten wir das berühmte "Blaue Wunder", die allgemein übliche Bezeichnung für die 1893 fertiggestellte  Loschwitzer Brücke, die die Ortsteile Blasewitz mit Loschwitz miteinander verbindet. Sie stellt heute eines der Wahrzeichen Dresdens dar. Der Name "Blaues Wunder" stammt zum einen vom damals ungewöhnlichen, hellblauen Anstrich, zum anderen daher, dass die Brücke keine Strompfeiler benötigte, was für die große Spannweite dieser Metallkonstruktion während ihrer Entstehungszeit sehr selten war und deshalb als "Wunder" bezeichnet wurde.






Die Brücke war gleichzeitig auch der Wendepunkt unserer Tour; wir fuhren hinauf und genossen den Blick auf die Elbe.



Bei der Anfahrt auf Dresden auf dem rechten Elbufer hat man wieder wunderschöne Blicke auf die Silhouette der Altstadt.






Unser letztes Etappenziel für heute war die weit über die Stadtgrenzen Dresdens hinaus bekannte Pfunds Molkerei, der angeblich "schönste Milchladen der Welt", der 1988 sogar ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, und eine weitere Touristenattraktion der Stadt! Dort sieht's in der Tat sehr "speziell" aus und man kann die seltsamsten Milch- und Käseprodukte kaufen; leider darf man aber keine Fotos machen!

Nach der Rückkehr zum Parkplatz legten wir eine kleine Pause ein, danach gingen wir erneut in die Stadt, um dort etwas zu essen. Erst spät Abends kehrten wir schließlich zurück, hatten noch einen (oder zwei?) "Schlummertrunk" und gingen dann, nach einem sehr schönen und interessantem Tag, schlafen...