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Dienstag, 21. Juni 2016

Wer "Å" sagt...

...muss in diesem Fall nicht zwangsläufig "B" sagen, sondern spricht hier wahrscheinlich vom südlichsten Ort auf den Lofoten, am äußersten Ende der Europastraße E10 gelegen, der den kürzesten Ortsnamen der Welt aufweisen kann! Klar, es gibt noch ein paar weitere Orte auf der Welt, deren Namen ebenfalls nur aus einem Buchstaben bestehen, und ganz offiziell heißt diese 100-Seelen-Gemeinde ja auch "Å i Lofoten", aber trotzdem stimmt die obige Behauptung! Der Name bedeutet übrigens soviel wie "Bach" oder "kleiner Fluß".

Å hatte ich mir heute als Tagesziel vorgenommen; die direkte Entfernung von meinem gestrigen Übernachtungsplatz betrug nur etwa 70 Kilometer, aber natürlich wollte ich zusätzlich einige Abstecher machen. Die Entfernungen auf den Lofoten sind glücklicherweise nicht besonders groß und es gibt, obwohl es bei einem ersten Blick auf die Karte nicht so aussieht, unzählige Möglichkeiten, von der "Hauptader" E10 abzubiegen, um dadurch etwas abgelegenere Orte und Strände besuchen zu können. Den Weg von Å bis nach Svolvær, dem Ort, an dem ich mit der Fähre angekommen war, musste ich sowieso wieder zurückfahren; erst ganz im Norden der Lofoten führt die E10 auf's Festland zurück...

Mein erstes Ziel war der Ort Leknes, mit über 2.700 Einwohnern sowie Flug- und Seehafen für Lofoten-Verhältnisse schon fast als Großstadt zu bezeichnen! Dort hielt ich allerdings nur, um zu tanken, zu entsorgen (Abwasser ablassen, Frischwasser auffüllen und Chemie-Toilette entleeren) und um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Bei Vareid bog ich von der E10 ab und fuhr zum kleinen Ort Vikten. Dort kann man eine Glashütte besuchen und den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen.



Leider war es noch viel zu früh; die Familie Tagrand (Vater und Sohn) war zwar anwesend, aber die öffentliche Vorführung fand erst viel später statt. Trotzdem war es interessant, sich dort umzusehen; im Shop werden die Erzeugnisse der beiden Künstler angeboten, und zwar zu wirklich "saftigen" Preisen.



Eigentlich hatte ich es auf ein ganz besonderes Souvenir abgesehen, ein entweder aus Glas geblasenes oder aus Metall geschmiedetes stilisiertes Wikingerboot mit drei Männern und vier unter dem Boot schwimmenden Fischen, aber das war selbst in der kleinsten Ausführung derartig teuer, dass ich mich mit einer pyramidenförmigen Kerze begnügen musste, auf der ebenfalls das beschriebene Motiv abgebildet war. Dieses Symbol wird "Lofotruna" genannt, ist das bekannteste Erzeugnis der Glashütte und gilt heute als regionales Warenzeichen der Lofoten.



Wieder zurück auf der E10, hielt ich nach einer Weile kurz vor dem Örtchen Ramberg auf einem Parkplatz, von dem aus man einen sehr schönen (weil erhöhten) Blick auf den schneeweißen Sandstrand und den Ort hatte. Dort stand ein Trecker mit einem angehängten Schäferwagen, der mir irgendwie bekannt vorkam. Ich dachte zuerst an "Deutz-Willi", über den und dessen Nordkap-Reise ja schon mehrfach im Fernsehen berichtet wurde, aber dann fiel mir ein, dass der ja mit einem ganz normalen Wohnwagen unterwegs war. Mittlerweile weiß ich, dass es sich um den 66-jährigen Klaus Schäfer (wie passend!) aus Wannweil handelte, der seit Ende April 2016 ebenfalls zum Nordkap unterwegs war, und der sich für die etwa 9000 Kilometer lange Reise drei bis vier Monate Zeit genommen hatte; kein Wunder bei 25 km/h Höchstgeschwindigkeit! Leider war er selbst nicht anwesend; wäre sicher interessant gewesen, ihm zuzuhören...



Seit ich auf den Lofoten bin, habe ich unzählige hölzerne Stockfischgestelle gesehen, die aber allesamt leer waren; ich dachte schon, dass es vielleicht an der Jahreszeit liegen könnte. Heute aber sah ich während der Fahrt jede Menge Stockfisch oder deren Köpfe, auf den teilweise riesigen Gestellen zum Trocken aufgehängt. Grundlage für die Produktion ist hauptsächlich Dorsch, Hauptabnehmer für Stockfisch sind Italien, Schweden und die USA; die Köpfe gehen meistens nach Nigeria, wo sie für die Zubereitung einer Fischsuppe verwendet werden.





Nach einigen weiteren, kleineren Abstechern und einigen Fotostopps erreichte ich am Spätnachmittag schließlich den oben erwähnten Ort Å; die E10 endet dort direkt hinter einem kurzen Tunnel auf einem riesigen Parkplatz. Hier standen neben einigen PKW und ein paar Bussen jede Menge Wohnmobile, aber trotzdem war der Parkplatz noch nicht einmal zur Hälfte belegt.





Den gesamten Rest des Tages war ich wieder einmal gezwungen, im Wohnmobil zu bleiben; schon während der letzten Stunde fing es zu regnen an, jetzt aber, nachdem ich mein Tagespensum hinter mir hatte, öffnete der Himmel wieder 'mal alle verfügbaren Schleusen; erst weit nach Mitternacht war endlich wieder "Ruhe im Karton"...

Montag, 20. Juni 2016

Endlich Mitternachtssonne

Der erste Blick nach dem Aufwachen heute morgen gilt natürlich wieder 'mal dem Wetter: Immer noch bedeckt, aber wenigstens kein Regen...

Nach dem Frühstück fahre ich nach Henningsvær, einem kleinen Fischerdorf, das oftmals auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet wird. Es liegt nur etwa 24 Kilometer von Svolvær entfernt, dem Ort, an dem vorgestern meine Fähre vom Festland anlegte.

Nun, dass man sich nicht in Venedig befindet, merkt man allein schon am Wetter, aber auch sonst finde ich diese Bezeichnung doch sehr weit hergeholt! Der Ort liegt auf zwei länglichen, vorgelagerten Inseln, die parallel zueinander verlaufen, der Bereich dazwischen bildet praktisch den Hafen des Orts. Was mich daran aber an Venedig erinnern soll, bleibt mir während meines Besuchs vollständig verborgen; auch den kanalartigen Sund kann man beim besten Willen nicht mit dem Canal Grande der berühmten Lagunenstadt vergleichen...

Trotzdem ist der Ort, der ein beliebtes Touristenziel auf den Lofoten ist, natürlich hübsch anzusehen, selbst bei diesem grauen Himmel. Nachdem man zwei einspurige Brücken, deren Überquerung durch Ampelbetrieb geregelt wird, passiert hat, gelangt man auf einen geräumigen Parkplatz, auf dem man mit dem WoMo auch übernachten könnte. Von dort aus geht's zu Fuß durch den interessanten Ort.



Hier gibt's unzählige Fotomotive und der Ort ist noch ziemlich leert. Ab und zu kommt ein Kleinbus, "spuckt" ein paar Touristen aus, die sofort die Andenkenläden ins Visier nehmen, und ein paar Minuten später ist er schon wieder verschwunden.



Ich schlendere durch den Ort, fotografiere viel und merke, dass sich mein Magen erstaunlicherweise mehr für die vielen Restaurants und die einladend gestalteten Speisekarten interessiert als für die urigen Hafenanlagen mit ihren alten Holzbohlen. Hab' ich etwa nicht genug gefrühstückt? Ich rufe mich zur Ordnung, denn für's Mittagessen ist es ja noch viel zu früh! Nach dem Spaziergang kaufe ich noch einen Magneten und einen hübschen Seeigel als Souvenir, kehre zum WoMo zurück, bekämpfe den "kleinen Hunger" grimmig entschlossen mit einer viel zu reifen Banane und mache mich dann zu meinem nächsten Ziel auf.



Wieder zurück von meinem Abstecher nach Henningsvær, erreiche ich nach ein paar Minuten einmal mehr eine ziemlich imposante, weit geschwungene Brücke, die mich von den Austvågøya nach Gimsøy bringt, zwei der acht größeren Inseln der Lofoten.



Am Ende der Brücke biege ich von der E10 ab, fahre an der Ostküste von Gimsøy etwa sieben Kilometer nach Norden und besuche dort, direkt am Wasser, eine hübsche, weiße Kirche, auf deren Friedhof man uralte gusseiserne Grabplatten entdecken kann; die Kirche selbst wird auf einer Seite durch Stahlstangen gesichert, die sie vor starken Seitenwinden schützen sollen.






Auf der Westseite der Insel geht es wieder zurück zur E10, danach sofort über die nächste Brücke nach Vestvågøy, die bevölkerungsreichste Lofoteninsel. Das Wetter bessert sich ein wenig, und ich sehe in Richtung Norden, also wohl schon über dem Meer, doch tatsächlich ein paar blaue Lücken im Wolkenhimmel, die vielversprechend aussehen. Ich entschließe mich, einen der vielen in meinem Reiseführer aufgeführten Picknickplätze aufzusuchen, von denen aus man, gutes Wetter vorausgesetzt, angeblich die Mitternachtssonne sehen können soll. Vielleicht habe ich ja Glück...

Ich fahre also zum kleinen Dörfchen Uttakleiv und staune, als ich um kurz vor 16:00 Uhr einen der schönsten Strände der Lofoten sehe! Tiefblaues Meer, feiner, weißer Sandstrand, eine grandiose Bergkulisse drumherum und ein super schön angelegter Picknickplatz überzeugen mich in Sekundenschnelle, hier zu bleiben und auch zu übernachten, egal, wie das Wetter wird! Ich werfe 150 Kronen in eine kleine Holzbox und fahre dann hinauf zum etwas höher gelegenen Picknickplatz. Dort stehen zwar schon einige Wohnmobile und PKW, aber es gibt noch reichlich Platz für "Hannelore" und ich suche mir eine Stelle direkt an der Kante zur Picknickwiese und zum Strand aus; von hier aus habe ich einen herrlichen Blick auf das Meer, aber auch auf alles andere "unter mir"...



Jetzt gibt's Kaffee und Kuchen und ich freue mich, dass das Wetter tatsächlich immer besser wird. Na also, geht doch! Ich mache einen ausgiebigen Strandspaziergang und genieße die Atmosphäre.



Weil ich um Mitternacht und auch danach natürlich wach sein möchte, genehmige ich mir später ein kleines Schläfchen und erschrecke, als ich aufwache und feststelle, dass in der Zwischenzeit jemand die Sonne "verbummelt" hat; ein langes Wolkenband zieht vom Land in Richtung Meer und verdeckt bereits ein wenig die Sonne! Na klasse!

Aber ich habe heute wirklich Glück; je weiter die Wolken Richtung Sonne wandern, desto dünner (und wohl auch langsamer) werden sie und schließlich sind sie fast ganz verschwunden; um Mitternacht erlebe ich tatsächlich wieder einmal einen Höhepunkt meiner Skandinavienreise und erfülle mir damit einen uralten Wunsch! Auch Bart, mein ständiger Reisebegleiter, schält sich aus seiner kleinen Hütte (dem Getränkehalter am Armaturenbrett) und will sich das schöne Spektakel natürlich nicht entgehen lassen; sein ewig gleicher Gesichtsausdruck, erstaunte Augen und ein leichtes Grinsen, machen endlich 'mal richtig Sinn... ;-)





Um diese Zeit herrscht noch 'ne Menge Betrieb hier auf dem Platz; die Leute sitzen vor ihren Zelten oder an einem der vielen Picknicktische, entzünden kleine Lagerfeuer und genießen das tolle Wetter und die noch ziemlich hoch stehende Sonne.



Später machen sich einige zu einer Paddeltour auf, andere besteigen die umliegenden Berge, um einen noch tolleren Blick auf die Szenerie werfen zu können. Kurz vor 01:00 Uhr erreicht die Sonne ihren tiefsten Stand; ich mache noch einige Fotos und gehe etwa eine Stunde später zufrieden zu Bett...











Sonntag, 19. Juni 2016

Chillen auf den Lofoten

Heute morgen war ich wirklich froh, dass der ewige Regen endlich etwas nachließ und schließlich ganz aufhörte! Eigentlich empfinde ich es als angenehm, geradezu gemütlich, wenn Regen auf das WoMo-Dach trommelt, aber über viele Stunden ein derartig lautes Geprassel ertragen zu müssen, und das auch noch während der Nacht, ist nicht gerade schön...

Dementsprechend fühlte ich mich nach dem Aufstehen gegen 07:30 Uhr auch nicht so richtig ausgeschlafen. Ich beschloss deshalb und eben auch wegen des andauernden schlechten Wetters, einfach 'mal einen kompletten Tag Pause einzulegen! Man muss bedenken, dass ich ja seit Beginn meiner Reise vor etwa zwei Wochen eigentlich fast jeden Tag eine ziemliche Strecke fahren musste.

Mit Hilfe meines Reiseführers fand ich nur ein paar Kilometer von Kabelvåg entfernt, in der Nähe des winzigen Fischernests Kalle, eine sehr schöne, abgelegene Bucht mit kleinem Sandstrand, viel Grün und umgeben von für die Lofoten so typischen schroffen Bergen. Hier gab's neben einem anderen Wohnmobil nur ein paar Camper, die hier zelteten. Mein Wohnmobil ist auf dem Foto ganz unten rechts zu sehen.


Hier verbrachte ich tatsächlich den ganzen Tag, holte etwas Schlaf nach, machte einen lagen Spaziergang und erledigte außerdem noch so einige Dinge, die in den letzten Tagen angefallen sind, wie z.B. die dringend überfällige Innenreinigung meines Wohnmobils und das Aktualisieren des "Logbuchs" (dort trage ich alle Übernachtungen, alle Tankungen, jeden Gasflaschenwechsel, auftretende Probleme, Reparaturen usw. ein). 

Am Spätnachmittag durfte ich doch tatsächlich noch so ein bis zwei Sonnenstrahlen genießen, die sich wahrscheinlich hoffnungslos verirrt hatten und die kleine Bucht, zumindest zum Teil, in ein schönes Licht tauchten...


Da ich mich hier auf der Südostseite der Lofoten befand, hatte ich auch perfekten Satellitenempfang, deshalb konnte ich mir abends sogar noch ein Spiel der Fussball-EM ansehen (ich glaube, Frankreich-Schweiz). Eigentlich heisst es, dass man so weit nördlich keinen Satelliten mehr empfangen kann, jedenfalls nicht mit einer 65-cm-Schüssel auf dem Dach, aber bei mir klappte es heute hervorragend...

Samstag, 18. Juni 2016

Auf der Rennstrecke E6

Mit meiner Ankunft in Trondheim vor zwei Tagen ging das erste Drittel meiner Skandinavienreise, Fjordnorwegen, zu Ende. Für das zweite Drittel standen die Lofoten und das Nordkap auf dem Programm, während ich das letzte Drittel für die lange Rückreise über Finnland und Schweden nach Deutschland vorgesehen hatte.

Nun kann man aber Trondheim nicht gerade als Eingangstor zu den Lofoten bezeichnen, dazwischen liegen fast 900 Kilometer!

Für diese Strecke gibt's zwei mögliche Alternativen: Entweder man benutzt die manchmal auch als "Rennstrecke" bezeichnete, auf großen Strecken gut ausgebaute Europastraße E6, die die direkte Verbindung von Trondheim zu einem der in Frage kommenden Fährableger bildet, oder aber man fährt ab Steinker die FV17, den so genannten Kystriksveien, der landschaftlich zwar deutlich attraktiver ist, aber insgesamt sieben Fährverbindungen beinhaltet und für den man natürlich ein paar Tage mehr benötigt.

Ich musste mich, wieder 'mal aus Zeitgründen, für die erste Alternative entscheiden; die Wettervorhersage für die nächsten Tage war sowieso ziemlich mies, so dass mir diese Entscheidung nicht schwer fiel. Ich wollte die Fähre ab Skutvik nehmen, die mich auf die Lofoten bringen sollte; für die Strecke dorthin hatte ich zwei Tage eingeplant.

Meine Fahrt begann gestern, Freitag, in Trondheim, bei bestem Sonnenschein, der aber leider nur für etwa eine Stunde anhielt. Danach wurde es immer bewölkter, dann regnete es und an beiden Tagen, gestern und heute, hatte ich schließlich so ziemlich alles gesehen, was der Himmel "auf Lager" hatte: Regen in allen Variationen, dichten Nebel, Dunst, leichten Hagel und sogar etwas Schnee!

Einen ersten (kurzen) Fotostopp legte ich ein, als ich nach Nord-Norge einfuhr, einem Landesteil, der etwa ein Drittel Norwegens einnimmt und die Provinzen (norwegisch: Fylker) Nordland, Troms und Finnmark einschließt. Neben dem auf dem Foto abgebildeten imposanten Tor und einem kleinen Restaurant gab's allerdings so gut wie nichts zu sehen. Dort wurde gerade irgendetwas gebaut oder renoviert, daher gab es viel Lärm, schmutzige, teils sogar schlammige Wege, so dass ich mich nicht lange aufhielt.




Donnerstag, 16. Juni 2016

Über die Atlantikstraße

Heute wollte ich versuchen, bis nach Trondheim zu kommen, dabei aber einen Abstecher zur Atlantikstraße zu machen.

Die Atlantikstraße (norwegisch: Atlanterhavsvegen) ist ein etwa 8 Kilometer langer Abschnitt der Reichsstraße 63 zwischen den Orten Molde und Kristiansund. Durch ihren Verlauf mit acht Brücken über mehrere kleine Inseln ist sie eine beliebte Touristenattraktion. Besonders beeindruckend ist die mit 260 Metern längste der acht Brücken, die Storseisundbrücke, die eine Durchfahrthöhe von 26 Metern bietet und dadurch einen hohen "Buckel" bildet.

Da die Atlantikstraße direkt am Ausgang eines Fjords liegt, treten bei den Gezeitenwechseln zwischen den kleinen Inseln gewaltige Strömungen auf, wodurch diese Abschnitte auch bei einheimischen Anglern sehr beliebt sind. Bei starkem Wind oder gar Sturm werden die anrollenden Wellen oftmals gegen die Straße und die Brückenpfeiler gepeitscht und in die Höhe gepresst, sodass man, wenn man sich dort aufhält, sehr schnell in den Genuss von gründlichen Meerwasserduschen gelangt; auch bei einer Überquerung mit dem Fahrzeug sollte man in diesen Fällen sehr gut aufpassen.

Das alles wollte ich mir natürlich ebenfalls nicht entgehen lassen, leider stimmten aber wieder einmal die äußeren Umstände nicht mit meinen Wünschen überein!

Als ich morgens in Andalsnes losfuhr, hatte ich bestes Sommerwetter; weit und breit keine bedrohlichen Wolkenansammlungen zu sehen! Ich freute mich bereits, dass ich heute offensichtlich Glück mit dem Wetter haben sollte. Je näher ich aber der Küste und damit der Atlantikstraße kam, desto dunstiger wurde es und schließlich zog sich der Himmel ganz zu. Außerdem wehte überhaupt kein Wind; das Meer war glatt "wie in Kinderpopo"...

Naja, das Wetter macht halt, was es will. Ich frage mich manchmal, wann ich endlich lernen werde, mich nicht darüber zu ärgern... ;-)

Die Fahrt über die Atlantikstraße war trotzdem ein Erlebnis, obwohl ich sie mir vielleicht doch noch etwas spektakulärer vorgestellt hatte; ich bin sicher, dass meine Eindrücke bei passendem Wetter etwas besser gewesen wären. Und acht Kilometer sind ja auch ziemlich schnell durchfahren!



Mittwoch, 15. Juni 2016

Speedshopping in Ålesund

Da war doch 'was? Ach ja, iPhone kaputt!

Darum musste ich mich natürlich heute kümmern! Undenkbar, für den Rest der Reise auf das iPhone zu verzichten. Ich hatte ja auch noch ein iPad und sogar ein MacBook dabei, aber gerade unterwegs, also zu Fuß oder mit dem Fahrrad, ist das Smartphone für mich sehr wichtig, erst recht, wenn man im Notfall tatsächlich auch 'mal telefonieren muss.

Nach einer Recherche im Internet stellte ich mit Schrecken fest, dass es in ganz Norwegen nicht einen einzigen Apple Store gab, nicht einmal in Oslo! Apple hat hier lediglich verschiedene Vertragspartner, bei denen man Apple-Produkte kaufen oder auch reparieren lassen kann; der am nächsten gelegene Laden befindet sich demnach in Ålesund.

Eigentlich wollte ich von Geiranger aus entweder nach Norden, über den Trollstigen nach Andalsnes und später weiter zur Atlantikstraße oder aber zuerst nach Westen, zur Vogelinsel Runde, und dann erst zur Atlantikstraße. Mein Missgeschick gestern mit dem Smartphone nahm mir zumindest für heute die Entscheidung ab; es ging also Richtung Nordwesten, nach Ålesund.

Der erste Höhepunkt, kurz hinter Geiranger, war der Aufstieg über elf Serpentinen von Meereshöhe bis auf 620 Meter Höhe auf die so genannte Adlerstraße, die die Orte Geiranger am Geirangerfjord und Eidsdalen am Norddalsfjord verbindet, und der anschließende Blick hinab auf den Geirangerfjord.

Als ich oben ankam, lag Geiranger noch zur Hälfte im Schatten; es war ja noch ziemlich früh.  Vor Anker lag jetzt die "Mein Schiff 1", die sich in der Nacht oder am frühen Morgen irgendwie heimlich in den Fjord geschlichen haben muss, jedenfalls habe ich nichts davon bemerkt! Der Ausblick von hier oben in beide Richtungen des langgestrickten Fjords und auf den Wasserfall "Die sieben Schwestern" war fantastisch!






Dienstag, 14. Juni 2016

Rushhour in Geiranger

Tagesziel heute war Geiranger, am gleichnamigen Fjord gelegen, neben den Lofoten und dem Nordkap das Highlight meiner Reise! Hier überfluten täglich Tausende von Touristen das kleine Örtchen, denn die Kreuzfahrtschiffe geben sich dort die "Klinke in die Hand". Schon vor Jahren hatte ich mir vorgenommen, hier einmal mit dem Wohnmobil zu übernachten und dabei einen Stellplatz möglichst direkt am Ufer des Fjords zu ergattern, um dieses interessante Treiben zu beobachten. Dieser Wunsch ist heute in Erfüllung gegangen! Aber schön der Reihe nach... ;-)

Meine Fahrt begann, wie gewohnt, sehr früh, das Wetter war traumhaft schön und ich fuhr auf der Straße 15 zunächst in Richtung Stryn, also nach Westen. Eine superschöne Strecke; die Straße wurde links und rechts flankiert von unzähligen Seen, 'mal kleinere, 'mal größere, und natürlich von Bergen, oft wieder ohne Baumbestand und schneebedeckt, schließlich bewegt man sich hier auf etwa 900 Meter über dem Meeresspiegel.

Es war fast windstill, dadurch ergaben sich Spiegelungen der Berge in den Seen, die ich in dieser perfekten Art noch nie gesehen hatte! Leider kann man immer dann, wenn einem an den schönsten Stellen ein "Wow" entfährt, natürlich wieder 'mal nicht anhalten! Von einigen Parkbuchten und Picknickplätzen aus konnte ich dann aber doch so einige schöne Bilder in den Kasten bekommen...




Irgendwann, direkt vor einem langen Tunnel, bog ich dann von der 15 auf die kleinere 63 ab, Richtung Geiranger.

Montag, 13. Juni 2016

Winterreise nach Lom

Nachdem mein WoMo gestern ja überwiegend faulenzen durfte, war es heute umso mehr gefordert, denn gleich zwei Fjells standen heute auf dem Programm! Als Fjell bezeichnet man in Skandinavien von der Eiszeit geformte Felsplateaus, Hochebenen oberhalb der Baumgrenze und mit tundraähnlicher Vegetation.

Oben auf einem Fjell zu fahren, ist normalerweise relativ einfach, da die Straßen dort überwiegend eben verlaufen und auch breit genug sind. Das Problem ist der Aufstieg (und natürlich auch der Abstieg) meist von Meereshöhe bis ins Hochgebirge, oftmals auf über 1.500 Meter, denn hier sind nicht nur extreme Steigungen bzw. Gefälle im Spiel, sondern die kaum enden wollenden Serpentinen sind außerdem oft nur einspurig ausgebaut; es gibt viele Ausweichbuchten, aber häufig nicht da, wo man sie gerade braucht...

Das erste, das Aurlandsfjellet, beginnt gleich kurz hinter Flåm, ab dem Dörfchen Aurland, und endet nach etwa 47 Kilometern kurz vor Lærdal. Viele Touristen fahren allerdings kurz vor Aurland in den Lærdalstunnel, der mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt ist. Die Fahrt über ein Fjell, auf dem der ewige Winter und eine erstaunliche Ruhe herrschen, ist aber natürlich viel spannender!

Von den ersten Serpentinen, die noch im winzigen Aurland beginnen, bis zu einem spektakulären Aussichtspunkt oben auf dem Fjell sind's nur etwa zwei Kilometer Luftlinie. Acht Kilometer dagegen braucht das schmale Sträßchen, bis es sich die senkrechte Wand bis zu diesem Punkt emporgehangelt hat. Dabei eröffnen sich immer wieder fantastische Ausblick auf den nach unten "versinkenden" Aurlandsfjord, die mir allerdings verwehrt blieben, da ich mich mit vollster Konzentration und ohne Unterbrechung dem Straßenverlauf widmen musste. Während des Aufstiegs kamen mir insgesamt fünf oder sechs PKW entgegen; fast immer war gerade keine Ausweichbucht in Sicht, und so musste man sich im Schritttempo aneinander vorbeimogeln. Nicht auszudenken, wenn mir ein Wohnmobil, ein LKW oder gar ein Bus entgegen gekommen wäre, allerdings hätte ich, wenn ich richtig informiert bin, nach norwegischem Recht den Vorrang vor den bergab fahrenden Fahrzeugen.

Oben angekommen (puhhh...), erreicht man den bereits erwähnten Aussichtspunkt, den Stegastein. Vom Parkplatz aus führt eine hölzerne Aussichtsrampe über die Baumwipfel und bietet einen atemberaubenden Blick auf das tief unten gelegene Aurland und den Aurlandsfjord. Die Rampe ist ungefähr 30 Meter lang und befindet sich 640 Metern über dem Meeresspiegel! Das Ende der Plattform wird nur durch eine Glasscheibe abgeschlossen, die auch noch schräg nach vorne steht, und die den Eindruck, direkt über dem Aurlandsfjord zu stehen, noch verstärkt. Eigentlich bin ich schwindelfrei (außer in meinen Träumen;-), aber hier bin auch ich erst 'mal sehr vorsichtig bis vorne zur Glasscheibe geschlichen, um einen Blick senkrecht nach unten zu riskieren... ;-)












Sonntag, 12. Juni 2016

Einsteigen bitte...

Ich hab' sehr gut geschlafen und steh' Punkt 6 Uhr 30 auf. Meine für heute geplante Route nach Flåm ist mit 66 km zwar ziemlich kurz, aber schließlich hab' ich ja heute auch noch Einiges vor.

Kurz vor Flåm biege ich für einen kurzen, aber laut Reiseführer lohnenswerten Abstecher von der E16 auf die schmale, meist nur einspurig befahrbare Straße 601 zum winzigen Fischerdörfchen Undreadal ab.

Die Strecke dorthin ist Natur pur, 'mal abgesehen von der kleinen Straße, auf der ich mich befinde. Rechts wird man von einem quietschfidelen Sturzbach begleitet und auf beiden Seiten gibt's unzählige kleine Wasserfälle zu bestaunen, die von den Bergen herabstürzen. Da es noch sehr früh am Morgen war, habe ich fantastisches Licht, außerdem kommen mir auf der etwa 7 km langen Strecke höchstens zwei, drei PKW entgegen.


Im Ort gibt's es einerseits eine uralte Stabkirche (vermutlich eine der ältesten Kirchen Norwegens überhaupt; bei Dachreparaturen fand man die Jahreszahl 1147!), die allerdings von außen nicht mehr als Stabkirche zu erkennen ist. Leider stehe ich dort vor verschlossen Türen, sodass mir ihr besonderes Innere mit dem geschnitzten Leuchter, den verzierten Holzwänden und der Kanzel verwehrt bleibt; wann man dort hinein darf und wann nicht, konnte ich im Vorfeld leider nicht herausbekommen...

Zum anderen liegt der Ort, wie auch Flåm, sehr idyllisch am Aurlandsfjord und bietet außer ein paar Häuschen, einem Laden, einem Café und sogar einem winzigen Campingplatz nichts als wunderschöne Landschaft! So mag ich das... ;-)

Samstag, 11. Juni 2016

Bergen ohne Regen

Wusste ich gestern noch nicht, wie ich meinen Besuch in Bergen am besten organisieren sollte, war mir heute morgen nach dem Aufwachen plötzlich alles klar: Ich fuhr mit dem WoMo zurück in die Stadt, wieder zum Stellplatz an der Eishalle. Natürlich war immer noch alles besetzt, aber dieses Mal musste ich nur ein paar Minuten warten, bis das erste Fahrzeug einen Platz frei machte! Das Gute daran war, dass man auf diesem Stellplatz am Automaten bezahlen konnte und, vor allem, auch stundenweise! Ich löste also für 70 Kronen (etwa 7,60 €) ein Parkticket bis 16:00 Uhr (das erschein mir mehr als ausreichend), stellte mein Wohnmobil ab und fuhr mit der Straßenbahn, deren Haltestelle nur 300 Meter entfernt war, in die Stadt; das dauerte nur 15 Minuten und man war direkt im Stadtzentrum. Am Spätnachmittag, nach meiner Rückkehr, wollte ich dann noch ein bisschen „Strecke machen“…

Wer Bergen kennt, weiß wahrscheinlich, dass es dort fast ständig regnet; die Stadt gehört zu den regenreichsten in Europa! Ich hatte aber wieder ’mal großes Glück: Zum einen war von Regen keine Spur, es war sonnig, so etwa 19 bis 21 Grad. Zum anderen fanden in Bergen an diesem Wochenende die Hanseatic Days 2016 statt, eine Veranstaltung, die jedes Jahr von einer anderen (auch ehemaligen) Hansestadt ausgerichtet wird.
















So war heute natürlich noch mehr los als an einem gewöhnlichen Tag in Bergen. Der Bereich um den Hafen, der berühmte Fischmarkt und Bryggen, das noch berühmtere und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Hanseviertel, waren gerammelt voll, fast schon zu voll! Ich muss wirklich ’mal genau überlegen, ob es hier sogar noch etwas voller war als in Florenz...


Freitag, 10. Juni 2016

Von Oslo nach Bergen

Die beiden ersten Fahrtage von Oslo nach Bergen waren schon ’mal der Hammer! Ich glaube, der besonderen Schönheit der norwegischen Landschaft kann sich wohl niemand entziehen…

Bereits am Mittwochabend, nachdem ich nach meiner Ankunft in Oslo noch den Frogner-Park besucht habe, fiel bei mir die Entscheidung, dieses Mal auf einen ausführlicheren Besuch der Stadt zu verzichten und dafür lieber mehr Zeit für die landschaftlich reizvolleren Teile des Landes zur Verfügung zu haben! Ursprünglich war ja Oslo als Ausgangsstation sowieso nicht vorgesehen; ich wollte eigentlich mit der Fähre vom dänischen Hirtshals nach Kristiansand fahren und meine Reise im Süden Norwegens beginnen. Durch ein Frühbucherschnäppchen, das ich im Januar im Internet entdeckt habe, konnte ich aber für nur 80 Euro von Frederikshavn nach Oslo übersetzen; für diese Strecke muss man normalerweise 200 bis 300 Euro bezahlen!

Nach einer erholsamen Nacht, einer kleinen „Katzenwäsche“ und einem leckeren Frühstück konnte ich mich gestern also voller Erwartung auf meine lange, lange Reise begeben…

Zunächst ging es auf der als Autobahn ausgebauten E16 Richtung nach Drammen, danach auf der E134 immer „gen Westen“; auf dieser Straße sollte ich für den Rest des ersten Tags bleiben. Als Ziel hatte ich mir den kleinen Ort Røldal ausgewählt, der in einem sehr hübschen, tief eingeschnittenen Tal liegt, und der über mehrere Campingplätze verfügt.

Die E134 ist eine der wichtigsten norwegischen Straßenverbindungen und geht im Osten von Drammen nach Haugesund im Westen. Sie wird auch Haukelivegen genannt und führt über das fast 1.700 Meter hoch liegende Haukelifjell, auf dem das ganze Jahr über Schnee liegt.





Die ersten ein bis zwei Stunden vergingen wie im Flug; es ging ja erst einmal darum, die Umgebung der norwegischen Hauptstadt ohne größere „Blessuren“ zu verlassen.

Eine Seefahrt...

Der heutige Tag bestand im Wesentlichen aus der Fährüberfahrt von Frederikshavn nach Oslo. Ich bin schon gestern, während meiner kleinen Fahrradtour, beim Fähranleger der Stena Line gewesen und habe gefragt, wann der Check-In öffnen würde, man sagte mir, um 8 Uhr! Ich dachte mir also, so früh wie möglich einzuchecken, würde mir einen der vorderen Plätze in einer der Warteschlangen garantieren, und eventuell als einer der ersten auf die Fähre und damit auch wieder als erster herunterzufahren (kann natürlich auch genau anders herum sein...).



Als ich um genau 8:03 Uhr am Check-In eintraf, waren bereits mindestens zehn Wohnmobile eingecheckt, ebenfalls etliche PKW, Wohnwagen-Gespanne und einige LKW. Wie, zum Teufel, haben die das gemacht? Selbst wenn alle bereits weit vor 8:00 Uhr vor dem Check-In gewartet haben sollten, können die ein paar Minuten später unmöglich schon alle abgefertigt worden sein! Ich denke, die Auskunft, die mir eine junge Frau am Vortag gegeben hatte, war wohl falsch! Was soll's...

Dienstag, 7. Juni 2016

Nordlicht goes Nordkap

Wer sagt denn, Nordlichter könne man in Nord-Norwegen nur im Winter sehen?

Ich werde beweisen, dass das auch im Sommer möglich ist, denn schließlich bin ich --- selbst ein Nordlicht! Und alles andere als unsichtbar...

Meine große Nordkap-Tour, auf die ich nun schon so lange gewartet hab', hat endlich begonnen! Ich bin gestern, am Montag, morgens noch kurz beim Friseur gewesen, hab' danach beim Discounter Unmengen an Lebensmitteln "gebunkert" (Norwegen ist teuer!) und bin dann gegen 11:30 Uhr ganz gemütlich in Richtung Norden aufgebrochen...

Tagesziel war das dänische Århus, mit über 260.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Dort stand ich auf einem einfachen, eigentlich nicht besonders einladenden Parkplatz, aber dafür direkt in der Stadt und kostenlos. Im übrigen ist es mir bei reinen Übernachtungsplätzen eigentlich auch egal, wie sie aussehen, Hauptsache, ich fühle mich dort sicher! Durch die zentrale Lage bekam ich zusätzlich die Gelegenheit, mir die Stadt etwas genauer anzuschauen.

Heute morgen ging es dann weiter nach Frederikshavn, von dort aus geht nämlich morgen früh meine Fähre nach Oslo! Frederikshavn ist deutlich kleiner, verfügt aber über eine der längsten Fußgängerzonen Dänemarks, eine hübsche, alte Fischersiedlung und mehrere schöne Strände. Einer dieser Strände ist der einzige Palmenstrand in Dänemark.

Die Überfahrt morgen wird etwas mehr als neun Stunden dauern; gegen 18:30 Uhr werde ich hoffentlich von der Fähre rollen und mir einen Übernachtungsplatz in Oslo suchen können.



Ich habe, im Gegensatz zu meinen früheren Reisen in die USA, nach Australien und nach Neuseeland, wie schon in der Toskana auch jetzt keine festgelegte Reiseroute, allerdings sind manche Strecken fast obligatorisch, wenn man meine Hauptziele betrachtet.

Ich werde von Oslo aus zunächst in Richtung Bergen fahren und mich dann so langsam weiter nach Norden "vorarbeiten"; dabei habe mir unter anderem als Highlights Bergen, den Geiranger-Fjord, den Trollstigen, die Vogelinsel Runde, die Flåm-Bahn, die Atlantikstraße und Ålesund vorgenommen; Ziel nach dem ersten Drittel ist dann Trondheim.

Danach geht's auf schnellstem Wege auf die Lofoten, wo ich hoffentlich genügend Zeit habe, auch Schlechtwettertage "auszusitzen", um die Schönheit dieser Inselkette bei schönem Wetter genießen zu können. Weiter geht es dann über Narvik, Tromsø und Hammerfest zum Nordkap und eventuell, falls die Zeit reicht, auch noch bis Kirkenes, dem "Wendehafen" der berühmten Hurtigrute und nach Grense Jakobselv, direkt an der russischen Grenze.

Im letzten Drittel ist "Kilometerfressen" angesagt, denn schließlich muss ich irgendwann ja auch wieder zuhause sein! Die Rückfahrt soll über Finnland (Inari und Kittilä) bis an den Bottnischen Meerbusen gehen, danach an der schwedischen Ostseeküste entlang nach Stockholm und schließlich nach Malmö. Vielleicht klappt ja sogar noch ein Kurzbesuch in Kopenhagen...

Ich werde natürlich wieder versuchen, meine täglichen "Abenteuer" in kleine Berichte zu verpacken und bei Gelegenheit hochzuladen, will hier aber nicht zu viel versprechen! Zum einen setzt dies stabile Internet-Verbindungen voraus, zum anderen werde ich mich abends wahrscheinlich des Öfteren wohl auch lieber dem "Dolcefarniente" hingeben, als am Notebook zu arbeiten, denn immerhin muss ich wirklich lange und teilweise richtig anstrengende Strecken bewältigen. Mal sehen, wie's so klappt... ;-)

Freitag, 20. Mai 2016

Fazit Schlei

Wie bereits gestern angekündigt, bin ich heute von Maasholm über Kappeln wieder nachhause gefahren, allerdings nicht, wie bei der Hinreise, über Schleswig, sondern über Eckernförde.

Eigentlich hatte ich vor, dort noch einen kleinen Stopp einzulegen und mir die Innenstadt und vor allem den Hafen anzusehen, aber das scheiterte leider daran, dass ich in akzeptabler Entfernung keinen Parkplatz gefunden habe, der für mein Wohnmobil groß genug gewesen wäre. Außerdem regnete es 'mal wieder, und so fuhr ich kurzerhand wieder aus der Stadt heraus, Richtung Autobahn. Eckernförde und Umgebung ist sowieso eine "eigene" Reise wert, dann hoffentlich mit besserem Wetter...

Meine fünftägige Kurzreise an die Schlei hat mir sehr gut gefallen, vor allem die Rapsblüte, die ich dieses Mal in voller Pracht, sehr intensiv und vor allem hautnah (weil ich meist mit dem Fahrrad unterwegs war) genießen konnte!

Obwohl ich fast mein ganzes bisheriges Leben in Schleswig-Holstein verbracht habe, stelle ich immer wieder fest, dass ich davon eigentlich noch gar nichts so richtig gesehen habe. Gleichzeitig freue ich mich, dass mir diese Möglichkeiten jetzt in vollem Umfang zur Verfügung stehen.

Zum Abschluss wieder eine kleine Übersicht sowie meine Reiseroute als Foto.

Steckbrief Schlei

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 5 Tage
Strecke: 330 Kilometer
Diesel: 33 Liter zu 33,00€ (geschätzt, weil nicht getankt)
Übernachtungen: 4 zu 56,00€ (im Schnitt 14,00€ pro Übernachtung)
Kosten: 104,30€ (für Diesel, Übernachtungen und Eintrittskarten)


Donnerstag, 19. Mai 2016

Von Maasholm zur Geltinger Birk

War die Fahrt von Schleswig nach Kappeln schon kurz, so kann man meine heutige Etappe wohl nur als "Katzensprung" bezeichnen: Gerade 'mal 11 km von Kappeln entfernt, fast an der Schleimündung, liegt Maasholm, ein winziges Nest, das überwiegend vom Tourismus lebt, aber auch einen bedeutenden Fischereihafen und eine Fischräucherei besitzt.

Vor einiger Zeit bin ich im Rahmen einer Schiffstour von Kappeln nach Schleimünde (so wird die Lotseninsel bezeichnet, die die Schlei von der Ostsee trennt) schon einmal in Maasholm gewesen, und schon vom Schiff aus konnte man damals einen gut besuchten Wohnmobil-Stellplatz ausmachen; der war mein heutiges Ziel! 

Aufgrund meiner frühen Ankunft erwischte ich einen wirklich tollen Platz, so nah am Wasser, wie es möglich war. Direkt vor mir lag der Wander- und Radweg, der rechts zum Hafen und links am Schleiufer entlang zur Ostsee führt.



Nachdem ich mich häuslich eingerichtet und die Stellplatzgebühr von 12 Euro bezahlt hatte, unternahm ich zuerst 'mal einen kleinen Spaziergang zum Bootshafen, der direkt neben dem Stellplatz liegt, und in den kleinen Ort, der aber, abgesehen von ein paar Restaurants und einem winzigen Supermarkt, nichts Besonderes bietet. 

Mittwoch, 18. Mai 2016

Raps, bis der Landarzt kommt

Die Fahrt von Schleswig nach Kappeln war mit etwa 35 Kilometern nur kurz, aber bereits auf dieser Strecke sah ich im Überfluss das, weshalb ich mir (unter anderem) die Schlei als Reiseziel ausgewählt hatte: Raps, in voller Blüte, auf unzähligen und teilweise riesigen Feldern! Wenn dazu auch noch die Sonne scheint, dann hat dieses unglaublich intensive Gelb eine faszinierende Wirkung, finde ich. So habe ich tatsächlich hier schon einige Male angehalten, um Fotos zu machen; hätte ich gewusst, was mich auf meiner anschließenden Fahrradtour erwarten würde, hätte ich mir diese Stopps allerdings ruhig sparen können...


In Kappeln gibt es auf dem Gelände einer Werft am hinteren Ende einen gut ausgestatteten Wohnmobil-Stellplatz, der mit 12 Euro auch nicht zu teuer ist. Ich konnte hier sofort eine schöne Parzelle finden, obwohl der Platz noch (oder etwa schon wieder?) sehr gut belegt war; zwischen meinem Wohnmobil und der Schlei befand sich nur ein kleiner Sandweg und ein Stück Rasenfläche, das zu einem Rudersportverein gehörte. 

Dienstag, 17. Mai 2016

Von Herzögen und Wikingern

Ich hab' mich nun doch entschieden, noch einen Tag länger in Schleswig und vor allem auf diesem Stellplatz zu bleiben, allerdings wollte ich, sozusagen als kleine "Belohnung", einen Platz in der ersten Reihe, direkt an der Schlei, haben! Da es aber leider niemanden gab, der diese Bitte auch hätte durchsetzen können, musste ich eben selbst dafür sorgen... ;-)

Also, nach dem Frühstück SAT-Antenne eingefahren, Strom "abgestöpselt", von den Auffahrkeilen heruntergefahren, Kabeltrommel und Keile verstaut und dann aufgepasst, ob "vorne" etwas frei wird! Tatsächlich musste ich auch nicht lange warten. Wenn jemand vorhat, seinen Platz zu räumen, kann man dies natürlich auch sehr leicht an seinen Vorbereitungen, wie z.B. Stromkabel verstauen, erkennen...

Gegen 9 Uhr stand ich also auf meinem neuen Platz, mit schönem Blick auf die Schlei und den direkt vor meiner Nase liegenden Yachthafen. Das Wetter war, wie ja schon angekündigt, nicht so "prickelnd", allerdings gab's doch hin und wieder etwas Sonnenschein, und so machte ich mich bereit für meine heutige Fahrradtour. Da ich die Innenstadt, insbesondere die gesamte Fußgängerzone, schon gestern erkundet hatte, wollte ich heute das Schloss Gottorf besichtigen und das Wikinger-Museum Haithabu mit den dazu gehörenden Wikinger-Häusern besuchen.

Mir ist irgendwie so, als ob ich als Kind, vielleicht im Rahmen eines Schulausflugs, schon einmal im Schloss Gottorf gewesen wäre, aber das würde dann so lange her sein, dass es schon fast nicht mehr wahr wäre! Auf jeden Fall hab' ich keinerlei Erinnerungen an irgendwelche Details. Deshalb hatte ich mir schon seit Jahren gewünscht, diesen Besuch endlich 'mal nachzuholen, und in Verbindung mit einem WoMo-Aufenthalt in der Stadt passt dieses Vorhaben doch jetzt perfekt!

Im kleinen Info- und Tickethäuschen (vorne links auf dem Foto zu sehen) bettelte ich an der Kasse: "Einmal armer, alter Rentner, bitte!", wofür die nette Angestellte zunächst nur ein langgezogenes "Ooooooch..." übrig hatte und dann unerbittlich nachschob: "Macht 9 Euro plus Mitleid!". Mist, das Mitleid sollte ich also auch noch selbst aufbringen, Frechheit sowas... ;-)


Im Eintrittspreis ist die Besichtigung des gesamten Schlosses (damit würde man, wenn man alles ganz genau erkunden wollte, wahrscheinlich den gesamten Tag verbringen können), verschiedener Ausstellungen im so genannten Kreuzstall und in der Reithalle, weiterer Galerien und Ateliers verschiedener Künstler, die Nydamhalle sowie der zum Schloss gehörende, ca. 400 Meter entfernte Barockgarten enthalten, ein ziemliches Programm!

Montag, 16. Mai 2016

WK-316 auf Schleifahrt...

Nein, nicht Schleichfahrt, sondern wirklich Schleifahrt!

Um die Wartezeit bis zum Beginn meiner Nordkapp-Tour Anfang Juni etwas zu verkürzen, dachte ich mir, noch eine oder zwei Kurzreisen zu machen; heute ging es an die Schlei!

Ich wollte schon immer 'mal die Schlei etwas näher kennenlernen, von Schleswig bis Kappeln und Maasholm, vielleicht mit ein paar Tagen Zeit und möglichst während der Rapsblüte. Alles das passt jetzt! Bis auf das Wetter. Das könnte wirklich etwas besser sein...

Heute morgen, am Pfingstmontag, bin ich gegen 10:00 Uhr von zuhause losgefahren; um die Mittagszeit traf ich am Wohnmobilstellplatz am Stadthafen in Schleswig ein.

Dieser Platz ist sehr schön gelegen, direkt am Hafen, mit super Blick auf die Schlei. Im Preis von 16 Euro sind Ver- und Entsorgung, Strom, WiFi, Duschen, Toiletten und bis zu drei Personen eingeschlossen, ein Betrag, der für diese Leistung voll in Ordnung geht, finde ich.


Da das Büro des Hafenmeisters, bei dem man sich anmelden muss, über Mittag geschlossen ist, habe ich mir zuerst 'mal einen Stellplatz gesucht (direkt in der ersten Reihe am Wasser war leider nichts mehr frei; da hätte ich wohl noch etwas eher kommen müssen...), etwas gegen den Hunger getan und mir dann ein kleines Mittagsstündchen gegönnt ;-)

Um 15:00 Uhr war ich pünktlich beim Hafenmeister, der tatsächlich sehr sympathisch war; so stand es nämlich in den Bewertungen verschiedener Stellplatz-Apps. Hier erhält man dann auch einen sehr praktischen Stadtplan, ein paar Gutscheine, das Kennwort für die WiFi-Anmeldung und sogar noch eine hübsche, kleine Einkaufstasche (aus Stoff!) mit dem Aufdruck "Willkommen in Schleswig"; eine nette Geste!

Samstag, 7. Mai 2016

Fazit Italien

Seit gestern Abend bin ich wieder zuhause!

Meine Rückreise habe ich, wie geplant, am Donnerstagmorgen begonnen. Es ging, wieder bei  fantastischem Wetter, zunächst auf der Autobahn von Bardolino nach Bozen, danach über Meran und den Reschenpass, und schließlich über den Fernpass nach Deutschland, genauer gesagt, auf die A7 bei Füssen.

Eigentlich hatte ich mir Füssen als Tagesziel ausgesucht, aber weil ich sehr gut durchgekommen bin, war es noch etwas zu früh, um schon Feierabend zu machen. Ich bin deshalb noch bis Ulm weitergefahren und ließ mir dort von meiner Stellplatz-App anzeigen, welche Stellplätze in der Nähe in Frage kommen würden. Schließlich landete ich in einem kleinen Örtchen namens Öllingen (Baden-Württemberg), etwas nördlich von Ulm, in dem am Rathaus auf einem Parkplatz drei speziell für Wohnmobile gekennzeichnete Übernachtungsplätze vorhanden sein sollten. Die gab's tatsächlich, zwei davon waren bereits belegt; Glück gehabt! ;-)

Am Freitag früh hatte ich dann nur noch die A7 bis nördlich von Hamburg auf dem Programm; kurz nach dem Start teilte mir meine Navi-Siri (ich nenne sie alle Siri...;-) in einem etwas gelangweilt klingendem Ton mit: "Fahren Sie mehr als 500 km weiter". Na denn...

Meine erste etwas längere Reise mit dem eigenen Wohnmobil hat mir sehr gut gefallen! Alles hat so geklappt, wie ich es erwartet hatte; es gab wirklich keinerlei unliebsame Überraschungen oder gar Pannen! Das Wetter hätte vielleicht etwas besser sein können, aber das kann man ja leider nicht beeinflussen. Auf jeden Fall habe ich nicht etwa die falsche Jahreszeit gewählt; der viele Regen und die teilweise zu geringen Temperaturen waren, wie man sich wohl erinnern wird, ein Problem in ganz Europa!

Mir war natürlich klar, dass ich von meinem Reiseziel, der Toskana, nur einen Bruchteil würde kennenlernen können, und ich hatte im Vorfeld auch keine konkrete Reiseroute ausgearbeitet (auch wenn so mancher, der mich kennt, das kaum glauben wird...;-), aber die Orte, die ich in den ca. drei Wochen tatsächlich besuchen konnte, haben sich echt gelohnt, nicht zuletzt natürlich auch die wunderschöne, einmalige Landschaft der Toskana!

Ich war in Lucca, in Pisa, in Montecatini, in Florenz, in Greve und Radda, in San Gimignano, dann in Pienza, in Montecchiello und schließlich in Montepulciano. Die Tage in Venedig und an der Lagune in Punta Sabbioni sowie die Übernachtung in Bardolino am Gardasee waren für mich eine perfekte Abrundung und ein schöner Abschluss der Reise...

Für diejenigen, die es interessiert, hier noch einige statistische Daten und meine Reiseroute:

Steckbrief Italien

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 20 Tage
Strecke: 3710 Kilometer
Diesel: 366 Liter zu 406,52 € (im Schnitt 1,11€ pro Liter)
Verbrauch: 9,87 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 19 zu 214,50€ (im Schnitt 11,29€ pro Übernachtung)
Kosten: 840,00€ (für Diesel, Übernachtungen, Maut, Eintritt/Tickets und Internet)

Das Foto zeigt meine Reiseroute in Italien sowie die Hinreise über die Schweiz und die Rückreise über Österreich.



Mittwoch, 4. Mai 2016

Lagune oder Gardasee...?

Anscheinend kommen mir die allerbesten Ideen nur bei einem oder mehreren Gläschen Rotwein... ;-)

Eigentlich hatte ich für heute eine vier- bis fünfstündige Fahrradtour geplant und würde dann den morgigen Donnerstag sowie den Freitag für die Rückreise nach Deutschland verwenden müssen. Eben ohne die Übernachtung am Gardasee!

Weil ich aber ja bereits gestern und auch vorgestern zwei kleinere Touren gemacht hatte, die schon einige Passagen der für heute geplanten, längeren Tour enthielten, hab' ich mir gestern Abend überlegt, die Tour für heute etwas zu kürzen, sehr früh loszufahren und dann hier noch am Vormittag auszuchecken (wäre sogar bis 12:00 Uhr möglich); auf diese Weise sollte doch wohl noch genügend Zeit bleiben, an den Gardasee zu fahren und dort den Abend zu verbringen...

Genauso hab' ich es heute auch gemacht! Bin um 6:40 Uhr aufgestanden (jawoll), hab' alles Notwendige erledigt, trotzdem noch gemütlich gefrühstückt (inklusive Brötchen fertigbacken) und bin dann kurz vor 8:00 Uhr losgefahren!

Wer verstehen will, warum mir diese Fahrradtour auf der Landzunge der Lagune von Venedig so wichtig war, muss einen Blick auf die Karte werfen. Genauer gesagt, auf die Satellitenansicht der Karte. Schaut man sich das Gebiet nordöstlich von Treporti an, fragt man sich unwillkürlich, wie es dort wohl aussehen würde; halb Land, halb Wasser, kaum Wege oder Straßen...

Ich habe schon in Deutschland und schon vor über einem Jahr auf www.komoot.de eine solche entsprechende Tour geplant und war nun sehr gespannt, ob ich die so überhaupt abfahren könnte.

Um es kurz zu machen: es war eine der schönsten Fahrradtouren, die ich je unternommen habe!

Erst einmal hatte ich wirklich perfektes Wetter; Sonnenschein pur, keine einzige Wolke zu sehen! Zweitens war es noch früher Morgen, wo die Luft noch ganz klar und das Licht irgendwie ganz besonders ist. Dazu kam die absolute Ruhe, die einem als zivilisationsgewöhnten Menschen sofort auffällt und die man schlagartig genießt!

Das Highlight aber war natürlich die Landschaft, jedenfalls als ich die dichter bewohnten Gebiete hinter mir hatte. Hier war alles flach, teilweise Satzwiesen, teilweise noch riesige Wasserflächen; ich fuhr auf winzigen Straßen oder Wegen zwischen ihnen hindurch.






Im Hintergrund hatte ich ständig die Alpen mit ihren schneebedeckten, weißen Gipfeln vor meinen Augen; ich hätte vorher nie geglaubt, dass man sie von hier aus überhaupt sehen kann! Sie schienen mir so nah zu sein, dass ich fast glaubte, mit dem Fahrrad nur ein paar Stunden weiter fahren zu müssen, um sie zu erreichen... ;-)