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Freitag, 30. September 2016

Fazit Frankreich

So, da bin ich wieder! ;-)

Ich bin heute um die Mittagszeit wohlbehalten und ohne irgendwelche Probleme wieder zuhause eingetroffen. Meine Rückreise hat sich über insgesamt zweieinhalb Tage hingezogen; kein Wunder, denn die Strecke vom Südosten der Bretagne bis hierher war natürlich deutlich länger als die Hinreise nach Le Tréport in der Normandie!

Am ersten Fahrtag (Mittwoch) schaffte ich es, an den beiden etwas größeren Städten Rennes und Caen vorbei, bis kurz vor Rouen; im kleinen Nest Heurteauville fand ich einen supertollen Stellplatz, direkt am Ufer der Seine.





Gestern ging es dann weiter nach Lille, später über die Grenzen nach Belgien und Holland und in Deutschland schließlich bis nach Dülmen, wo ich auf einem Parkplatz direkt neben einem Sportplatz übernachtete. Die restliche Strecke heute Morgen führte dann ausschließlich über Autobahnen auf dem direkten Weg nachhause.

In den 24 Tagen dieser Reise habe ich unendlich viel gesehen und erlebt, was mir bisher absolut fremd war! Ich hatte ja schon zu Beginn, in meinem ersten Beitrag, erwähnt, dass ich im Vorfeld sehr gespannt auf diese Tour war und eigentlich auch den einen oder anderen Vorbehalt gegenüber den Franzosen hatte. Auch wusste ich nicht, wie ich mit meinen wenigen Französisch-Brocken zurecht kommen würde (dass es gar nicht 'mal so wenige waren, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht).

Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass sich das alles "in Wohlgefallen aufgelöst" hat! Alle Franzosen, die ich getroffen habe, egal, ob Einheimische oder selbst Touristen, waren ausnahmslos nicht nur höflich, sondern supersympathisch und unglaublich hilfsbereit! Für die Tatsache, dass fast niemand Englisch spricht, auch in den Hochburgen des Tourismus nicht, kann man ja den einzelnen Menschen nicht verantwortlich machen; das hat mit Sicherheit viel grundsätzlichere Ursachen.

Was das Landschaftserlebnis anbelangt, so zähle ich die Normandie und ganz besonders die Bretagne jetzt mit zu den schönsten Orten, die ich in meinem Leben jemals besuchen durfte; die öffentlich zugänglichen Strände und Küstenabschnitte, von denen es gefühlt unendlich viele gibt, sind einfach faszinierend und auch nicht sonderlich überfüllt, wenn man 'mal von der Hochsaison absieht. Nun war ich endlich zum ersten Mal dort, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal...

Was ich vorher schon häufiger gelesen hatte, hat sich glücklicherweise ebenfalls bestätigt: Frankreich ist ein ausgesprochen wohnmobilfreundliches Land! Camping- und Stellplätze findet man wie Sand am Meer, überall ist es sauber, die Preise sind absolut moderat und die Qualität der Einrichtungen entspricht mindestens dem deutschen Standard.

Ich hoffe, dass euch mein Reisebericht auch diesmal gefallen hat, und dass er vor allem einigermaßen informativ, aber trotzdem nicht zu "trocken" geraten ist! Falls der eine oder andere von euch sogar den unwiderstehlichen Drang verspürt, einen Kommentar zu hinterlassen, so werde ich ihm dafür nicht böse sein, versprochen... ;-)

Zum Abschluss wieder, wie üblich, ein paar "nackte Tatsachen" sowie eine Grafik meiner Reiseroute innerhalb Frankreichs...

Steckbrief Frankreich

Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 24 Tage
Strecke: 4.315 Kilometer
Diesel: 416 Liter zu 450,52€ (im Schnitt 1,08€ pro Liter)
Verbrauch: 9,6 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 23 zu 150,83€ (im Schnitt 6,56€ pro Übernachtung)
Kosten: 752,21€ (für Diesel, Brückenmaut, Übernachtungen, Internet und Tickets aller Art)

Dienstag, 27. September 2016

Die Salzgärten von Guérande

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht: Heute war der allerletzte Tag meiner dreiwöchigen Frankreich-Reise, morgen Vormittag muss ich leider schon die lange Rückreise nach Deutschland antreten!

Aber heute habe ich zum Abschluss noch 'mal 'was ganz Besonderes unternommen: eine Fahrradtour durch die berühmten Salzgärten von Guérande! Dieses Gebiet liegt zwischen dem mittelalterlichen Ort Guérande und dem direkt an der Atlantikküste gelegenen Touristen-Städtchen Batz-sur-Mer; eine bizarr anmutende Landschaft mit unzähligen Wasserbecken, die direkt oder indirekt mit dem Meerwasser in Verbindung stehen. Die Marais Salants, die Salinen der Region um Guérande, gelten als der größte Salzgarten Europas.

Fleur de Sel (die Salzblume), die etwas feinere Variante der beiden dort abgebauten Salzarten, ist eine Spezialität der Region; sie bildet sich an heißen und windstillen Tagen als hauchdünne Schicht auf der Oberfläche der Erntebecken und wird mit langen Holzschiebern ganz vorsichtig abgeerntet.

Gestern Abend hatte ich einen einfachen WoMo-Stellplatz in La Turballe gefunden, einem Ort, der ebenfalls am Meer liegt und der sich etwas westlich der Salzweisen befindet; damit befinde ich mich jetzt nicht mehr in der Bretagne, sondern in der Region Pays de la Loire! Von dort aus startete ich am Morgen gutgelaunt, aber bei schon ziemlich miesem Wetter, meine Fahrradtour. Kaum war ich aus dem Ort heraus, fing es schon an zu nieseln. Dann wurde der Regen immer heftiger, sodass ich sogar zeitweilig absteigen und mir Unterstellmöglichkeiten suchen musste, um nicht vollends nass zu werden! Das fing ja 'mal nicht so toll an...

Kurz vor Erreichen der Salzwiesen trifft man zunächst auf einen riesigen Gebäudekomplex mit dem Namen Terre de Sel, einer Art Ausstellungs-Boutique, die als Schaufenster der lokalen Salzproduktion fungieren soll. Im Erdgeschoss informiert man über die Ökosysteme, die Fauna und Flora der Halbinsel Guérande sowie über das Gewerbe der Salzbauern. In gut ausgestatteten Verkaufsräumen werden dagegen die berühmte Salzblüte sowie leckere Bonbons aus gesalzener Butter und natürlich weitere regionale Produkte zum Verkauf angeboten.


Ein überdimensionales Foto, das diese Gegend aus der Vogelperspektive zeigt, wurde an einer der Außenwände eines der Gebäude montiert; es zeigt sehr schön, wie "speziell" es hier von oben ausschaut. Ähnlich markant sieht es übrigens auch auf Google Maps und Co. aus...


Von dort aus bog ich Richtung Süden und Richtung Batz-sur-Mer ab auf eine kleine Straße, die mitten durch die Salzwiesen führt. Man kann sich gut vorstellen, dass diese eigenartige Landschaft natürlich auch ein Paradies für Vögel ist.



An sehr vielen Becken findet man die kleinen Häufchen aus bereits geerntetem Salz, die auf sehr schmalen Verbindungswegen und -stegen abgelegt wurden und später abtransportiert werden.



Nach der ersten Durchquerung erreichte ich schließlich Batz-sur-Mer, einen hübschen kleinen Ort an der Küste, wo sich auch zur Abwechslung 'mal wieder die Sonne zeigte!


Auf der Terrasse eines kleinen Straßencafés direkt am Wasser legte ich eine kleine Pause ein; neben dem obligatorischen Cappuccino probierte ich hier 'mal eine der unzähligen Crêpes-Varianten, mit Apfelmus, Karamell-Sauce und etwas Calvados. Himmlisch lecker, sag' ich euch... ;-)


Danach fuhr ich zurück, erneut durch das Gebiet der Salzgärten, dieses Mal aber auf einer etwas anderen Strecke.

Zwischendurch war leider auch noch eine Pause ganz anderer Art fällig: das Hinterrad meines Fahrrads berührte auf der rechten Seite einmal pro Umdrehung den mittleren Rahmen; links dagegen war der Abstand viel zu groß. Nachdem ich das Bike auf den Kopf gestellt hatte, stellte ich erschrocken fest, dass sich doch tatsächlich eine Schraube für das Hinterrad gelöst hatten und es dadurch nach vorn und etwas zur Seite geschoben wurde! Auweia, das hätte früher oder später ins Auge gehen können! Glücklicherweise hatte ich das notwendige Werkzeug dabei, um alles wieder fest anzuziehen!

Zum Abschluss meiner Tour besuchte ich dann noch das 15.000-Einwohner-Städtchen Guérande, das dieser Gegend seinen Namen verliehen hat und für seinen mittelalterlichen, historischen Stadtkern bekannt ist. Ich betrat die Stadt durch das südlichste der vier noch erhaltenen Stadttore und genoss die Atmosphäre in den überraschend belebten Strassen und Gassen.



Nachdem ich mich ausgiebig umgesehen hatte, fuhr ich zum Nordtor wieder hinaus, danach in Richtung Westen und zurück nach La Turballe zu meinem Wohnmobil. Ich war froh, dass sich das Wetter seit dem Besuch in Batz-sur-Mer einigermaßen gut gehalten hatte, allerdings wurde es jetzt immer windiger und ich war froh, als ich endlich wieder "zuhause" war. 

Nach dem Abendessen raffte ich widerwillig mich auf, meine Strecke für die Rückreise morgen früh zu planen; eigentlich würde ich gern noch ein bis zwei Wochen in der Gegend bleiben... ;-)

Montag, 26. September 2016

An der Côte Sauvage

Hier an der Côte Sauvage, der wilden Küste von Quiberon, bin ich ja schon gestern Mittag angekommen; meine gestrige Erkundung dieser schönen, im Sommer oft hoffnungslos überfüllten Halbinsel setzte ich heute mit einer Radtour rund um dessen Südspitze fort.

Schon weit vor dem ganz "unten" an der Spitze liegenden Hauptort der Insel, der Stadt Quiberon, fällt einem ein ganz besonderes Gebäude auf, dessen Silhouette irgendwie bezeichnend für die ganze Halbinsel ist: das Schloss Turpault. Mit seinen vielen Türmchen und Zinnen könnte man meinen, es stamme aus dem Mittelalter! Tatsächlich wurde sein Bau aber erst 1964 von einem Industriellen in Auftrag gegeben. 



Die Stadt Quiberon hat knapp 5.000 Einwohner, die sich im Sommer mit bis zu 60.000 Touristen "herumschlagen" müssen, die allerdings auch deren Haupteinnahmequelle sind. Heute, an einem Montag Ende September, traf ich auf nur wenige Touristen, was möglicherweise auch ein bisschen am Wetter lag; das war so comme ci, comme ça...

Der Ort selbst ist recht hübsch anzuschauen, bietet die üblichen Shops, Restaurants und Cafés und verfügt neben dem Haupthafen, dem Port Maria, vor allem auch über einen breiten und langen Sandstrand.





Jetzt ging es weiter, aus dem Ort hinaus, in Richtung Südost zum Pointe du Conguel. Kurz vorher musste ich mein Fahrrad abstellen und den Wanderweg zur südöstlichsten Spitze der Halbinsel zu Fuß laufen.


Dort erwartete mich eine bizarre Klippenlandschaft, ein toller Blick auf kleine, mit Leuchttürmen besetzte Inseln und auf's Meer, wirklich sehr schön! Der Weg oberhalb des Strandes und durch die offene Dünenlandschaft lohnt sich wirklich.


Der Osthafen von Quiberon heißt Port Haliguen, ein riesiger Jachthafen, von dem aus allerdings im Sommer auch Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan starten.


Dort hielt ich mich allerdings nicht sehr lange auf; es wurde deutlich kühler und vor allem windiger, so dass das Radfahren nicht mehr viel Spaß brachte und ich deshalb schon nach relativ kurzer Zeit wieder in Richtung Westen fuhr, um mein Wohnmobil an der Westküste zu erreichen. Mein Ticket für den Stellplatz galt außerdem für genau 24 Stunden ab Ankunft; ich musste um spätesten 14:00 Uhr entweder den Platz verlassen oder ein neues Ticket ziehen.

Mein letztes Ziel für heute waren die bekannten Steinfelder von Carnac, die zu den größten Megalith-Anlagen der Welt zählen. Die Menhire, aufrecht stehende Steine, wurden hier vor etwa 4.500 Jahren aufgestellt. Heute kann man noch fast 3.000 dieser Steine, aufgeteilt in verschiedene Gruppierungen rund um die Stadt Carnac, bestaunen, von April bis September allerdings nur im Rahmen von geführten Touren. Eine dieser Gruppen, die Alignements de Kermario, habe ich mir angesehen, indem ich das gesamte Areal umrundetet.



Nach einer kleinen Kaffeepause auf dem Parkplatz, auf dem immer wieder riesige Busse ankamen und abfuhren, fuhr ich etwa 60 km weiter und "landete" schließlich auf einem hübschen, direkt am Meer gelegenen Wohnmobilstellplatz in Saint Gildas de Rhuys.

Sonntag, 25. September 2016

"Bretonische Verhältnisse" in Pont-Aven

Heute Vormittag hab' ich mir Pont-Aven angesehen, den Schauplatz des Kriminalromans Bretonische Verhältnisse, von dem ich gestern ja schon ausführlich berichtet hatte!

Ich muss gestehen, dass ich eine solche Situation vorher noch nie erlebt habe! Stellt euch vor, ihr lest aufmerksam einen spannenden Krimi, in dem unter anderem großer Wert auf ziemlich präzise Beschreibungen von Haupt- und Nebenschauplätzen gelegt wurde, und bereits einen Tag später wandert ihr nun genau dort umher, erkennt vieles wieder und wundert euch darüber, wie exakt diese Schilderungen tatsächlich waren!

Okay, das Hotel, in dem (Achtung, Spoiler!) der erste Mord geschah, war im Roman das Central, heißt in Wirklichkeit aber Les Ajoncs d'Or (die Besitzer haben dem Schriftsteller nicht erlaubt, den richtigen Namen im Roman zu verwenden), aber es ist völlig klar, dass dieses Hotel gemeint war. Besonders die Beschreibungen des kleinen Hafens, an dem der Kommissar des öfteren entlang spazierte, um seine Gedanken zu ordnen, entsprechen meiner Ansicht nach exakt dem Original!

Aber Pont-Aven hat eigentlich noch ganz andere Qualitäten und es gibt viele Gründe, diese wunderschöne beschauliche Stadt zu besuchen, selbst wenn man noch nie etwas von den vorher erwähnten Romanen gehört hat! Wegen dieser Romane und wegen eines Tipps meines Bruders, der vorher schon 'mal hier war, habe ich diesen Ort überhaupt erst angesteuert, ansonsten wäre mir auf meiner Bretagne-Reise wohl ein echtes Highlight durch die Lappen gegangen...  

Pont-Aven hat etwas weniger als 3.000 Einwohner und ist international auch als Malerstädtchen bekannt; das liegt vor allem daran, dass sich hier ab 1886 eine Künstlergruppe um den berühmten französischen Maler Paul Gauguin ansiedelte, bei der es in der so genannten Schule von Pont-Aven um die Weiterentwicklung des Impressionismus ging. Gauguin selbst hat eine Zeit lang im oben erwähnten Hotel gewohnt und, so sagt man, so manche Zeche mit Bildern oder Skizzen bezahlt.

Ich hatte heute Morgen Traumwetter und so machte mich um ca. 09:30 Uhr zu meinem Spaziergang durch die Stadt auf. Von meinem WoMo-Stellplatz etwas oberhalb der Stadt ging es eigentlich nur ein kurzes Stückchen auf einer kleinen Straße steil hinunter (Oh je, da muss ich später auch wieder 'raufklettern...) und schon war ich auf der Durchgangsstraße durch den Ort und vor allem am kleinen Flüsschen Aven, der sich durch den gesamten Ort schlängelt und am Ortsausgang zu einem Hafen verbreitert, um dann wenige Kilometer weiter ins Meer zu münden.


Am Fluss entlang ging ein abwechslungsreicher Spazierweg, der in die Stadtmitte führte und hin und wieder über winzige Holzbrücken die Uferseiten wechselte; dort entlang zu "flanieren", war wegen des Flusses selbst und wegen der vielen Blumen schon 'mal sehr reizvoll.



Womit ich aber nun überhaupt nicht gerechnet hatte, war die schier unüberschaubare Anzahl von (Hobby-?)Malern, die ich hier antraf! Überall saßen oder standen sie an besonders reizvollen Stellen, hatten ihre Staffeleien aufgestellt, hantierten mit ihren Pinseln, taxierten mit ausgestrecktem Arm und zugekniffenem Auge irgendwelche imaginären Objekte und malten, als ob es kein Morgen gäbe! Und das sollte sich in der gesamten Stadt so oder ähnlich wiederholen; überall roch es sehr intensiv nach Malerfarbe! Ich weiß bis heute nicht, ob es dort immer so zugeht oder ob hier vielleicht eine öffentliche Veranstaltung (heute ist Sonntag!) im Gange war, von der ich aber leider nichts mitbekommen habe! Auf jeden Fall habe ich die Situation sehr genossen und natürlich jede Menge Fotos gemacht!





Im Stadtzentrum angelangt, ging ich zunächst direkt weiter in Richtung Hafen. Auch dort hat es mir ausgesprochen gut gefallen, wozu das tolle Wetter natürlich auch beigetragen hat. Obwohl schon einige Menschen (und eben auch Maler/innen) unterwegs waren, spürte man die unglaubliche Ruhe, die dort herrschte, mit jeder Faser des Körpers...




Danach lief ich, vorbei an einer alten Wassermühle am Fluss, wieder zurück ins Zentrum und sah mich nun dort etwas um.




Das besagte Hotel steht mitten im Ort und ist eigentlich kaum zu übersehen; fast wunderte ich mich darüber, dass kein Polizeiwagen vor dem Gebäude stand, denn schließlich ist dort ja ein schrecklicher Mord geschehen... ;-)


Irgendwann hatte ich dann genügend Fotos "im Kasten" und machte mich, sehr zufrieden mit diesem superschönen Spaziergang, auf den Rückweg zum Wohnmobil; ich wollte kurz nach der Mittagspause schon weiterziehen und zur Halbinsel Quiberon fahren, die nur auf einer einzigen Straße über einen sehr schmalen Isthmus (=Landenge) zu erreichen ist.

Dort angekommen, musste ich erst einmal nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit für mich und die "dicke Hannelore" suchen; der vorher aus meiner Stellplatz-App ausgewählte Platz erwartete mich schadenfroh mit den berühmt-berüchtigten, offensichtlich erst vor kurzem installierten "Teppichstangen" an beiden Einfahrten; dort konnte ich also nicht bleiben!

Fündig wurde ich aber dann doch kurz vor dem gleichnamigen Ort Quiberon; dort befindet sich direkt vor einem Campingplatz der große, sehr schön gelegene Wohnmobilstellplatz Quiberon-Kerné, mit nur 6,40 EUR gar nicht 'mal teuer.


Von hier aus hab' ich nun einen supertollen Ausblick auf's Meer und die so genannte Côte Savage! Die Halbinsel erstickt sich auf etwa 14 km von Nord nach Süd und hat eben daher im Westen eine dem Atlantik zugewandte, wilde Küste mit einer Art Steilküste und vielen an den Klippen entlang führenden Pfaden und im Osten eine eher gemäßigte mit schönen Sandstränden; an der Südspitze liegt der erwähnte Ort Quiberon, der im Sommer von Touristen nur so überflutet wird.

Den Nachmittag verbrachte ich mit einer ausgiebigen Wanderung an der Steilküste entlang; ein wundervolles Fleckchen Erde, an dem man eigentlich unbedingt mehrere Tage verbringen sollte, um alles richtig genießen zu können! Aber so ist das eben bei einer auf drei Wochen begrenzten Rundreise, auf der man sowohl Normandie als auch Bretagne kennenlernen möchte! Man muss auf vieles verzichten, sieht im Gegenzug aber auch sehr viele verschiedene Orte und Landschaften!






Morgen Vormittag werde ich eine Radtour machen und die gesamte Spitze der Halbinsel erkunden; bin sehr gespannt! Ach du Schreck, übermorgen ist schon mein letzter Tag in der Bretagne, danach muss ich die Rückreise nach Deutschland antreten... :-(

Samstag, 24. September 2016

Kein Entrecôte in Concarneau

Eigentlich ist die Hauptsehenswürdigkeit von Concarneau, wie schon in Saint-Malo, die von dicken Festungsmauern umgebene Altstadt, die hier allerdings nicht Intra Muros, sondern Ville Close genannt wird. Sie ist außerdem deutlich kleiner und liegt im Becken des Fischereihafens der Stadt; eine kurze Steinbrücke führt hinüber zum einzigen Eingangstor.

Für deutsche Touristen gibt's offensichtlich aber seit einigen Jahren einen weiteren triftigen Grund, Concarneau und Umgebung einen Besuch abzustatten! Schuld daran ist ein gewisser Jean-Luc Bannalec, ein Schriftsteller, der mit richtigem Namen Jürgen Bong heißt, und der mit seinen bisher fünf Krimis jedesmal auf der Bestsellerliste des Spiegel stand. Die Handlungen der Romane, die mittlerweile auch schon für die ARD verfilmt wurden, spielen allesamt in der südlichen Bretagne; im Mittelpunkt steht der aus Paris strafversetzte, manchmal etwas eigenbrötlerische Kommissar Georges Dupin, dessen neues Kommissariat und auch Wohnsitz sich eben in Concarneau befinden.

Im ersten Roman, Bretonische Verhältnisse - Ein Fall für Kommissar Dupin, lernt der Leser, dass das Restaurant L'Amiral offenbar das Lieblingslokal des Kommissars ist; dort sucht er seine Ruhe (findet sie aber nie) und bestellt vor allem sein Leibgericht: Ein saftiges Entrecôte, dazu Espresso und literweise Rotwein, am besten den aus dem Languedoc. Seit etwa 2013 scheint dieses Lokal nun fast zu einer Pilgerstätte für deutsche Touristen geworden zu sein; auf die deutschen Besucher und den Ansturm auf das "legendäre" Entrecôte ist die Mannschaft des Lokals mittlerweile eingestellt. Auch die Romane, die bereits in 10 Sprachen übersetzt wurden, kennt man dort inzwischen.

Dass ich überhaupt von diesen Bretagne-Krimis ('mal googlen!) wusste, habe ich wieder der schon vor ein paar Tagen erwähnten Dokumentation aus der WDR-Reihe Wunderschön! zu verdanken; dort wurde der erste Roman als Begleitlektüre zu einer Bretagne-Reise vom Tamina Kallert dringend empfohlen, jawoll! Ich habe ihn mir deshalb schon vor einiger Zeit besorgt, und zwar in der Hörbuch-Fassung, und ihn vor ein paar Tagen angefangen. Gerade eben habe ich den letzten Teil gehört; der Fall ist gelöst! Meiner Ansicht nach ein wirklich lohnender und vor allem kurzweiliger Krimi, vor allem, wenn man auf seinen Spuren "mitreisen" darf! Diejenigen unter euch, die ihn schon kennen, wissen natürlich, dass ich mich nun ganz besonders auf den Hauptschauplatz der Handlung freue, nämlich Pont-Aven, das hübsche, verschlafene Malerstädchen. Ich bin schon sehr gespannt darauf und hab' das eigenartige Gefühl, dass mir dieser Ort schon jetzt irgendwie vertraut ist...

Meine Fahrt von Quimper hierher heute morgen dauerte nur ca. 30 Minuten; auf dem Parkplatz am Bahnhof können auch Wohnmobile super parken, und um 10:00 Uhr saß ich schon auf dem Fahrrad.

Ich wollte zuerst in den südöstlichen Teil der Stadt und musste dazu auf der D783 über eine hohe Brücke fahren, die den kleinen Fluss Le Moros überspannt; von dort oben hatte ich einen guten Blick auf die Stadt (obwohl der Fischereihafen nicht gerade attraktiv aussieht) und auf die Ville Close in der Bildmitte des folgenden Fotos; die Blickrichtung ist hier Südwest.


Nachdem ich dort ein wenig herumgefahren bin und die Altstadt in Ruhe vom Wasser aus betrachten konnte, ging es auf demselben Weg wieder zurück zum Stadtzentrum. Das oben erwähnte Restaurant L'Amiral liegt direkt gegenüber dem Übergang zur Altstadt, war aber leider (noch?) geschlossen; mit dem Entrecôte wurde es also nichts, aber danach war mir um diese Uhrzeit sowieso nicht zumute...

Nun war aber endlich die Ville Close dran! Ich überquerte die kleine Brücke, schaute mir den attraktiven Uhrenturm an und ließ mein Fahrrad unmittelbar nach Passieren des Eingangstors stehen; in der Altstadt würde es wohl nur stören.


Kaum war ich auf der "Hauptstraße" der kleinen Insel, der Rue Vauban, angelangt, war ich schon von Menschenmassen umgeben; so voll hatte ich es mir eigentlich nicht vorgestellt.


Allerdings täuschte dieser Eindruck etwas; im weiteren Verlauf der Straße verteilte sich alles etwas, aber hier möchte ich wirklich nicht in der Hauptsaison unterwegs sein!

Die Insel ist rund 350 Meter lang und 100 Meter breit; von der Hauptstraße gehen kurze Gässchen ab, die aber schon bald wieder auf die Stadtmauer stoßen; die ist übrigens fast rundherum begehbar. Die schmalen Stadt­häuser mit den für die Bre­tagne so typischen Fassaden aus grauem Granit, kopf­stein­gepflas­terten Seitengassen sowie die vielen teilweise skurrilen Andenken­läden, Bars, Galerien und Crêperien sorgen insgesamt und trotz der Menschenmassen für eine interessante, fast gemütliche Atmosphäre.






Im Laden auf dem folgenden Foto habe ich als Mitbringsel für Gitta und Jimmy einen so genannten Kouign Amann erstanden, einen Butterkuchen, der als bretonische Spezialität gilt und gleichzeitig nach Karamell und etwas salzig schmecken soll; bin sehr gespannt, wie der uns munden wird, aber zuerst 'mal muss ich ihn heil nach Deutschland bringen... ;-) Als kleines Trostpflaster wanderten aber auch noch drei kleine, ähnliche "Küchlein" in meinen Einkaufskorb, von denen ich heute nachmittag leider versehentlich einen verschluckt habe! Auch diese Teile trieften nur so vor Karamell und schmeckten einfach göttlich!!!



Gegen 13:00 Uhr verließ ich schließlich Concarneau und fuhr die knapp 15 km nach Pont-Aven auf einen speziell für Wohnmobile vorgesehenen Parkplatz, etwas oberhalb der Stadt. Nach einer Kaffeepause (mit der oben erwähnten Kalorienbombe) und einer kleinen MAD-Aktion ("Matratzen-Abhorch-Dienst") wollte ich eigentlich noch die erste Stadterkundung unternehmen, aber der Regen machte mir wieder 'mal einen Strich durch die Rechnung! Also werde ich erst morgen früh durch meinen "Kriminalroman" laufen; hoffentlich sitzt der Mörder schon hinter Gittern... ;-)