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Dienstag, 6. September 2016

Wie Gott in Frankreich...

...wirklich lebt, das weiß ich natürlich nicht. Aber jetzt möchte ich doch endlich 'mal herausfinden, wie es mir dort gefällt!

Morgen früh beginnt meine letzte größere Wohnmobilreise für dieses Jahr; als Ziel habe ich mir die Normandie und die Bretagne ausgewählt. 




Ich war bisher leider nur ein einziges Mal in Frankreich und auch nur für zwei oder drei Tage. Das ist allerdings schon fast 40 Jahre her und damals hatten wir (mein Bruder und ich) gerade 'mal Zeit für jeweils einen Tag in Marseille und in Paris, also nicht 'mal ansatzweise genug, um Land und Leute kennenzulernen. Aus diesem Grund bin ich sehr gespannt auf dieses Reiseziel, und die Erkundung mit dem Wohnmobil und natürlich erst recht mit dem Fahrrad steht seit langer Zeit ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste.

Ich muss gestehen, dass ich, wie auch viele andere in meinem Umfeld, immer einen Bogen um Frankreich als Reiseziel gemacht habe, allerdings wohl eher unbewusst! Ich fürchte, es stecken doch irgendwelche Vorbehalte oder gar Vorurteile gegenüber Franzosen in mir, die ich aber noch nicht 'mal so richtig benennen könnte, mit Ausnahme vielleicht der Sprachbarrieren. Mein Schulfranzösisch stammt (gefühlt) noch aus der Kolonialzeit und ist bestimmt schon komplett eingerostet, aber ich denke trotzdem, dass ich ohne Probleme zurecht kommen werde.

Ich weiß, dass Frankreich ein wirklich wunderschönes, großes Land ist, das es zu entdecken gilt, und dass besonders die Bretagne allerlei Entdeckenswertes bietet, das eben nicht typisch französisch ist. Deshalb freue ich mich sehr auf diesen Trip und hoffe, sämtliche Vorurteile, sollten sie tatsächlich vorhanden sein, restlos abbauen zu können!

Mein Wohnmobil ist längst vollständig "aufgetakelt" und "scharrt schon mit den Hufen", es kann also morgen sofort nach dem Frühstück losgehen; ich werde abends wohl irgendwo in Holland oder Belgien übernachten.

Als erstes Ziel in der Normandie habe ich mir Le Tréport ausgewählt, eine kleine Stadt an der Steilküste des Ärmelkanals, die ich hoffentlich ohne größere Blessuren übermorgen gegen Mittag erreichen werde. Weitere "grob angepeilte" Stationen sind Le Havre, Cherbourg und natürlich der berühmte Mont Saint Michel, bevor es dann in die Bretagne geht...

Freitag, 2. September 2016

Fazit Lüneburger Heide

Heute morgen trat ich meine Rückreise an; bis zur Autobahnauffahrt Bispingen auf die A7 war es nur ein kurzes Stückchen, danach ging's Richtung Norden bis kurz vor Hamburg. Von dort aus unternahm ich noch einen kleinen Abstecher nach Hollenstedt an der A1, um bei der "Schinkenmanufaktur Basedahl" etwas von dem überaus leckeren Schinken zu kaufen, den ich 'mal bei einer Weinprobe verkosten durfte. Gegen 11:30 Uhr war ich schließlich wieder wohlbehalten Zuhause angekommen. 

Die Entscheidung, statt der Ostseeküste in dieser Woche die Lüneburger Heide während der Heideblüte zu besuchen, war goldrichtig! Ich hab' diese einmalige Naturlandschaft noch nie so schön und so intensiv erlebt, obwohl ich vorher schon oft dort war. Und mit Sicherheit wird auch in Zukunft der eine oder andere Kurztrip wieder dorthin führen, denn neben der blühenden Heide gibt es dort natürlich auch noch unzählige andere Sehenswürdigkeiten und viele Kulturdenkmäler, die einen Besuch wert sind!

Große Heidschnucken-Herden habe ich leider nicht gesehen; das wäre wohl auch eher Zufall, es sei denn, man informiert sich im Vorfeld ganz gezielt über den Aufenthalt solcher Herden oder über den Standort der Ställe.

Die Kombination Wohnmobil/Fahrrad hat sich einmal mehr bewährt; die Erkundung einer Landschaft oder auch einer Stadt per Fahrrad ist für mich tatsächlich die allerbeste Option. Man hat einen wesentlich größeren Aktionsradius, als wenn man zu Fuß unterwegs wäre, ist aber trotzdem annähernd so flexibel. Es entfallen daher auch viele Fahrten mit dem sperrigen Wohnmobil auf viel zu engen Straßen in den Städten, Verkehrsgewühl, fehlende Parkmöglichkeiten und vieles mehr.

Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Besuch in der Lüneburger Heide!

Steckbrief Lüneburger Heide

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 5 Tage
Strecke: 330 Kilometer
Diesel: 31 Liter zu 33,17€ (im Schnitt 1,07€ pro Liter)
Verbrauch: 9,4 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 4 zu 17,00€ (im Schnitt 4,25€ pro Übernachtung)
Kosten: 56€ (für Diesel, Übernachtungs- und Parktickets)

Donnerstag, 1. September 2016

Durch den Wacholderwald

Heute, am vorletzten Tag meines Kurztrips, wollte ich ein weiteres Gebiet in der Lüneburger Heide besuchen, den Naturpark Südheide. Er liegt vollständig im Landkreis Celle, umfasst ein knapp 500 qkm großes Gebiet und entstand 1964 mit dem Ziel, einerseits Natur und Landschaft zu schützen, sie andererseits aber auch Besuchern zugänglich zu machen. Über 700 ha des Naturparks sind sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Für die Übernachtung habe ich mir den im Osten des Naturparks gelegenen Ort Unterlüß, Teil der Gemeinde Südheide, ausgewählt. Hier gibt es einen gebührenfreien Wohnmobilstellplatz am Ortsrand, direkt neben dem Freizeitzentrum Am Hochwald; ein perfekter Ausgangspunkt für Erkundungen im Naturpark.

Das übliche Prozedere nach der Ankunft auf einem Stellplatz und die Vorbereitungen für die Fahrradtour waren schnell erledigt; schon gegen 09:15 Uhr konnte ich in die Pedale treten. Das Wetter war heute morgen nicht ganz so perfekt wie gestern oder vorgestern; es war ein wenig diesig, aber das legte sich später und es wurde deutlich besser.

Ich verließ Unterlüß auf der Hermannsburger Straße Richtung Westen, bog aber kurz danach Richtung Norden auf einen Feldweg ab und war sofort wieder mitten in der Natur und etwas später in der blühenden Heide. Von einem Hochstand, den ich über eine ziemlich wacklige Leiter erklimmen musste, konnte ich super fotografieren!



Kurze Zeit später entdeckte ich auf einer eingezäunten Weide diese Heidschnucke mit zwei süßen,  noch recht unbeholfenen Kids. Wusstet ihr, dass Heidschnucken zu den Nordischen Kurzschwanzschafen gehören? Nicht? Ich auch nicht! Ich wusste allerdings, dass es verschiedene Rassen gibt; dies hier ist laut Wikipedia eine Graue Gehörnte Heidschnucke! Donnerwetter, wieder 'was gelernt; bin gespannt, wie lange ich mir das merken kann... ;-)



Immer wieder traf ich auf viele kleinere, manchmal aber auch recht große, sanft geschwungene Heideflächen; ich musste wieder und wieder absteigen, um Fotos zu machen.




Östlich von Faßberg, bei Schmarbeck, erreichte ich schließlich ein Etappenziel meiner heutigen Tour, den so genannten Wacholderwald; mit seinen zahlreichen knorrigen Wacholdern gilt er als größter und schönster Wacholderwald Norddeutschlands! Neben reinen Wacholderwaldarealen gibt es hier auch ausgedehnte Heideflächen. Die dunkelgrünen Gewächse stehen besonders jetzt, während der Heideblüte, in einem hübschen Kontrast zur Farbe der Heideblüten.





Mitten in der Heidefläche gibt es sogar ein kleines "Gipfelkreuz", auf dem die schwindelerregende Höhe von 92 m über dem Meeresspiegel angezeigt wird; die höchste Stelle weit und breit...


Nun fuhr ich immer Richtung Südwesten bis nach Weesen, danach Richtung Osten durch einen kleinen, aber geschichtsträchtigen Ort mit dem lustigen Namen Lutterloh; man vermutet, dass hier im Jahre 1075 (oder früher) Lothar III, König und Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, geboren wurde.

Nach einem kleinen "Schlenker" nach Süden und der Fahrt durch die kleinen Ortsteile Theerhof und Schafstall traf ich am späten Nachmittag wieder auf die Hermannsburger Straße, kurz vor dem Ortseingang von Unterlüß. Diese knapp 45 km lange Tour führte zwar nicht die gesamte Zeit durch Heideflächen, war aber trotzdem äußerst abwechslungsreich und irgendwie erholsam; auch heute war das Wetter wieder nahezu perfekt!

Ich schaute mich noch ein wenig in Unterlüß um und fuhr dann schließlich zum WoMo-Stellplatz zurück. Eigentlich wollte ich zum Abendessen ins Café/Restaurant "Zum Lüßwald", das zum Freizeitzentrum neben dem Stellplatz gehören sollte, musste aber leider feststellen, dass es bereits vor zwei Jahren schließen musste! Ok, also wieder 'mal selber kochen... ;-)

Mittwoch, 31. August 2016

Rund um Amelinghausen

Als heutiges Ziel und als Übernachtungsplatz habe ich mir wieder 'mal einen öffentlichen Parkplatz, auf dem Wohnmobile explizit erlaubt sind, ausgesucht. Er liegt am Lopausee, einem Stausee östlich von Amelinghausen in der Lüneburger Heide.

Dieser Platz gefiel mir auf Anhieb; er bietet zwar keine Ver- und Entsorgung, keinen Strom, geschweige denn WLAN, kostet allerdings auch nur 5 Euro! Dafür wird aber sehr viel Platz geboten, bis zu 50 Stellplätze auf ebener, grüner Wiese und eine superschöne und vor allem sehr ruhige Lage im Grünen; bis zum Seeufer sind's nur läppische 300 m und zum Ort knapp 1 km!

Und ich stand dort mit meinem Wohnmobil völlig allein, von meiner Ankunft am frühen Morgen bis jetzt am späten Abend; nicht 'mal ein PKW hat sich hier blicken lassen, obwohl auch heute wieder Kaiserwetter herrschte! Das könnte allerdings teilweise auch daran liegen, dass die Bundesstraße B209, die östlich aus Amelinghausen hinaus- und am Lopausee vorbeiführt, zurzeit in dieser Richtung komplett gesperrt war.

Nach meiner Ankunft studierte ich erst 'mal die Info-Tafel, die dort aufgestellt war. Hier erfuhr ich auch, wo ich denn meine 5 Euro für die Übernachtung bezahlen konnte (es gab mehrere Möglichkeiten), denn hier am Platz gab's leider keinen Automaten, geschweige denn ein Kassenhäuschen. 

Also bereitete ich meine heutige Fahrradtour vor; ich hatte eine Strecke von etwa 35 km geplant, die nördlich von Amelinghausen durch verschiedene, kleinere Orte führen sollte; dazwischen lagen immer wieder Heidelandschaften und verschiedene andere Sehenswürdigkeiten.

Ich fuhr zunächst ein kleines Stückchen am See entlang zu einem Café, bei dem ich bezahlten wollte; dort war aber noch geschlossen (immer so früh unterwegs zu sein, hat manchmal eben auch kleine Nachteile, aber die Vorteile überwiegen deutlich...;-). Also fuhr ich jetzt direkt nach Amelinghausen; am Ortseingang gab's eine Shell-Tanke, dort konnte ich meine 5 Euro nun endlich loswerden. Leider musste ich jetzt wieder zurück zum Parkplatz, um die Quittung, die ich erhalten hatte, im WoMo sichtbar anzubringen; das war aber schnell erledigt!

Jetzt ging es aber endlich los; mein erstes Ziel war die Kronsbergheide, der Ort, an dem seit 1950 während des alljährlichen Heideblütenfests der Stadt die Wahl der Heidekönigin zelebriert wird; Jenny Elvers ist übrigens die bekannteste dieser Heideköniginnen. Leider findet dieses einwöchige Fest immer Mitte August statt, war also schon vorbei. Die schöne Landschaft rund um den Kronsberg ist aber auch so richtig sehenswert.


Kurze Zeit später erreichte ich mein nächstes Ziel, die genannte Oldendorfer Totenstatt, ein kleines Areal mit sechs Grabhügeln und Megalithanlagen aus der Jungsteinzeit. Nun bin ich zwar nicht der eifrigste Hobbyarchäologe, aber es war dennoch sehr interessant, sich diese Anlage anzusehen und die dazu gehörenden Infotafel zu studieren.








Besonders reizvoll macht den Besuch dieser Anlage aber auch die Lage innerhalb einer hübschen, sehr gepflegt wirkenden Heidefläche; es wurden mehrere Wege angelegt, die die verschiedenen Hünengräber miteinander verbinden; eine der am Weg stehenden Bänke war sogar so verlockend, dass ich dort eine kleine Mittagspause einlegte und mein mitgebrachtes Sandwich verdrückte.







Danach fuhr ich, überwiegend auf kleinen Straßen oder Feldwegen, rechts an Oldendorf vorbei in Richtung Wetzen; diese Strecke war eher landwirtschaftlich geprägt, mir fiel vor allem die große Anzahl an Maisfeldern auf.



Über Putensen erreichte ich irgendwann den kleinen Ort Eyendorf, dessen einzige "Hauptattraktion" die etwas außerhalb gelegene, wirklich sehr fotogene Erdholländermühle ist. Sie steht dort schon seit 1897 und ist bis heute voll funktionsfähig!



Hier hatte ich nun den Scheitelpunkt meiner geplanten Tour erreicht; jetzt ging es wieder Richtung Süden, zum kleinen Ort Raven (klingt fast ein bisschen wie ein Romantitel von Stephen King, finde ich...;-), in dem die gotische Backsteinkirche St. Martin schon von weitem auffällt. 



In Rolfsen fuhr ich Richtung Südosten über Wohlenbüttel wieder zurück nach Amelinghausen und zum Lopausee. Dem Café von heute morgen stattete ich einen zweiten Besuch ab, denn jetzt war es natürlich geöffnet. Ich spendierte mir ein erfrischendes Eis und genoss den schönen Blick auf den Lopausee, der in den 70er Jahren durch den Stau der Lopau entstanden und immerhin 12 ha groß ist. Er dient heute ausschließlich als Naturgebiet und der Naherholung. Während des Heideblütenfests gibt's hier auch ein angeblich spektakuläres Feuerwerk!



Nach etwa 40 Kilometern erreichte ich gegen 15:30 Uhr schließlich wieder den Parkplatz, auf dem mein Wohnmobil wie immer geduldig auf mich wartete. Ich hatte also noch jede Menge Zeit, den schönen Nachmittag und den Abend zu genießen. Jetzt bot sich sogar die Gelegenheit, meinen Gasgrill, den ich schon seit Anfang März ungenutzt mit mir herumschleppte, endlich 'mal zusammenzubauen und zu testen; hat super geklappt! Beim nächsten Mal verwende ich aber mit Sicherheit Alufolie; wer hat schon Lust, nach jedem Grillen zu schrubben...? ;-)





Dienstag, 30. August 2016

Naturschutzgebiet Lüneburger Heide

Wow, die Wettervorhersage stimmte ausnahmsweise 'mal! Die Sonne grinste mir ins Gesicht und die Vögel piepsten aufgeregt um die Wette, als ich heute morgen meine Nase aus dem Wohnmobil steckte. Noch ist es zwar saukalt, aber das wird definitiv ein schöner Tag!

Also, ein paar Millisekunden für die "Katzenwäsche", ein schnelles Frühstück und dann 'rauf auf's Fahrrad! Wie schon erwähnt, wollte ich heute ja eine ähnliche Tour wie gestern machen, nur eben mit mehr Zeit und einer etwas abgeänderten Streckenführung.

Weil es noch sehr früh war, fuhr ich dieses Mal vom Parkplatz in Oberhaverbeck direkt zum Wilseder Berg. Schon die Fahrt dorthin war ein einziger Genuss; die Heideflächen waren fast überall noch mit Tau bedeckt.









Als ich den Wilseder Berg erreichte, war ich dort im Gegensatz zu gestern mutterseelenallein; erst etwas später kamen vereinzelt Wanderer dazu! Der Ausblick von dort oben war einfach der Hammer; was für ein riesiger Unterschied, wenn die Sonne scheint und dazu noch sehr tief steht...





Jetzt fuhr ich wieder nach Wilsede, wo ich mich allerdings nicht lange aufhielt. Auch hier sah wegen der frühen Stunde noch alles wie ausgestorben aus, eine tolle Atmosphäre.





Dieses Mal wollte ich direkt nach Osten fahren, nach Döhle, um danach Richtung Norden abzubiegen. Auch diese Strecke, die ich von gestern ja noch nicht kannte, führte mitten durch das superschöne Heidegebiet, und ich hielt gefühlte tausendmal an, um zu fotografieren. Nur die Wege sind manchmal etwas "gewöhnungsbedürftig", denn rund um Wilsede gibt es noch unzählige dieser alten Kopfsteinpflasterwege, mit runden(!) und sehr unregelmäßig verlegten Steinen, die wohl auch meine allerletzten Plomben lockern würden, wenn ich denn noch welche hätte! Nicht immer findet man rechts oder links des Wegs noch einen kleinen Sandstreifen, der mit dem Fahrrad natürlich etwas bequemer zu befahren wäre.





Döhle ist ein hübscher, kleiner Ort, in dem, so schien es mir fast, die Bewohner ihre Brötchen wohl überwiegend mit den allgegenwärtigen Kutschfahrten verdienen würden; überall sah ich, wie man die Kutschen und die wuchtigen Pferde für den heutigen Tag vorbereitete.



In Egestorf bestaunte ich die um 1645 gebaute, sehr sehenswerte Fachwerkkirche St. Stephanus, die, malerisch umgeben von Linden, mitten im Ort liegt; der ein wenig abseits stehende hölzerne Glockenturm hat mich stark an die norwegischen Stabkirchen erinnert, die ich im Sommer gesehen hatte.



Von Egestorf ging es über Sudermühlen und Sahrendorf wieder nach Undeloh, wo ich ja schon gestern war. Hier herrschte jetzt, gegen kurz nach Mittag, ein reges Treiben; Touristen wurden pausenlos energisch, aber dennoch freundlich auf Kutschen "verladen" und warteten, sichtlich entspannt, auf die Abfahrt...



Auch Undeloh hat mit St. Magdalenen eine niedliche kleine Kirche zu bieten, die so gar nicht wie ein typisches Gotteshaus aussieht; sie wurde wohl um 1100 gebaut und ist damit eine der ältesten Heidekirchen.



Letztes Ziel meiner heutigen Rundtour war wieder Wilsede, wo ich eine ausgiebige Mittagspause einlegte. Auch hier war jetzt viel sehr Betrieb; in einer der Gaststätten (nicht die mit der "leckeren" Bedienung...) bestellte ich mir eine Currywurst mit Pommes und musste sogar ein wenig warten, bis ich draußen im Biergarten endlich einen freien Platz fand. Bei diesem schönen Wetter wollten natürlich alle draußen sitzen. Danach ging es zurück zum WoMo nach Overhaverbeck; dabei wählte ich wieder eine etwas andere Strecke als gestern.



Die heutige Tour, mit knapp 32 km etwas länger als die gestern, hat mir wieder 'mal unglaublich viel Spaß gemacht, was natürlich nicht zuletzt am wirklich perfekten Wetter lag! Morgen verlege ich mein "Basiscamp" nach Amelingshausen; bin schon sehr gespannt, was mich da erwartet...

Montag, 29. August 2016

Ab in die Heide...

Für den letzten Kurztrip vor meiner Frankreich-Reise Anfang September hatte ich ursprünglich eine Fortsetzung meiner "Ostseeküstenexpedition" in Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen, hab' mich dann aber kurzfristig doch noch anders entschieden; genau jetzt, Ende August, blüht nämlich die Lüneburger Heide!

Ich war in meinem Leben schon so oft dort, aber erstens immer nur sehr kurz, höchstens für einen Tagesausflug oder so, und zweitens, was noch wichtiger ist, nie zur richtigen Jahreszeit, also zur Heideblüte! Jetzt bietet sich die Gelegenheit, und so bin ich kurzerhand heute hierher gefahren, um diese wunderschöne Naturlandschaft in den nächsten Tagen etwas genauer zu erkunden, natürlich hauptsächlich wieder mit ausgiebigen Fahrradtouren. Hoffentlich habe ich einigermaßen Glück mit dem Wetter...

Mein erstes Ziel war ein an der Landesstraße L211 gelegener Großparkplatz in Oberhaverbeck. An den eigentlichen Bus- und PKW-Parkplatz schließt sich ein Bereich für etwa 30 Wohnmobile an; unter hohen Bäumen und auf Naturboden stehend, fühlt man sich hier eher in einem lichten Wald als auf einem Parkplatz. Mit 3 Euro tagsüber und 6 Euro für die Übernachtung sind die Kosten auch ganz ok, finde ich. Diesen Platz hatte ich mir im Vorfeld herausgesucht, weil man von hier aus viele Fahrradtouren machen kann; das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide liegt sozusagen gleich nebenan.

Weil ich morgens noch zum Einkaufen musste, kam ich hier erst gegen Mittag an, was mir mein Magen auch lautstark mitzuteilen versuchte! Ich wollte aber so schnell wie möglich auf's Fahrrad und eine erste Erkundung starten, deshalb kam mir ein kleiner Imbissstand am Eingang des Parkplatzes gerade recht; dort gab es eine zwar "schnelle", aber dafür überaus leckere Wurst, genauer gesagt, eine Heidschnuckenbratwurst, die mir wirklich ausgezeichnet gemundet hat, und mit der ich meinen Magen erst 'mal auf die Kaffeezeit vertrösten konnte...

Dann ging's aber endlich los! Einmal über die Straße, an den wenigen Gebäuden des winzigen Ortes Oberhaverbeck vorbei, und schon war ich mitten in der Natur, auf dem Weg nach Wilsede. Das Wetter war in Ordnung, auch wenn die Sonne eher selten zu sehen war, aber es war warm und vor allem trocken! In Wilsede habe ich mich erst einmal ein wenig umgesehen. Nur wenig kam mir bekannt vor, mein letzter Besuch war aber auch schon sehr viele Jahre her. Jetzt, zum Ende des Sommers und zu Wochenbeginn war hier nicht so viel los, allerdings reichen die Touristenströme offensichtlich immer noch aus, die vielen Pferdekutschen zu füllen, die von hier aus in alle Himmelsrichtungen starten.



Für eine Kaffeepause war es noch zu früh (mein Magen wurde überstimmt!), deshalb steuerte ich kurze Zeit später mein nächstes Ziel an, den Wilseder Berg. Der Name ist mir zwar seit Jahren ein Begriff, allerdings war ich noch niemals dort oben! Auch diesen Wunsch konnte ich heute endlich von meiner Liste streichen.

Auch wenn manche diesen nur knapp 170 Meter (über NN) hohen Berg wohl eher als "großen Hügel" bezeichnen würden, stellt er doch die höchste Erhebung in der Lüneburger Heide dar und bietet einen fantastischen Blick auf die Heidelandschaft, und zwar in alle Himmelsrichtungen! Die Anfahrt mit dem Fahrrad klappte ganz gut, allerdings musste ich das allerletzte Stückchen schieben, da es mir dann doch etwas zu steil wurde. Oben gibt's ein großes, freies Areal, von dem aus man tolle Fotos machen kann.





Nun fuhr ich wieder zurück nach Wilsede; eine kleine Kaffeepause war jetzt aber doch fällig! Im Restaurant "Zum Heidemuseum", wo angeblich "leckere Bedienung gut gelauntes Essen serviert", gönnte ich mir ein Kännchen Kaffee und ein Stück von der heidetypischen Buchweizentorte; war wirklich sehr gut!





Anschließend schlenderte ich noch einmal durch den Ort, um ein paar Fotos zu machen. Wilsede liegt mitten im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Es ist zwar kein Museumsdorf, aber man findet hier alle Merkmale eines alten Heidedorfs; laut Wikipedia leben hier nur 46 Menschen und deren Höfe liegen verstreut, ohne sichtbare Ordnung, im Dorf verteilt.







Mein letztes Etappenziel für heute war ein weiterer beliebter Heide-Ausflugsort, die kleine Gemeinde Undeloh, ebenfalls direkt im Naturschutzgebiet und etwa 4 km nördlich von Wilsede gelegen. Dort habe ich dann zum ersten Mal eine Herde Heidschnucken gesehen, allerdings alle irgendwie starr vor Schreck und als Schafe verkleidet... ;-)



Am späten Nachmittag machte ich mich dann auf den Rückweg zum WoMo nach Oberhaverbeck, aber mit einem kleinen Umweg über Ehrhorn. Nach einem "Feierabend-Bierchen" ging ich noch ein wenig in der näheren Umgebung spazieren und machte mir danach etwas zu essen. Jetzt schreibe ich an diesem Bericht und muss sagen, dass ich mit dem ersten Tag hier in der Heide vollauf zufrieden bin! Morgen habe ich etwas mehr Zeit. Ich werde diese Tour, mit ein paar zusätzlichen Abstechern, daher noch einmal und etwas gründlicher machen; morgen soll es sogar deutlich sonniger sein als heute, drückt die Daumen...